Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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das alte Lehrbuch v. vr. Auerbach. 27 Bösen entstand Mangel an Liebe und Erkenntnlß Gottes u. Sowie auch wieder umgekehrt aus dieser religiösen Unwissenheit die höchste Lasterhaftigkeit sich entwickelte." A u erbach: „Die spa'tern erbten gleichsam diesen Zustand (nämlich die Gewohnheit zu sündigen) und trieben aus Mangel an wahrer Gotteserkenntniß die abscheulicksteAbgötlerei und höchste Lasterhaftigkeit." Was heißt hier gleichsam? entweder sie crl'ten ihn wi Aich oder sie erbten ihn nicht und begründeten ihn selber. Uns scheint das ein großer Unterschied zu sein. Herr A. aber wollte, wahrscheinlich um abzukürzen oder seine „Quelle" zu verbergen, einen andern Ausdruck wählen, streifte dadurch an das christliche Dogma von der Erbsünde, was er wieder durch sein gleichsam gut machen wollte. Heißt das gewissenhaft gegen das Judenthum gehandelt? solche dunkle/ antijüdische Vorstellungen veranlassende Sätze in ein Religionsbuch für die jüdische Jugend aufzunehmen? Doch weiter! Vinter sagt: „Die Menschen bedurften eines Erretters m Christus." Auerbach: „Die Menschen bedurften einer Erlösung Offenbarung auf Sinai." Ach, wie schön, Herr Orthodox!-^- Muß nicht solcher Parallelismus jener Ehristologie, die in allen Vorgängen des alten Testaments Typen des neuen erblickt, den größten Vorschnb leisten? Was würden jene 36 approbirende Rabbiner, wenn sie das Buch gelesen hätten, und dann approbiren sollten, dazu gesagt haben, wenn sie nach des Abschreibers „Quellen" gelugt. daS Dogma der Erbsünde verspürt, dessen Parallelismus gesehen, die gefährlichen Folgen für die Jugend erwogen hätten? Wir meinen aber, wer nicht hinlängliche wissenschaftliche Bildung besitzt, um aus dem Schatze seines Wissens die Lehren seiner Religion selbstständig vorzutragen, der überlasse das Bücherschreiben einem Andern! — Ein anderes Beispiel von dem //Quellenstudium" Auerbach's I 8. 97. heißt es: „Der Zweck dieses Festes (des Neujahres) ist: wir sollen unsern Wandel, im verflossenen Jahre sorgfältig prüfen, da dieser Tag ein Denk- und Gerichtstag des allmächtigen Weltrichters über die Handlungen und Gesinnungen der Menschen ist und an ihm die Zukunft der guten und bösen Menschen be- *) Herr Auerbach soll sich doch sonst so gern als Feind des sogenannt Antijüdischen geriren! — So soll er, wie s. Z. der Volkslehrer berichtet und bisher «ich! widerlegt wurde, einigen Landjuden eine Petition an die her,ogl. Nassauische Regierung verfaßt haben, worin sie die Abschaffung der Confirmation erwünschten, weil sie anti-jüdisch sei!— Und doch hat Hr. A.. als es ihm zu dienen schien, selbst confirm irt! — Ja, sein Neligivnsbuch ist ausdrücklich für Confirmanden bestimmt.