Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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das alte Lehrbuch v. vr. Auerbach. 25 um wie vielmehr von Summen von Lehren, von ganzen Systemen und Büchern- Welchen Akt der Ungerechtigkeit begeht derjenige, der das durch vieljähriges Forschen und Denken dem Geiste mühsam sich entringende Werk eines Andern sich auf eine so leichte, bequeme Weise aneignet, und, mit einem ver- und oft entstellenden Colorit übertüncht, es als fem eigenes dem Publikum vorführt! Solche ungerechte That ist aber um so tadelnSwerther, wenn sie bei religiösen Schriften geübt wird, wo die Mahnung an Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit so nahe liegt! — Von der Wichtigkeit dieser Sätze scheint Herr Auerbach bei Herausgabe des rubricirten Buches nicht durchdrungen gewesen zu sein; ihn scheint der Gerechtigkeitssinn nicht dabei geleitet zu haben, wie aus Folgendem hervorgeht. — Früher war ich gar nicht gewillt, dieses von unseren namhaftesten Gelehrten und Schulmännern, wie die Herren Vr. Cr e iz enach, Vr. Jost, vr. Heß u. Ascharf getadelte Buch, vor dessen Einführung Eltern und Lehrer ernstlich und dringend gewarnt worden, mir aus meinen spärlichen Mitteln anzuschaffen. Als ich aber neulich seiner in dem jüdischen Kalender von Klein erwähnt sah, ward ich anderen Sinnes. Ich kaufte — las — aber wie erstaunte ich, als ich fast auf jeder Seite, nach Inhalt und Form, ein anderes, in meinrm Besitze sich befindende Buch wörtlich abgeschrieben fand! Dasselbe heißt: „Christliches Religionsbuch ic. In der Ordnung des Lutherischen Katechismus, nach Dinter's Unterredungen über denselben bearbeitet von A. Walloth, Pfarrer ic. Mainz 183S." — Also abgeschrieben, fast wörtlich abgeschrieben hat Herr A. den größten Theil (beiläufig mehr als drei Viertheil des Umfanges), Wesen und Kern seines BuckeS aus dem genannten Dinter-Wallothischen christlichen Religionsbuche, ohne auf dem Titelblatte oder in einer Vorrede der eigentlichen Autoren zu erwähnen und ihnen den schuldigen Dank, die gebührende Ehre zu erweisen! Heißt das nicht auf die empörendste Weise gegen die Manen des großen Dinier sündigen? Meines Dafürhaltens muß Herr A., mit Ausnahme des genannten NeligionSbuches, mit den sonstigen verdienstlichen Leistungen Vinters als eines der erleuchtetsten theoretischen und praktischen Pädagogen, Theologen und Kanzelredner, gar nicht bekannt sein, sonst würde er gewiß eine so große Ungerechtigkeit gegen einen solchen Heroen der Pädagogik und Homiletik, von dessen geistigem Capital er unrechtmäßiger Weise die Zinsen genießt, nicht haben begehen können! — Den kleinsten Theil des Auerbach'schen Buches nimmt das