KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 3 (Juni / Juli 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 62 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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62 K. C.-Blätter nicht nur von der sog. Iudenpresse behauptet, sondern sehr eindrucksvoll und ausdrücklich auch von vielen christlichen Philologen und Gelehrten. Ich möchte bei der Erörterung dieser Frage auf einen Aufsatz „Volks- und Staatsprobleme in der Erziehungswissenschaft" in der Zweimonatsschrift „Der Morgen", Jahrgang 6 Ar. 4 (Philo-Verlag, Berlin 1930) Hinweisen. Man kann heute von der kulturellen Betätigung der Juden sagen, was schon vor Jahren, am 29. September 1610, einmal die „Kreuzzeitung" (ein gewiß unverdächtiger Zeuge) feststellte: „Es hat sich im Judentum doch so viel positiv Gutes und Anerkennenswertes entwickelt, daß die Behauptung, der jüdische Einfluß sei zersetzend, sich nicht ohne Einschränkung aufrecht erhalten läßt." soviel im allgemeinen! Run zu einigen Feststellungen, die Dannemann auf Grund seines „Hammer"-Materials gemacht hat. Da spukt immer noch das jüdische Großkapital. Der selbständige jüdische Unternehmer wird von der Kinzentration im Wirtschaftsleben genau so „gefressen" wie der christliche. Für den deutschen Juden ist die deutsche Wirtschaftsnot eine doppelte und dreifache! Die Handvoll „Großkopfeter" ändert an dieser Tatsache nichts. And dann die Iudenpresse! Wir haben im ganzen drei große jüdische Zeitungsunternehmungen in Deutschland: Mosse und Allstein in Berlin und die Frankfurter Zeitung in Frankfurt. Aus! Man wird die große Bedeutung der drei nicht unterschätzen; man sollte sie aber auch nicht überschätzen. Die riesige Generalanzeiger-Presse in der Provinz, die mächtige Zentrumspresse, die gesamte Rechtspresse sind judenrein. Das Theater ist unstreitig eines der traurigsten Kapitel in der Kulturgeschichte der Gegenwart. Auch dafür wird natürlich das Judentum verantwortlich gemacht. Wenn auch in Berlin zahlreiche jüdische Theaterunternehmer, Regisseure, Schauspieler und Sänger anzutreffen sind, so stößt man doch außerhalb, wo doch und recht gut Theater gespielt wird, nur selten auf einen jüdischen Direktor, Dramaturgen, Regisseur oder Schauspieler. Das wird doch wohl auch Herr Dannemann keine „Iudenherrschast" nennen. Haben nicht auch Juden im Berliner Theater- Wesen Positives geleistet? Ist die Entwicklung Ibsens und Hauptmanns ohne die Juden Otto Brahm und Max Reinhardt denkbar? Was hat der russische Jude Raphael Löwenberg durch seine Gründung der beiden Schillertheater für die Verbreitung der Klassiker unter den Volksmassen getan! Die schönen Künste. Herr Dannemann spricht verächtlich vonMendelssohn-Bartholdy, von Offenbach und Meyerbeer gar nicht zu reden; aber dieser Mendelssohn hat nach der zuverlässigen Aussage des 'bekannten und maßgebenden Musikwissenschaftlers Riemann das Verdienst, die alte protestantische Kirchenmusik und denhatbvergessenen Bach zu neuem Leben erweckt zu haben. . And der erste Dirigent des „Parsifal" in Bayreuth, noch unter Richard Wagner selber, hieß Hermann Levi. — Max Liebermann bedeutet nach Ansicht der Sachverständigen, bescheiden gesagt, auch einiges in der Malerei, der Gegenwart; und unter den Bauwerken des neuen Berlin sollen das Wertheimhaus wie auch das neue Deutsche (Pergamon-) Museum von dem Iudenstämmling Alfred Messel zu den schönsten und wertvollsten zu rechnen sein. Genug davon! Aber, so im Vorbeigehen, sei auf zwei Liebenswürdigkeiten Dannemanns hingewiesen. Im Zusammenhang mit Jazzmusik und Regerrevuen fällt das Wort „Mädchenhandel". Soll auch der Mädchenhandel eine Spezialität der Juden sein? Dannemann möge die ihm bekannten Fälle nennen und beweisen und sich nicht nur mit Andeutungen begnügen! Bis jetzt ist m. W. nichts davon bekannt geworden. Ebenso soll Dannemann auch sein Beweismaterial für die Behauptung beibringen, auch deutsche Juden wie Rathenau seien nach der Balfour- Deklaration daran beteiligt gewesen, Deutschland niederzuringen. Roch ein Wort zu dem Vortrag von Dr. R. Goldmann, der ja den Ausgangspunkt für Dannemanns Darlegungen bildet! Goldmann ist ostjüdischer Zionist; seine Ausführungen spiegeln in jedem Sah die Geisteshaltung und Gefühlslage des außerhalb seiner Traumheimat Palästina in