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KC-Blätter · 1932-06-01 · Heft 3 (Juni / Juli 1932) · p. Seite 60

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1932
Issue
Heft 3 (Juni / Juli 1932)
Date
1932-06-01
Page
Seite 60 (sequence 10)
Language
German
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60 K. C.-Blätter scheinen die Hauptbeteiligten gewesen zu sein. Das Aniformv erbot des Rektors ist, wie man hört und liest, von den studierenden SS-- und SA-- Leuten mißachtet worden. 3n Berlin kommt es in der Universität — einige Tage nach den Anti-Versailles-Kundgebungen, die ebenfalls Unruhe in die Studentenschaft brachten — zu großen Schlägereien. Rechts gegen links. Der Rektor, der Ruhe stiften wollte, wird ausgepfiffen. Die Polizei muß die Ruhe wieder Herstellen. An beiden Orten werden die Hochschulen für wenige Tage geschlossen. 3n Berlin schlägt der Rektor den Führern aller Gruppen vor: In Zukunft sollen die Steh-Konvente der politischen Gegner getrennt werden. Was rechts ist, steht im Vorhof, was links ist, im Vestibül. Alle Beteiligten nehmen diese Vorschläge bedingungslos an. Rur nicht die Rationalsozialisten. Diese machen Bedingungen: Die Juden dürfen die Universität nicht mehr betreten. Als der Rektor das ablehnt, verlangen sie wenigstens, daß den Juden der Zutritt zum Vestibül verschlossen bleibt. Auf die Frage des Rektors: Und die jüdischen Dozenten? die Antwort: Gegen diese soll vorläufig noch nichts unternommen werden. Der Rektor läßt keinen Zweifel, daß er ablehnen werde. Er verlangt zunächst schriftliche Stellungnahmeder Gruppen. Die Nationalsozialisten haben die mündlichen Fordern n ge n schriftlich nicht wiederholt. Fehlt ihnen der Mut? Oder ist ihr Vertreter zu weit gegangen? Paßt das Vorgehen nicht zu den Worten der Legalität, die wir immer wieder hören? Oder zu den Worten, die Adolf Hitler in einem amerikanischen Blatte einmal schrieb — es war wohl 1931 —, niemand denke daran, den Juden ihre Rechte zu nehmen, nur sollten sie nicht mehr haben, als die anderen (und die haben sie ja auch wirklich nicht). Es wird sicher sein: Das Blut, das jetzt in den Hochschulen geflossen ist, wird nicht das letzte sein. Es sollte alle, die den Geist herrschen lassen wollen und nicht die Faust, zusammenführen. Rur so wird der Bann zu brechen sein. Der K. E.er wird schwere Zeiten vor sich haben. Er wird sie überwinden können, wenn er die Nerven nicht verliert, wenn er Fühlung sucht zu den Freunden außerhalb des Verbandes; wenn er in diesen Zeiten des ernsten Kampfes sich ganz auf ihn einstellt und alles Kleinliche und Aeußerliche auf sich beruhen läßt. Le. Wilhelm Kahl. Mit Wilhelm Kahl ist einer der wenigen Männer dahingegangen, die kraft einer starken Persönlichkeit ihre Umwelt in Bann zwangen. Jeder, der in eine — sei es auch noch so lose Beziehung zu Wilhelm Kahl trat, empfand seine Herzensgüte und Seelenstärke, empfand, daß dieser Mann wirklich das Recht aus innerster Berufung lebte, das er auf hohen Schulen lehrte. Wilhelm Kahl war nicht nur der anerkannte Senior der deutschen Rechtswissenschaft, er selbst verkörperte in seiner geistigen und menschlichen Haltung den besten Sinn des lebendigen Rechts. Als Vorsitzender des Strafrechtlichen Reichstagsausschusses, als Führer des Deutschen Iuristentages, als Redner im Parlament, als Mentor der jungen Rechtsbeflissenen, wo immer erwirkte, da galt sein Wort mit besonderem Nachdruck, weil das Gewicht einer echten Menschlichkeit in ihnen war. Er, der zu den Gründern der Deutschen Volkspartei gehörte, genoß weit über ihre Grenzen hinaus hohes Ansehen, denn er vertrat aufrichtig die Ideale des wahrhaften Liberalismus. Mit Wilhelm Kahl hat nicht nur die Rechtswissenschaft und die Politik einen Führer verloren, mit ihm verliert die Sache der schlichten, wahren Menschlichkeit einen Kämpfer. Judentum und deutsche Kultur. Eine Erwiderung an Herrn stuä. phil. et nat. H. Dannemann. Von Refr. Fritz Glück (Bav.). In Rr. 34 der „Württembergischen Hochschulzeitung" vom 1. Dezember 1931 unternimmt es Herr Dannemann, unter Bezugnahme auf den Vortrag von Dr. Goldmann auf der Studententagung in Ryon, die Stellung und „die Rolle des Judentums im deutschen Kulturleben der Gegenwart"

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