KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1932
- Issue
- Heft 2 (April 1932)
- Date
- 1932-04-01
- Page
- Seite 32 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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32 K. C.-Blätter Nachr.-Heft nen, teils recht kräftigen Meinungsverschiedenheiten zwischen Korporations- und Hitlerstudenten, wurden auch denjenigen Gruppen die Augen geöffnet, die, ohne der DSt. noch anzugehören, doch stark mit derselben sympathisierten. Die Folge davon waren entweder Austritte aus der DSt., wie in Freiburg, oder, wo dies nicht möglich war, wie in Würzburg, die Besetzung des Astavorstandes, bei Stimmenthaltung des Waffenringes mit 4 Angehörigen der katholischen Gruppen, die, da der Vertreter der republikanischen Studenten für diese stimmte, eine knappe Mehrheit hatten. Das nächste Semester wird uns eine Fülle neuer Arbeit bringen. Daher muß die Aufklärungsarbeit unter den Studenten, zum Teil unter Verwendung neuer Methoden, erheblich verstärkt werden, so daß wir am Ende des Semesters sagen können, daß wir der Republik auf den Hochschulen neue Freunde gewonnen haben. —s. Kindereien. Die Münchener Hakenkreuzstudenten geben ein knallig aufgemachtes „Kampfblatt" heraus, genannt „Deutsche Revolution". Mit welch tiefem Ernst sie für ihre Sache streiten, geht aus folgendem, im Februarheft erschienenen Inserat hervor: Kameraden! Kaust unsere Karikaturen-Postkarten, das Stück zu 5 Pfg. Bisher erschienen: Gumbel, Dehn. Nawiasky, Lessing. Mühlenpfordt. Zu beziehen beim Äochschulgruppenführer oder direkt beim Verlag „Deutsche Revolution", München, Schellingftr. 23 Rg. Das ist das Niveau ihres Kampfes: Stinkbomben, Prügeleien, Veräppelung! Mit solchem Tertianerklamauk soll Deutschland empirgebracht werden! „Karikaturen — das Stück 5 Pfg. —" ihre ganze Bewegung ist damit gekennzeichnet! Wieder ein Hochschulskandal. In Königsberg sind die Vorlesungen des Professors Feiler gestört worden. Abermals soll ein Hochschulskandal entfesselt werden. Es gibt gewisse Schichten von Studierenden, die sich immer noch den Luxus erlauben können, Radau zu machen, anstatt zu arbeiten. Was man Herrn Professor Feiler vorwirft, ist noch nicht geklärt. Wie verlautet, nur das, daß er kein „Arier" ist. Das hieße wenigstens gleich aufs Ganze gehen. Wozu erst Vorwände suchen — wie bei Lessing, Gumbel, Nawiaski — wo doch die Tatsache, daß einer Jude ist, schon selbst den besten Krawallgrund liefert! Die preußischen Hochschulgebühren. In der Angelegenheit der preußischen Hoch schulgebühren ist der ursprünglich seitens der DSt. geplante Zahlungsstreik nicht proklamiert worden. Die Stellungnahme des neuen Landtages soll abgewartet werden. Da die Gebührenfrage kein parteipolitisches Problem ist, so erhofft die ganze Studentenschaft allgemein eine Herabsetzung der sehr hohen Gebühren, unbeschadet der Tatsache, daß der neue Landtag sein Gesicht dem früheren gegenüber verändert hat. Sicherlich bilden die Universitäten einen starken Belastungsposten im preußischen Staatshaushalt. Sicherlich muß auch der ungeheuren Ueberfüllung gewehrt werden. Durch Anziehen der Gebührenschraube die Hörerzahl zu vermindern, ist aber ein unerfreulicher Ausweg. Eine Auslese nach dem Maßstab der Befähigung und ethischen Reife wäre anzustreben, nicht aber eine Prüfung auf die Finanzstärke des Vaters. Ebenso sollte man, anstelle einer allgemeinen Gebuhrenverteuerung, weniger großzügig mit Stipendien umgehen, sobald es sich um geistig und sittlich Minderbegabte handelt. Man sehe sich unter diesem Gesichtspunkt zuweilen die unentwegten Radaustudenten etwas schärfer an; vielleicht könnte man hier manche Ersparnis machen! Der Salzburger Fürstbischof befürwortet das österreichische Studentenrecht. Der Salzburger Fürstbischof hat (nach einer Meldung der Wiener „Reichspost) sich einer studentischen Abordnung gegenüber geäußert, gegen das österreichische Studentenrecht sei Denkst Du daran?!■ ■»