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KC-Blätter · 1932-04-01 · Heft 2 (April 1932) · p. Seite 28

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Journal
KC-Blätter
Volume
1932
Issue
Heft 2 (April 1932)
Date
1932-04-01
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
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28 K. C.-Blätter Nachr.-Heft Bleibe so, wie Du bist noch recht, recht viele Jahre allen denen, die Dich lieben und verehren, in voller Gesundheit erhalten. Empfange die innigsten Glückwünsche aller Bundesbrüder, die Versicherung unserer treuen Anhänglichkeit und den herzlichsten Dank für alles, was Du in fast 37 Jahren unserer Verbindung und uns allen gegeben hast, Du getreuer Eckart der Licaria. Baron und KaumheimerH. Felix Goldman» zum 50. Geburtstag. In dieser schicksalvollen, rasend bewegten Zeit hat man nur selten Muße, sich um Geschehnisse im Einzelleben zu kümmern. Das ist bedauerlich. Denn die Arbeiten der einzelnen gestalten erst das Schicksal der Gesamtheit, und ihre positiven Erfolge geben den andern Lehre und Antrieb. Zu denen, an deren Arbeit und Erfolg man nicht Vorbeigehen darf, gehört in erster Linie Felix Goldmann. And wir dürfen uns freuen, daß sein 50. Geburtstag uns Gelegenheit gibt, einen Augenblick stille zu stehen, seine Arbeit zu betrachten und ihm zu danken für all das, was er geleistet hat. In einer Zeit wie der unsrigen, die von jedem einzelnen höchste Kraftanspannung im Interesse seiner eigenen Existenzerhaltung verlangt, ist die Zahl derer, die für die Allgemeinheit freiwillig arbeiten, gering. Sie alle verdienen besondere Anerkennung. Kaum einer aber ist so unermüdlich und so rastlos für uns alle tätig wie Goldmann. Schon in den Anfängen seiner Berufslaufbahn galt allgemein jüdischen Fragen sein ganz besonderes Interesse. Bald war Goldmann-Lissa, Goldmann-Oppeln, Goldmann-Leipzig — die drei Etappen seiner Berufslaufbahn: drei Begriffe im jüdischen Leben — einer der beliebtesten jüdischen Redner und Schriftsteller. Er war und ist ein Kämpfer. Infolgedessen trieb es ihn sehr schnell in die vordersten Reihen derjenigen, die den Kampf für die Rechte der deutschen Juden führten. Im Zentralverein ist er einer unserer Besten. Der K. C. ernannte ihn zu seinem Ehrenmitglied, und bald war er eifriger als mancher, der vom ersten Semester an unserm Verband angehörte. Bei uns hat er in schwerster Zeit die K. C- Blätter geleitet. Wir beide denken noch oft an den Tag in einem Kriegsjahre, an dem ich ihm bei meiner Einberufung mitten in der Nacht telegraphisch die K. E.-Redaktion übertragen mußte. Ein Beweis für seine außerordentliche Arbeitsbereitschaft, daß er damals ohne jedes Zaudern in die Bresche sprang. Wenn man ihn nötig hat, ist er zur Stelle, sei es, daß ein Artikel nötig ist, ein Vortrag fehlt, ein Gutachten erstattet werden muß. Tatkräftig ist er auch da, wo es gilt in Versammlungen, Aussprachen, Unterhaltungen, jüdische Rechte und Interessen zu verfechten und zu verteidigen. Ein Kämpfer wie er kann nicht alt werden, so möchten wir meinen. Wir sind sicher, daß der 50. Geburtstag für ihn nur ern Erinnerungstag ist, daß in den weiteren, hoffentlich noch recht zahlreichen Jahrzehnten seines Lebens er derselbe bleibt, der er war und der er heute ist. Das wünschen wir für ihn und für uns. Wir alle danken ihm, und wir möchten nur wünschen, daß sich gerade die Jüngeren im K. E. an ihm, seiner Arbeitskraft, seiner Liebe zur Sache, ein leuchtendes Beispiel nehmen. Dr. Kurt Alexander, Krefeld, (Bad.-Bav., Rhen.-Sil.). Umschau. Soweit in diesen Blättern zur Tagespolitik Stellung genommen werden kann, geschieht es im wesentlichen unter dem Gesichtspunkt: Welchen Einfluß besitzt der Nationalsozialismus in Deutschland? Seine Verkünder haben das Jahr 1932 ein „Jahr der Entscheidungen" genannt, sie haben mit gewohnter Bombastik verheißen, es würde um Sieg oder Untergang gewürfelt werden. Der Untergang, an den sie nicht glaubten, ist ebenso wenig eingetreten, wie jener alles überrennende Sieg, der ihnen unbezweifelbar schien. Hitler ist nicht Reichspräsident geworden, und wenn er sich in seinen Blättern als machtvollen Sieger feiern ließ, dann ist er mit dem Platz des zweiten Siegers zufrieden gewesen. Ebensowenig aber zeigt sich der Beginn einer lang-

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