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KC-Blätter · 1932-04-01 · Heft 2 (April 1932) · p. Seite 34

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Journal
KC-Blätter
Volume
1932
Issue
Heft 2 (April 1932)
Date
1932-04-01
Page
Seite 34 (sequence 10)
Language
German
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34 K. C.-Blätter Nachr.-Heft achte Mann gefallen. Wir deutschen Studenten jüdischen Glaubens fühlen uns durch das für das Vaterland vergossene Blut unserer Bundesbrüder mit den übrigen Teilen des deutschen Volkes erst recht unlöslich verbunden, und wir sind entschlossen, unser Teil an der deutschen Volks-, Rechts- und Kulturgemeinschaft als höchstes Gut zu wahren. Wir hatten geglaubt, Euer Magnifizenz gegenüber zum Ausdruck bringen zu sollen, was uns gegenwärtig auf das tiefste bewegt. Wir vertrauen darauf, daß Euer Magnifizenz die Wiederkehr von Vorgängen zu verhindern wissen werden, die das Ansehen der deutschen Hochschulen, ja des deutschen Namens vor aller Welt herabsetzen müssen. In studentischer Ehrerbietung Verbindung im K. C. Sprevia." Ferner sei nachgetragen, daß unsere Behauptung, im Hochschulgebäude habe sich ein Wahllokal der DSt. befunden, auf unrichtiger Ttebermittlung beruhte. Die Wahlen, die den Anlaß der Unruhen bildeten, spielten sich außerhalb der Universität ab; es trifft also die Hochschulbehörde nicht der Vorwurf, öffentliche Räume für diese Privaweranstaltung hergegeben zu haben. Wir stehen nicht an, unsere seinerseit gemachten Mitteilungen insoweit zu berichtigen, als sie auf Tatsachenirrtum beruhten. Leider nehmen andere Organe der studentischen Presse es mit ihren Berichterstatterpflichten weniger genau. Soweit die der' DSt. nahestehenden Blätter überhaupt von den Vorfällen Notiz nahmen, geschah es unter Verwendung der törichten, bisher noch nicht korrigierten Fassung, jüdische Studenten hätten „die Nationalsozialisten angegriffen". Vermutlich ist das so geschehen, daß je 1 Jude 5 Nationalsozialisten umzingelte und die hilflose Majorität niederschlug. Zwar sollte man eher einen gegenteiligen Hergang vermuten, schon auf Grund des gesunden Menschenverstandes,- mit dem aber scheint man nicht allerorts gern zu arbeiten. Jedenfalls bleibt es bedauerlich, daß gerade akademische Blatter nicht den Mut zur Wahrheit aufbringen. Ehe sie zugeben, daß Nationalsozialisten über die in erheblicher Minderzahl befindlichen Juden herfielen, tischen sie lieber ein Märchen auf, dessen faustdicke Anwahrscheinlichkeit offen zutage liegt. Die Berliner Reichsjngendkonferenz des C.V. Am letzten Sonntag des Januar hatte der C. V. seine jugendlichen Freunde aus Reich und Hauptstadt zu einer persönlichen Fühlungnahme und Aussprache über alle Probleme der Jugendarbeit geladen. Aus Rah und Fern war mehr als ein halbes £nmdert junger jüdischer Menschen herbeigeeilt, um zu berichten über Geleistetes, um Stellung zu nehmen zu den gemeinsamen Problemen, um Richtlinien zu vereinbaren für die Arbeit der Zukunft. Verschieden wie die Landschaften, aus denen sie alle kamen, waren auch ihre Anschauungen und Meinungen, die, mit jugendlichem Feuer zum Ausdruck gebracht, der Tagung Glut und Leben gaben. Wie immer man das Ergebnis beurteilen mag, so ist jedenfalls zweierlei zu begrüßen, was die Tagung brachte und erkennen ließ. Einmal die Bereitschaft aller, in einem möglichst weit gespannten Rahmen für die Ideen des C. V. zu arbeiten und zum andern die persönliche Fühlungnahme, die ein solches Arbeiten in hohem Maße begünstigt. Den Kern der Tagung bildeten vier Referate. Während Werner Rosenstock allgemein über „Wandlungen im deutschen Parteiwesen und ihre Rückwirkung auf das Judentum" sprach, beschäftigten sich mit den Jugendfragen Ludwig Tietz in seinem Referat „Die soziologische und wirtschaftliche Lage der jüdischen Jugend" sowie Alfred Hirschberg und Ernst Plaut (Efsen) in denBetrachtung en über„ Grund - sätzliches und Erfahrungen in der Jugendarbeit des C.V.". Die Natur der Themen veranlaßte eine Trennung der Diskussion in einen ideologischen und politischen Teil. Man war sich darüber einig, daß die Jugendgruppen auszubauen und möglichst viele neue zu gründen seien, ohne aber die Arbeit anderer Jugendverbände zu stören oder gar die Einheitsgruppen der Kleingemeinden zu gefährden. Eine gegenseitige Fühlungnahme der bestehenden Gruppen wurde in die Wege geleitet.

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