KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 3 (Juni / Juli 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 64 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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64 K. C.-Blätter „... ich bin erst gestern von einem mehrmonatigen Aufenthalt im Ausland zurückgekehrt.... Nun weiß ich nicht, ob es noch Zweck hat, Ihnen zu sagen, was eigentlich selbstverständlich ist, daß ich Ähren tapferen Kampf gegen die geistige Seuche, die Antisemitismus heißt, seit Sie ihn führen, mit Teilnahme verfolge, und daß Sie, je mehr uns in unserem politischen Leben der menschliche Anstand und die geistige Achtung abhanden kommen muß, stolz auf Ähre unermüdliche Reinigungs- und Verteidigungsarbeit sein dürfen." Der Morgen. Das 2. Heft des 8. Jahrgangs setzt die in den vorigen Heften begonnene Aussprache „Im Wandel des Denkens und Gestaltens" mit einem Aufsatz von Wilhelm Michel „Was heißt: Ende des Liberalismus?" und einem Nachwort von Max Dienemann fort. Michael Müller-Claudius macht in einem Artikel „Vom politischen Haß zur politischen Lauterkeit" beachtenswerte Vorschläge. Er zeigt insbesondere, wie selbstverständlich man in der Wirtschaftsgesetzgebuna jeder Unwahrheit im kaufmännischen Verkehr zuleibe gegangen ist und wie wenig man auf dem ethischen Felde der Politik sich um die Bekämpfung der Lüge bemüht hat. Än einer Abhandlung des Altonaer Oberrabbiners Äosef Carlebach „Naturwissenschaft und Wunder" wird dargestellt, wie Gläubigkeit und rationale Naturbetrachtung keine Gegensätze zu sein brauchen. — Der Kritik an neuesten Werken über nationalsozialistische Ideologie ist Eva Reichmann-Äungmanns grundsätzlicher Aufsatz „Flucht vor der Vernunft" gewidmet. — Am aktuelle Fragen kreist gleichfalls Käte Hamburgers „Romantische Politik bei Thomas Mann". — Hans Rechners Aufsatz „Mirabeaus Äudenpolitik" führt, inmitten einer Zeit, die voll ist von Kämpfen um die bürgerliche Stellung der Juden, in die Zeit der allerersten Emanzipationskämpfe ein. Ein Abdruck aus Ernst Lissauers Mosesdrama „Der Weg des Gewaltigen" soll in Art und Willen des Dichters und dieser Dichtung einführen. Ein Fragment der Jugenderinnerungen des Begründers der Völkerpsychologie, H. Steinthal, ist eingeleitet von Leo Baeck, der sehr zeitgemäß darauf hinweist, daß lebendigste Gedanken der neuzeitlichen Psychologie von Steinthal vor Jahrzehnten angebahnt sind. — Ernst Holzers Beitrag „Der Aufruhr gegen den Geist" behandelt in der Form einer Auseinandersetzung mit literarischen Neuerscheinungen die ewige Frage des Konfliktes „Geist und Blut". Margot Rieß gibt einen Aeberblick über „Religiöse Frauenlhrik". Sine Anzahl Buchbesprechungen beschließt das anregende Heft. Der Morgen erscheint sechsmal im Jahr. Jedes Heft ist ca. 100 Seiten stark. Abonnement durch jede Buchhandlung oder durch den Philoverlag Berlin W 15, 12 Mark jährlich. Archiv und Bücherei des C.V. Im Auftrag des C.V.-Beirats herausgegeben von Johannes Michael Haus laden, C. V.-Archivar. (Flugschriften aus dem C.V., Neue Folge, Heft 11) Din B 6, 90 S. München 1932, Geschäftsstelle der Academia, Arnulfstraße 26. Kart. 1 RM. Wie eine Reihe anderer großer Studentenverbände hat auch der Cartell-Verband der katholischen deutschen farbentragenden Studentenverbindungen (C.V.) schon 1921 ein Verbandsarchiv in München gegründet. 1927 wurde mit dem Archiv eine Bücherei des C.V. vereinigt mit dem Ziel, die für die Geschichte der katholischen Studentenschaft und des C.V. wichtigen Druckschriften zu sammeln. Der C.V.-Archivar legt in dem vorliegenden 11. Heft der Flugschriftenreihe des C-V. ein Verzeichnis der Bücher und Sammlungen nach dem Stande vom 15. April 1932 vor. Das Heft enthält geschichtliche Bemerkungen über die Entstehung des Archivs und der Bücherei und ein ausführliches Verzeichnis des Inhalts. Die Flugschrift gibt namentlich ein gutes Bild davon, wie in 5 Jahren die 1927 gegründete C.V.-Bücherei es zu einem ansehnlichen Bücherbestände gebracht hat. Sie besitzt auch über den Verband hinaus ihre Bedeutung.