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KC-Blätter · 1932-06-01 · Heft 3 (Juni / Juli 1932) · p. Seite 63

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1932
Issue
Heft 3 (Juni / Juli 1932)
Date
1932-06-01
Page
Seite 63 (sequence 13)
Language
German
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K.C.-Blatter 63 der Luft hängenden Ostjuden. In seinem Doktrinarismus und Bestreben, die Juden so zu sehen, wie seine zionistische Ideologie es wünschenswert erscheinen läßt, sieht Goldmann nicht den andern, den deutschen Typ, der so wahr und greifbar ist, wie nur irgendein Wesen aus Fleisch und Blut. Wer auszieht, ihn zu suchen, wird ihn tausendfach finden. Nicht allein in den Kulturwerken, hinter denen niemand einen Juden vermuten würde, wenn sie anonym wären, nein, auch in den uralten Wohnstätten der Juden am Rhein, in Schwaben, in Bayern, in Hessen: Juden, die so mit der Heimat verbunden und verwurzelt sind, daß sie laut auflachen würden, wenn ihnen Goldmann sein Konterfei als ihr Bildnis Vorhalten würde. Dannemann mag der Vortrag Goldmanns sehr willkommen sein. Der Antisemitismus hat sich überhaupt immer nur an die Äußerungen und Geschehnisse gehalten, die ihm für seine Theorien Material liefern konnten, und hat die großen deutsch-kulturellen jüdischen Leistungen, die Opferbereitschaft der vielen tausend für Deutschland gefallenen Juden und die Einstellung der übergroßen Mehrheit der deutschen Juden zu ihrem Vaterlande mit einer Handbewegung beiseite geschoben. Er zeigt dabei, daß für sein Vorgehen nicht das sachlich geprüfte Argument, sondern das unkontrollierte Gefühl eingewurzelter Abneigung maßgebend ist. Ans scheint es aber, daß in der schweren Not unseres Vaterlandes nicht Trennung durch Haß, sondern Sammlung aller Kräfte, die sich im deutschen Volksgedanken finden, das Gebot der Stunde ist. An diesem Aufbau in wahrhaft nationalem Geist trotz aller Anstrengungen und Verleumdungen unbeirrt weiterzuarbeiten, ist der Stolz der deutschen Juden. Bücher« und Blätterfchau Zehn Jahre C. V.-Zeitung. Die C.V.-Zeitung, das Organ des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, hat aus Anlaß ihres zehnjährigen Bestehens eine Sondernummer (Nr. 22 vom 27. Mai 1932) herausgegeben, in der sie Rechenschaft über das Gewollte und Erstrebte der Centralvereins-Bewegung und der Eentralvereins-Zeitung gibt. Neben sehr aufschlußreichen Aufsätzen von Dr. Friedrich Brodnitz und Dr. Mauritius Kahn über Arbeit und Organisation des C. V. interessieren besonders Beiträge von Dr. Kurt Zielenziger, Rechtsanwalt Wilhelm Levinger, München, und Iustizrat Dr. Gallinger, Nürnberg, über die Sondergebiete: Wirtschaftsfragen, Rechtsschutz und Aufklärung in nichtjüdischen Kreisen. Syndikus Dr. Alfred Wiener liefert einen bemerkenswerten Beitrag „Redaktion undLeserschaft". Die' Aniversitätsprofessoren Dr. Ernst von Aster, Gießen, und Dr. Driesch, Leipzig, Ministerialdirektor z. D. Dr. Spieker, der konservative Kulturpolitiker Dr. h. c. v. Oppeln-Bronikowski, der Polizeipräsident von Berlin A. Grzesinski, der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Hans Vogel, Reichsminister a. D. Dr. Külz und viele anderen Politiker und Kulturpolitiker übersandten der C. V.-Zeitung ihre Glückwünsche. Der Reichstagspräsident Lobe schrieb der E. V.-Zeitung: „Die Bemühungen der C. V.-Zeitung um Vermittlung der Wahrheit im politischen Ringen, ihre Suche nach Gerechtigkeit im Kampfe, ihre Abwehr jeder persönlichen und Rassehetze habe ich seit dem Entstehen Ihrer Zeitschrift verfolgt und kann Ihnen zum zehnjährigen Jubiläum nur meinen Dank dafür übermitteln. Möge bald die Zeit kommen, wo in Deutschland die ritterliche, vornehme und menschliche Auseinandersetzung unter politischen Gegnern eine Selbstverständlichkeit ist — bis dies aber der Fall ist, wird Ihre Zeitschrift auch weiterhin eine wichtige Mission zu erfüllen haben." Der Dichter Jakob Wassermann gratulierte mit den Worten:

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