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KC-Blätter · 1932-06-01 · Heft 3 (Juni / Juli 1932) · p. Seite 58

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Journal
KC-Blätter
Volume
1932
Issue
Heft 3 (Juni / Juli 1932)
Date
1932-06-01
Page
Seite 58 (sequence 8)
Language
German
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58 K. L.-Blätter lich anerkannten Studentenschaften Stuttgart, Tübingen Hohenheim;^ der Stuldentenschaftsbeitrag, der von sämtlichen Studenten erhoben wird, ermöglicht ihr die Existenz. . Außerdem erfreut sie sich noch eines besonderen Offizialitätscharakters dadurch, daß ihr die amtlichen Verlautbarungen der Hochschulbehörden übertragen sind. Repräsentier^ sie somit die gesamte württembergische . Studentenschaft, so müßte sie folglich. in ihrer Haltung auf die unterschiedliche politische Zusammensetzung der Studentenschaft Bedacht nehmen, . und dürfte nicht einseitig einem bestimmten Teile nach dem Munde reden. Sie müßte sich dann z. B. solche Bemerkungen sparen, wonach „das System, dem wir seit 13 Jahren verhaftet sind, gebrochen werden" muß (Nr. 44 von 1932). Schließlich gibt es auch unter den Zwangsabonennten der „Württembergischen Hochschulztg." einige, die sich unter dem Wort „System" etwas denken wollen, und mit Schlagwortserien nicht gern gefüttert werden. Aber derartige Sticheleien, so bedenklich sie auch als Neutralitätsverletzungen erscheinen, sind noch harmlos gegenüber der geradezu himmelschreienden Demagogie, mit der dieses Amtsblatt gegen den Heidelberger Professor Gumbel hetzt. Der neueste „Fall Gumbel" ist bekanntlich noch gänzlich ungeklärt. Wenn Gumbel eine Aeußerung getan haben sollte, die die vaterländischen Empfindungen mit Recht verletzt, dann muß ihn die gebührende Strafe treffen; hat er sie aber nicht getan, dann darf niemand, der auf Ehre und Wahrhaftigkeit hält, die Hand wider ihn heben. Ob Gumbel zu verurteilen oder freizusprechen ist, wird die im Gange befindliche Untersuchung erweisen — hoffentlich mit aller gebotenen Eindeutigkeit. Das amtliche württembergische Hochschulorgan aber ist ohne jede Untersuchung mit seinem Urteil fertig. Der alte ehrliche Grundsatz „Lines Mannes Rede ist keines Mannes Rede" wird von ihmmißachtet, das Gerücht allein genügt ihr, um in unbeherrschter, von sehr viel Druckerschwärze unterstützter Weise zu erklären: „Für pazifistischen, hündischen Ungeist ist kein Platz an deutschen Hochschulen!". Schnell fertig ist die Jugend nicht nur mit dem Wort, sondern auch mit der Hetze. Da sich aber das amtliche Hochschulorgan scheinbar so gut auf die Hundeseele versteht, so wird ihm bekannt sein, daß es nicht immer die rassigsten Tiere sind, die am lautesten kläffen. Dann freilich Lut zuweilen, wenn schon nicht der Maulkorb, so doch die Leine ganz gut. Stimmt es, Herr württembergischer Kultusminister? Und was, Herr Minister, sagen Sie zu der nachstehenden, die gleiche „Objektivität" atmenden Notiz des Hochschulorgans betr. die Wiener Studentenausschreitungen? Bekanntlich waren in Wien anläßlich einer der letzten Krawalle randalierende Studenten pöbelnd und prügelnd in die Wiener Iudenstadt gezogen, um dort praktische Hebungen in der Pogromlehre abzuhalten. Leider war einer der Ladenbesitzer nicht damit einverstanden, niedergeschlagen zu werden und kam seinem Angreifer zuvor, der nun statt seiner blutend auf dem Plast er lag. Die gesamte Presse, nicht bloß die „jüdische" berichtete diesen Vorgang, und ließ keinen Zweifel aufkommen, daß der Ladenbesitzer in Notwehr gehandelt hatte. Trotzdem aber weiß niemand, wie es sich in Wirklichkeit zugetragen hat. Nur das amtliche Hochschulorgan von Württemberg weiß es. Erstens einmal war der Grund der Krawalle lediglich die „berechtigte Empörung" über die „Bevorzugung der jüdischen Hochschüler bei der Vergebung von Freistellen usw." (die Hochschule Wien ist und bleibt nun mal ein Iudenparadies!) — und sodann sind die Studenten gar nicht empört gewesen, sondern die Juden waren empört, daß man sie bevorzugt, denn die Juden haben überhaupt angefangen. Es handelte sich, so belehrt uns das amtliche Hochschulorgan, um einen „vorbereiteten Äeberfall zahlreicher Handelsjuden auf ahnungslos vorübergehende Studenten". Ja, es kommt noch entsetzlicher — „jüdische Straßenbanden haben trotz des tatkräftigen Widerstandes der deutschen Studenten einen der Hochschüler niedergeschlagen. Was will man also von den unschuldigen Hakenkreuzlern? Es ist doch alles umgekehrt gewesen, und in der nächsten Nummer des amtlichen Organs wird bereits zu lesen sein, daß jüdische Terrorbataillone die Wiener Universität gestürmt haben. Wenn

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