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Jüdische Presse · 1938-02-18 · 7 (18.2.1938) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
24 (1938)
Issue
7 (18.2.1938)
Date
1938-02-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Nr. 7 Zstketkaämakei Jahresversammlung bei der Nitraer Jugendgruppe Die Jugendgruppe der Agudas Jisroel hielt am vergangenen Sonntag ihre XVII. ordentliche Generalversammlung ab, bei welcher Herr A. Zilz den Tätigkeitsbericht erstattete, wobei er darauf hinwies, daß die Zahl der Mitglieder im vergangenen Jahre, B-Gruppe inbegriffen, auf zirka 200 gestiegen ist, was nicht zuletzt dem Umstand zuzuschreiben ist, daß auch an der Spitze der orthodoxen Gemeinde solche Männer stehen, die für die Ideale der Agudas Jisroel im allgemeinen und die Erziehung der Jugend im besonderen stets volles Verständnis entgegenbringen. Dem Berichte ist weiters zu entnehmen gewesen, daß die finanzielle Lage der Gruppe nach Tilgung aller Bauschulden, die durch den Neubau ihres Heimes entstanden waren, eine günstige ist und somit an den weiteren Ausbau der Gruppe geschritten werden kann. In das neue Budget wurden u. a. größere Beträge für den Ausbau der Gruppenbibliothek und zum Neubau der Jcschiwo-Mensa aufgenommen. Die darauf vorgenommene Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: Präses Israel Weiß, Vizepräses A. Zilz und Eugen Weiß, Schriftführer I. Lebovits, Kontrollore B. Klein, F. Steinberg, weiters wurden gewählt die Herren K. Present, H. Löwinger, M. Stark, A. Weiß, A. Klein, W. Braun, S. Antmann, A. Klein, A. Gips und A. Weiß. Aus Sahy Vergangenen Monat verschied hier Herr Josef Berceller im Alter von 83 Jahren. Der Verbiiehene gehörte nahezu fünfzig Jahre der Kehillovorstehung an. In eindrucksvoller Weise schilderte Herr Rabbiner Weiß die nicht alltägliehen Tugenden des Heimgegangenen. חנצב״ח Am Rosch Chodesch Ador fand gemäß Lokaltakonos die Neuwahl der Chewra-Kadischa- Leitung statt. Gewählt wurden E. Frankfurter, Obergabai, J. Schaffer, V. Ehrenreich als Gaboim, N. Engel und N. Decker zu Kontrolloren, und ein sechsgliedriger Ausschuß. Die alljährliche Chewra Seuda fand am 7. Adar in traditioneller Weise statt, welcher eine großangelegte Droscho Rabbiner Weiß’ voranging. Eine neue Aguda-Frauengruppe in Nowe Zsunky Auf Einladung einiger Damen aus dem wahren orthodox-jüdischen Kreise sprach in Nove Zämky am vergangenen Sonntag vor einem zahlreichen Damenpublikum, das der große Saal der orthodoxen Volksschule kaum fassen konnte, Frau Hanna Liebermann aus Bratislava über die Aufgaben der gesetzestreuen jüdischen Frau und setzte sich mit dem Programm der Agudas Jisroel auseinander. Sie sprach in ihrem mit großem Beifall aufgenommenen, äußerst inhaltsreichen Vortrage über die Pflichten der jüdischen Frau und Mutter für die jüdische Gesamtheit und erörterte konkret die Aufgaben, die ihrer Lösung durch sie entgegensehen. Zu der jüngeren Generation sprach über dasselbe Thema hierauf in sehr eindrucksvoller Weise Fräulein M. Salzer-Bratislava. Die Vorträge haben eine solch spontane Begeisterung hervorgerufen, daß hierauf einmütig die Gründung einer Frauen- und Mädchengruppe der Agudas Jisroel ausgesprochen wurde, worauf die Gäste gleich in engerem Kreise Anleitungen über die Organisierung der Gruppe gaben. Munkaeer Rosch-Bes-Wn erkrankt Wie wir von zuständiger Stelle vereständigt werden, ist der bekannte Godaul be Jisroel, der Munkacer Rosch-Bes-Din, Rabbi Dowid Schlüssei schwer erkrankt und wird der Klall-Jisroel ersucht, für דיר בן זיסל mispalel zu sein. Grippe atmet man ein! Jawohl: durch die Mundhöhle, den Rachen, die Atmungswege dringt die Grippe in den Körper, und hat sie sich einmal niedergelassen, ist sie schwer loszuwerden! Also heißt's regelmäßig paar Tropfen des Alpa-Franzbianntweines dem Gurgelwasser zusetzen: das desinfiziert restlos, ist somit eine sichere Abwehr gegen jedwede Grippe-Ansteckung. Fragen Sie Ihren Arzt! Ochten Sie jedoch beim Einkäufe darauf, daß Sie wirklich Aipa bekommen! Der Staatspräsident spendet für das Altersheim in Uzhorod Wir haben erst vor kurzem über die Errichtung und Einweihung des neuen jüdischen Altersheimes in Uzhorod berichtet. Dieser Tage ging der Vorstellung der Chewra Kadiseha ein Schreiben der Kanzlei des Präsidenten Dr. B en e S zu, in welchem diese verständigt wird, daß der Präsident dem neuerrichteten Altersheim eine Spende in der Höhe von tsch. K 3000.— widmet, was allgemeine Befriedigung hervorgerufen hat. Zum Bau des Altersheimes haben der Staat mit nahezu tsch. K 10.000.— und das Land mit tsch. K 3000.-— beigetragen. Arbeitssitzung des Präsidiums der Sozialen Hilfs- Organisation für P. K. R. in Mukaeevo Das Präsidium der vor kurzem konstituierten sozialen Hilfsorganisation für das P. K. R.l Judentum hielt am vergangenen Sonntag ihre Sitzung ab. Bei dieser wurde vor allem berichtet, daß die Statuten der Organisation dank des Verständnisses, das dieser seitens des Gouverneurs entgegengebracht wird, vom Landesamt bereits genehmigt wurden. Weiters wurde über den Erfolg der nach Prag entsandten Delegation, der der Vorsitzende der Organisation angehörte, berichtet. Von seiten des Vorsitzenden des Joint für die C. S. R. wurde der Delegation versichert, daß in Zukunft bei den zu errichtenden oder neuzubildenden Joint-Komitees in P. K. R. darauf geachtet werden wird, daß diesem mindestens zu 50 Prozent Männer aus dem orth. jüdisehen Klall angehören, damit die zugeteilten Gelder nicht einseitig verteüt werden. So wurden auch Verhandlungen mit den Tschecho-Juden angeknüpft, die die Wichtigkeit der Hilfeleistung für die Juden in P. K. R. erkennen, und haben deshalb die weitestgehende Unterstützung der Organisation in Aussicht gestellt. Nach Ein- Setzung eines separaten Frauenkomitees der Hilfsorganisation fand die Debatte statt, bei welcher wertvolle Anträge für die weitere Arbeit gefallen sind. DRINGEND werden die geehrten Abonnenten der ״Jüdischen Presse“ ersucht, Ihre Rückstände zu begleichen sowie das Abonnement pro 1938 erneuern zu wollen, damit in der Zusendung des Blattes keine Unterbrechung elntritt. Zum Jahrzeittage fiabbi David Schreibers זצ״ל. Am 7. Nissan wird es ein Jahr sein, daß Rabbi Abraham Chajim David Schreiber דצ״ל der würdige Sprößling großer Ahnen, der hervorragende נדול בחירה der glänzende Redner, der Nassi und treue Sachwalter heiliger jüdischer Interessen, der Bewahrer großer Traditionen, der weitblickende Führer breiter jüdischer Volksschichten, der erfolgreiche Kaufmann und Grubenbesitzer, im besten Mannesalter, inmitten einer reichen und weitverzweigten Tätigkeit für das orthodoxe Judentum das Zeitliche gesegnet hat. Noch klafft die Wunde, die sein allzu früher Heimgang im jüdischen Leben seiner polnischen Heimat gerissen hat; noch ist die Lücke nicht ausgefülit, die er in seiner ragenden Familie und in der Arbeit für die zahlreichen Institutionen der Wohlfahrt und des Heiligen Landes, denen sein hingebungsvolles Wirken seit Jahrzehnten gewidmet war, hinterlassen hat. Die Trauer um den Verlust, den das Judentum erlitten hat, ist heute noch genau so bedrückend, wie sie es an dem Tage war, da die jüdische Welt von dem Tode Rabbi David Schreibers זצ״י erfuhr. Das bringt eine kleine Schrift*) in würdiger Weise zum Ausdruck, die jetzt die jüdische Gemeinde B o r y s 1 a w, deren berühmtes Mitglied der Betrauerte war, in ausgezeichneter Ausstattung der Oeffentlichkeit übergibt. Den Inhalt des mit einem Bilde des Dahingeschiedenen versehenen Büchleins bilden: 1. eine protokollarische Kundgebung der Gemeindeleitung von Boryslaw, 2. die am Ende der dreißig Trauertage vom Oberrabbiner Jakob Awigdor (Drohobycz-Boryslaw) gehaltene Gedächtnisrede und zum Schluß den letzten, vom 1. Siwan 5695 datierten Brief talmudiseh-halaehisehen Inhalts des Verstorbenen an Rabbiner Awigdor. Die Kundgebung der Gemeinde (Seite I-II) beweist, mit welcher Liebe und Verehrung die jüdische Einwohnerschaft seines Heimatsortes an dem Heimgegangenen hing und ist zugleich ein schönes Dokument menschlicher Dankbarkeit. Die Rede des Oberrabbiners Awigdor (Seite 1 bis 52) zerfällt in zwei Teüe. Der erste Teil (1 bis 18) bietet, ge¬ *) איה fl D1 D הספד וקנה שנשאחי על פות האדם ועדוי והיקר באנשים ודם הרב ועאון הצדיק נשיא ישראל ותפארתו מצוין בחורה ביראה בהבסה ובעושר בקש־ת מק ד• אברהם היים דזד פיפר זצ׳ל. wissermaßen als Einleitung zur eigentlichen Gedächtnisrede, eine Fülle von Erklärungen und Deutungen zu schwierigen Bibelstellen Bowle zu agadisehen und halachischen Erörterungen in den Talmüden und Midraschim. Der zweite Teil (Seite 19 bis 62) schildert mit großer Wärme und rührender Anhänglichkeit die Lebensgeschichte und die Tätigkeit Rabbi David Schreibers auf allen Gebieten des religiösen Lebens in Lehrhaus, Zelt und Vereinen. Besonders hervorgehoben ist das hohe Ansehen, dessen er sich seit vielen Jahren auch an entscheidenden nichtjüdischen Stellen erfreute. Dadurch erlangte er die Möglichkeit, in unzähligen. Fällen die Lebensinteressen des Judentums wirksam zu vertreten. Seine hohe Intelligenz, seine Klugheit, seine Sprachgewandtheit und die imponierende Art seines Auftretens für jede gerechte Sache gewannen ihm alle Herzen und dem Judentum viele gute Freunde. Der veröffentlichte Brief (53 bis 56) setzt die Diskussion über eine halachische Frage fort. Sehr interessant sind die Schlußsätze dieses Briefes. R. David Schreiber s. A, benützt die Gelegenheit, um auf den in den letzten Jahren auch in die breiten Volksschichten eingedrungenen Notstand auf dem Gebiete der Familien- und Sittenreinheit hinzuweisen und beschwört in bewegten und eindringlichen Worten seinen Ortsrabbiner, dem Uebel zu steuern. Dieser Schlußakkord klingt wie ein Aufschrei einer sorgengequälten Seele, der Ruf, das Vermächtnis eines Sterbenden, der seinem Volke Leben, reines, heiliges Leben wünscht, Leben bis in die Ewigkeit! Würden diese seine Worte Gehör finden, so würde der erste Jahrzeittag Rabbi David Schreibers begangen werden, wie er schöner wohl kaum gedacht werden könnte. Am 23. Februar findet in Budapest die Grabsteinstellung statt. * Die Situation in Rumänien ist noch immer höchst undurchsichtig. Die neue Regierung erläßt Manifeste und Verordnungen, verkündet Programme und verlautbart Deklarationen — aber sie findet nicht immer Anklang, und ihre Basis ist keineswegs fest genug. Begreiflich daher, daß man immer wieder davon spricht, sie werde in absehbarer Zeit einem liberalen Kabinett Tatarescu Platz machen. Angesichts dieser Sachlage ist auch das Judenprogramm der Regierung von keiner wesentlichen Bedeutung. Sie laviert vorläufig ein wenig, da sie einerseits die öffentliche Meinung im In- und Auslande beruhigen möchte, andererseits aber den rumänischen Nazisten und ihren Hintermännern keinen Agitationsstoff liefern wollte. Aber die endgültige Ent- Scheidung über die antijüdischen Verordnungen dürfte nicht sie, sondern ihre Nachfolgerin treffen. Deswegen ist es auch ungewiß, wann die Dreierkommission des Völkerbundes ihre Arbeit aufnehmen, und was das Schicksal der seitens der großen jüdischen Organisationen dem Völkerbundrat unterbreiteten Petitionen und Proteste sein wird. Man muß die weitere Entwicklung der Dinge abwarten. Ministerpräsident Patriarch Miron Cristea empfing den Präsidenten der jüdischen Rehs- Partei, Dr. Theodor Fischer, der ihm die Be- Schlüsse des rumänischen Judentums bezüglich der Milderung der Bestimmungen des Gesetzes über die Revision der Staatsbürgerrechte überbrachte. Die Königliche Tafel in Kisehinew hat durch einen gestern gefällten Beschluß den Ausschluß der jüdischen Rechtsanwälte aus der Rechtsanwaltskammer in Tighina (Bessarabien) für ungültig erklärt und die Wiederaufnahme aller ausgeschlossenen jüdischen Anwälte angeordnet. Die allgemeine Lage der luden Der Anteil der Juden in den Mittelschulen und besonders an den Hochschulen ist unverhältnismäßig groß. Namentlich ist der Besuch der pharmazeutischen Fakultät beliebt; Gehilfen und Gehilfinnen in Apotheken und in pharmazeutischen Fabriken, Propagandisten für Arzneien werden nämlich viel gesucht. Als selbständige Apotheker kommen die Juden weniger in Betracht, um so größer ist die Zahl der Pächter. Nach und nach machen sich auf der medizinischen Fakultät die einschränkenden Maßnahmen gegenüber jüdischen Hörem bemerkbar. Auch auf der juristischen Fakultät nimmt die Zahl der Juden ab, da die antisemitische Welle in der Advokatenkammer die Existenz der jüdischen Advokaten gefährdet Um so mehr 025301000002025323485348534800002348485348000202020002000002

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