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KC-Blätter · 1932-04-01 · Heft 2 (April 1932) · p. Seite 33

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Journal
KC-Blätter
Volume
1932
Issue
Heft 2 (April 1932)
Date
1932-04-01
Page
Seite 33 (sequence 9)
Language
German
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Nachr.-Heft K. C.» Blatter 33 von kirchlicher Seite nichts einzuwenden; seine Grundlage „sei haltbar und erinnere an mittelalterliche Traditionen". Dem Hinweis auf die Mittelalterlichkeit dürfte beizustimmen sein. Die Stellungnahme weiter katholischer Kreise, insbesondere des preußischen Zentrums, deckt sich keineswegs mit diesen Aeußerungen, sondern verwirft eine Scheidung nach „volksbürgerlichen" Grundsätzen. Der Erzbischof von Köln für inneren Frieden. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Köln des Lentral-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Dr. Heinrich Frank, gleichzeitig Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Köln, der Gemeinderabbiner Dr. Rosen- Lhal in Köln sowie der Syndikus des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in Berlin, Dr. Alfred Wiener, wurden von dem Generalvikar des Erzbistums Köln, Dr. David, empfangen. Sie unterbreiteten eine Reihe von Materialien über die Zügellosigkeit des politischen Kampfes gegen die Juden. Kardinal Schulte hat daraufhin Herrn Gemeinderabbiner Dr. Rosenthal in Köln das nachstehende Schreiben zugehen lassen: Köln, den 10. März 1932. Euer tzochwürden! Von den überaus rohen und jeder Gesittung hohnsprechenden Beschimpfungen Ihrer Glaubensgemeinschaft, namentlich von den Grabschändungen auf jüdischen Friedhöfen, worüber Sie meinen Herrn Generalvikar — da ich verhindert war — Persönlich und nachher mich durch Aeberreichung von gedrucktem Material unterrichteten, habe ich mit tiefstem Bedauern Kenntnis genommen. Ich kann Ihre innere Empörung und Entrüstung nur teilen und sehe in diesen Vorkommnissen eine neue ernste Mahnung an alle Gutgesinnten, der zunehmenden Verwilderung der Sitten in unserem Volke ohne Säumen und mit aller Energie entgegenzuwirken. In größter Hochachtung bin ich Ihr stets ergebenster gez. Kardinal Schulte, Erzbischof von Köln. Nachklänge zu den Berliner Hochschulkrawallen. Zu den Ianuarkrawallen an der Berliner Universität, über die wir seinerzeit ausführlich berichteten, sei noch nachgetragen, daß die „Sprevia" folgenden Brief an den Rektor gerichtet hat: „Euer Magnifizenz! Am gestrigen Tage sind Angehörige der Unterzeichneten Verbindung im K. C. Sprevia in der Universität von einer organisierten Ueberzahl nationalsozialistischer Studenten überfallen, blutig geschlagen und aufs schwerste beschimpft worden. Es fielen Zurufe wie „Juda verrecke", und es wurde ein Lied mit dem Kehrreim: „Wenn's Iudenblut vom Messer spritzt, dann geht's noch mal so gut" gesungen. Wir wissen uns mit Euer Magnifizenz und allen Universitätslehrern, ja mit der gesamten gesitteten Welt in der Beurteilung dieser beschämenden Vorgänge darin einig. Das kann uns nicht hindern, Euer Magnifizenz wie der Oeffentlichkeit gegenüber feierlichen Protest gegen die Vorgänge selbst und gegen die in ihnen zum Ausdruck gekommene Gesinnung zu erheben. Wir protestieren als akademische Bürger gegen die Verletzung des Universitätsburgfriedens, gegen die Verunglimpfung unserer Farben, die seit Jahrzehnten von deutschgesinnten Studenten jüdischen Glaubens in Ehren getragen wurden. Wir protestieren als Juden gegen die Beschimpfung unserer Religion und unserer Abstammung, auf die wir stolz sind. Wir protestieren als Deutsche gegen die Bedrohung unserer staatsbürgerlichen Sicherheit. Von den alten und jungen Spreven ist im Weltkrieg jeder

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