KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 3 (Juni / Juli 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 59 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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K. C.-Blätter 59 die Wett so aussähe, wie sie das amtliche Hochschulorgan von Württemberg sich vorstellt, dann führen, um in seiner Tonart zu reden, die völkischen Studenten in Wien ein wahres Hundeleben! Nazis gegen Koepoeationsstudenten. 3n einer Jugendbetriebszellenversammlung erklärte neulich der nationalsozialistische Landtagsabgeordnete! Engel: „Die N.SD.A.P. hat den Lehrling der Werkstatt und den Lehrling der Universität zusammengebracht. Ich sage absichtlich „Lehrling der Universität", da man sich mit Recht unter dem Studenten einen jungen Mann vorstellt, der mit bunter Mütze auf dem Kopf, bunten Bändern über der Brust, den Schläger in der einen Hand, in der andern den Bierkrug herumläuft, um Vaters Geld zu versaufen. So ein junger Mann gehört nicht aus die Universität und auf die Hochschule. Beide Sorten Lehrlinge sollen in ihrem Beruf lernen, dereinst Geselle und dann weiter Meister zu werden." Man könnte sich diesen herzerfrischenden Worten des Herrn Engel anschließen, wenn er noch hinzugesetzt hätte: „— Der unter der bunten Mütze nur nationalsozialistische Phrasen im Kopf und in der Hand den Totschläger trägt, um andersdenkende Studenten aus der Universität hinauszuprügeln." Was aber sagt der Waffenring dazu, dessen Angehörige doch einen großen Prozentsatz der Mitglieder des N.S.D.St.B. stellen? Ob man diese Phrasen auch den Korporationsstudenten in den Studentenversammlungen vorsetzt? Oder darf Pg. Auwi nicht wissen, was Pg. Engel sagt? Skandale und kein Ende. Im Reichstage überfallen Nationalsozialisten einen mißliebigen Journalisten. Im Preußischen Landtage kommt es zu einer Schlacht zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten. Ein Berliner Gericht hat einen Zivil- Prozeß zu entscheiden, den ein verletzter Landtagsabgeordneter gegen den Staat, vertreten durch den Landtags- Präsidenten, auf Schadensersatz führt. Das liest man in der Presse, — von den täglichen Straßenschießereien und Schlägereien ganz abgesehen. Was wunder, daß auch die Hochschulen, die ja schon längst nicht mehr nur die Stätten geistiger Arbeit und Auseinandersetzung sind, zu Orten gleicher Kämpfe geworden sind. In München erscheint ein, dem Vernehmen nach von einem relegierten Studenten herausgegebenes „Kampfblatt der nationalsozialistischen Studenten" namens „DeutscheRevolution". In seiner Folge 7 schreibt es: „Siehst Du nicht, wie sich dieses Volk ( sc. das jüdische) wie Filzläuse eingefressen hat, wie sie mit ihrem jiddischen materialistischen Geist Dein Volkstum verseuchen?" „Es ist eine Lebensfrage für Dich und Dein Volk, Antisemit zu sein". „Wir brauchen keine jüdischen Verbindungen an unseren Hochschulen, keine jüdischen Professoren als Lehrmeister". „Wir kennen keine „deutschen" Juden, keine „jüdischen" Freunde, keine „auch-anständigen". Wir kennen nur eine Brut, die Deutschlands Lebenskräfte aussaugt"... „Darum meidet jüdische Professoren und Studierende." „Es gibt keine sogenannten anständigen Juden, denn wären sie anständig, würden sie nicht mit dem Zeichen der Unanständigkeit, mit krausen Haaren, krummen Nasen und platten Füßen gezeichnet sein. Was die Natur zeichnet, soll der Mensch beachten und sich danach richten. Rücksichtslos sind wir gewillt, jeden an den Pranger zu stellen, der sich unserem Kampfe entgegenstellt. Deutschlands Hochschulen sind deutsches Volks- und Geistestum und gehören nur den deutschen Volksgenossen. Für andere hat der numerus clausus zu gelten. Kampf dem jiddischen Geiste, seinen Trägern und seinen Vertretern." Das ist die „Theorie". Wie sieht die Praxis aus? Nur zwei Vorgänge. In Frankfurt a. M. kommt es wegen des Uniformverbotes des Rektors in der Universität zu Schlägereien. Kommunisten und Nationalsozialisten