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KC-Blätter · 1932-04-01 · Heft 2 (April 1932) · p. Seite 31

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Journal
KC-Blätter
Volume
1932
Issue
Heft 2 (April 1932)
Date
1932-04-01
Page
Seite 31 (sequence 7)
Language
German
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Nachr.-Heft K. C.-Blatter 31 daß der Waffenring von allen innerhalb der DSt. abgegebenen Stimmen nur noch etwa 18,5 °/o auf sich vereinigt, wahrend dagegen der NSDStB. es auf etwa 57,0 0/0 bringt. Was also auch der Anlaß zu dem Schritt der Korporationsvertreter gewesen sein mag, sein innerer Grund erscheint ziemlich klar: die Korporationen wollen und können eine Alleinherrschaft des NSDStB. in der DSt. nicht dulden. Was aus der einst alle deutschen Studenten umfassenden „Deutschen Studentenschaft" geworden ist, sei noch kurz angemerkt: an ihren Abstimmungen haben sich im Wintersemester 1931/32 nur noch 48,5 o/o der Studenten beteiligt. Die Freiburger Studentenschaft verläßt die D. St. Die D. St., die durch die nationalsozialistischen Machtgelüste in schwere Bedrängnis geriet, hat einen neuen Rückschlag erfahren. Die Freiburger Studentenschaft hat sich von ihr losgesagt. Der Auflösungsprozeß greift immer weiter um sich; es bewahrheitet sich der Satz: Wer vom Nationalsozialismus ißt» stirbt daran (vgl. auch den vorstehenden Aufsatz). Rückschau und Ausblick. Das letzte Semester brachte uns in hochschulpolitischer Hinsicht eine noch stärkere Aktivität der rechtsradikalen Gruppen, als man es schon aus den früheren Semestern gewohnt war. Außer den durch unreife Studenten hervorgerufenen Berliner Krawallen, die mit der Verweisung mehrerer Nationalsozialisten von der Universität und der exemplarischen gerichtlichen Bestrafung von sieben Raufbolden endeten, kam es in Deutschland nirgends zu wesentlichen Ausschreitungen. Dafür fanden aber an sehr vielen Orten Wahlen statt. Teils wurden, wie in Süddeutschland, die Vertretungen zu den Studentenschaften gewählt, teils handelte es sich um die Privatwahlen der D. St. Aus diesen Wahlergebnissen lassen sich, nun sehr interessante Schlüsse ziehen, die, da die Wahlen an Orten stattfanden, an denen insgesamt etwa 65 o/o der deutschen Studenten studieren, eine gute Grundlage für eine Analyse bilden können. Als wichtigste Tatsache stellt sich heraus, daß die DSt. nicht mehr den Anspruch erheben kann, die Mehrzahl der deutschen Studenten zu vertreten, nur 48,5 o/o haben für die Lißen der DSt.-Gruppen gestimmt. Selbstverständlich kann man diesen Rückgang der Mitglieder als einen Erfolg der Politik der republikanischen Studenten, insbesondere wohl des DStV. buchen. Man darf aber nicht vergessen, daß diesem Rückgang auf der anderen Seite eine stark fortschreitende Radikalisierung gegenubersteht. Etwa 27,7o/o aller Studenten habere ihre Stimme dem NSDStB. gegeben, der damit über den maßgebenden Einfluß innerhalb der DSt. verfügt; vertritt er doch 570/0 der DSt.-Mitglieder, den nur 18,5 0/0 Mitglieder oder Anhänger des Waffenringes gegenüberstehen. Die sich hieraus ergebenden Folgerungen sind an anderer Stelle dieses Heftes gezogen. Daß die Radikalisierung der Studenten durch eine entsprechende Einstellung der Dozenten, gewollt oder ungewollt, gefördert oder hintangehalten wird, läßt sich an einigen Beispielen leicht zeigen. Universität Erlangen: Das Professorenkollegium stammt zum größten Teil aus der Vorkriegszeit und ist stark rechts eingestellt; 54,20/v der Studenten wählen nationalsozialistisch, 75,8 0/0 reaktionär! Universität Köln: da die Universität erst im Jahre 1918 gegründet wurde, ist das Professorenkollegium relativ jung und steht der Republik positiv gegenüber; hier gibt es nur 11,2 0/0 Nationalsozialisten und 22,9 0/0 Anhänger der DSt.! Es zeigt sich also deutlich, daß hier durch geeignete Einflußnahme der Staatsministerien sehr viel, wenn auch nicht alles, gebessert werden kann. Interessant ist weiterhin die Tatsache, daß an denjenigen Hochschulen, wo der Vormarsch des NSDStB. bereits vor längerer Zeit einsetzte, bereits wieder ein, wenn auch nur geringes, Rückfluten zu beobachten ist. So haben die Nationalsozialisten in Erlangen, Gießen, Darmstadt und Braunschweig Stimmverluste gehabt, die stellenweise sogar zu Mandatsverlusten führten. Der Zerfall der DSt. hat auch im letzten Semester wieder große Fortschritte gemacht. Durch die verschiede-

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