Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Erstes Gespräch. 19 heim an der Tauber 1^/2 Stunden südlich enfernt. Diese Stadt ist alt, und gehörte den Herren Lauden, von welchen sie im Jahre!!63 an das Hochstift Würzburg überging. Durch den Preßburger Frieden kam sie unter badische Herrschast. Lehrling. Gut, mein Lieber! Sprechen aber die jüdischen Quellen auch von der Verfolgung zu Fulda? Meister lein. Allerdings. Denn cs giebt keine Begebenheit in der Geschichte Israels, die nicht irgendwo aufgezeichnet wäre. Die Verfolgung von Fulda befindet sich in derselben Märtyrer-Chronik, wie die von Lauda. Unterschobene todte Knaben waren die Ursache der Ermordung von Z4 Personen ohne Unterschied des Alters nnd Geschlechts. Diese Handschrift erwähnt noch eine andere Verfolgung der Juden Deutschlands im Jahre 1235, sie gicbt überhaupt eine vollständige Marlyrologie der deutschen Juden. Lehrling. Mit welchen Worten führt diese Schrift die Verfolgung von Fulda an? Meisterl ein. Mit folgenden: „Die Erschlagenen Fulda's im Jahr 996. /,den 17. Schebat (28. Dezember 1235): Elieser ben Mardvchai, „seine Frau Rahel, seine Schwiegermutter Zeruja und ihre sieben „Kinder; Joseph der Franzose, sein Bruder Samuel, dessen Kin- „der und seine Mutter Hanna; Gottschaik ben Samuel und seine „Frau Minna; Siinfon, sein Eheweib Nahel und ihre drei Kin-- „der; eine Waise. David der Franzose, Aaron und Röslin seine „Frau, nebst Kindern Buna und Samuel." Lehrling. Wenn ich nicht irre, so ist diese Schrift diejenige, welche von Salvmon ben Berga K. 49. erwähnt wird, die Leiden der Juden Deutschlands enthaltend. Meisterlein. Sie irren nicht! Es enthält diese Chronik hauptsächlich die Verfolgung der Juden in Deutschland bis 1293, in welchem Jähre sie verfaßt wurde. Die Bibliothek von Oppercheim besitzt eine an- 2*