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Jüdische Presse · 1938-01-28 · 4 (28.1.1938) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
24 (1938)
Issue
4 (28.1.1938)
Date
1938-01-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr, 4 JÜDISCHE PRESSE Seite 3 Machthabern den unerschütterlichen Willen des עם קשה עורף,, des hartnäckigen Volkes aufgezeigt hätte, unter allen Umständen und ßllen Angriffen und Verfolgungen zum Trotz, auf dem Gebiete des auch ihm Vaterland gewordenen Landes ausharrend, das Heranbrechen einer besseren Zukunft abzuwarten. Hätten nicht die Unsummen — so muß weiter gefragt werden —, welche für Abtransportierung der deutschen Juden und zur Gründung neuer Existenzen für dieselben verwendet wurden, viel richtiger den ihrer Existenz beraubten deutschen Juden die Möglichkeit verschaffen sollen, den Judenfeinden in Deutschland klar zu beweisen, daß sie ihre judenfresserischen Verfolgungen ganz zwecklos treffen, da sie ihr Endziel, Deutschland judenrein zu gestalten, dank der Zähigkeit des Weltjudentums und seiner Opferbereitschaft nie erreichen können? Ich glaube kaum, daß die Antwort auf diese Fragen anders als bejahend ausfallen könnte. Die Folge dieser Erkenntnis müsse für die nahe Zukunft eine entschiedene Revision des bisherigen Verhaltens der Gesamtjudenneit sein, die alle ihre Kräfte anspannen sollte, um den Juden, welche durch Schikanen und Verfolgungen aus irgendeinem Lande hinausgeekelt werden sollten, das Verbleiben unter allen Umständen dort zu ermöglichen. Als richtige und würdevolle Antwort auf das פן י ר 3 ה unserer Feinde — das vom רוח הקודש vom Geiste der heiligen Liebe zu unserem Volke diktierte!3[ ירבו P4MsUm Keine Todesurteile gegen Juden Teile sollen nationale Minoritätenrechte erhalten, die von England, in der Uebergangszeit im Namen des Völkerbundes, später im Rahmen eines englischpalästinensischen Vertrages, garantiert werden sollen. Soweit ohne Zwang durchführbar und soweit notwendig, soll eine allmähliche freiwillige Umsiedlung der im jüdischen Sektor sich befindlichen *Araber in den arabischen Teilen Palästinas und insbesondere nach Transjordanien erfolgen, zu dessen Entwicklung die Juden finanzielle Beihilfe Fisten müßten. Der Negew soll, soweit kolonisatorisch möglich, für jüdische und arabische Siedlung, analog dem Vorgehen bei der Hule-Konzession, eröffnet werden, jedoch politisch weder zum jüdischen noch zum arabischen Sektor gehören, sondern als Krönkolonie verwaltet werden. Beide Sektoren 1 Kantone) genießen weitgehende innere Autonomie!Selbstverwaltung), auch in Fragen von Einwanderung, Bodenkauf usw.; alle gemeinsamen Angelegenheiten (Außenpolitik, Verteidigung, Verkehrswesen, Bundesfinanzen, Handels- und Zollfragen usw.) werden von einer Zentralregierung mit dem Sitz in Jerusalem geführt, in der beide Völker ,,nationale Gleichberechtigung, unabhängig von der Zahl“ genießen. Das äußert sich in gleicher Beteiligung׳ an allen zentralen Verwaltungsorganen, in Exekutive und Legislative, zum Beispiel gleicher Stimmenanzahl im Legislative Council, Grippe atmet man ein! Jawohl: durch die Mundhöhle, den Rachen, die Atmungswege dringt die Grippe in den Körper und hat sie sich einmal niedergelassen, ist sie schwer loszuwerden! Also heißt’s Mund und Rachen schützen, heißt’s regelmäßig ein paar Tropfen des Die Meldung ausländischer Blätter über Todesurteile gegen zwei Juden haben sich als falsch erwiesen. Die beiden Angeklagten Abraham Aziz Jacob (17 Jahre) und Eliahu Brunn (19 Jahre) sind bloß zu je fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Hingegen wurden neuerdings drei Araber wegen Mordterror zum Tode verurteilt. Zwei derselben sind bereits hingerichtet worden. Neue Lösungspläne Die letzten Tage haben neue Lösungspläne für das Palästina-Problem gebracht. Der Board of Deputies (das jüdische Gemeindeparlament in England) fordert, Ln einer Resolution, Palästina in ein englisches Dominion umzuwandeln. Jabotinsky trat in einem Vortrag in Wien für die Schaffung eines, Palästina und das Gebiet beiderseits des Jordan umfassenden Staates ein, der im Umfang von 100.000 Quadratkilometer, 5 Millionen Juden und 2 Millionen Araber aufnehmen soll. Dieser Plan klingt naturgemäß sehr phantastisch. Wenn die Araber sich schon gegen den kleinen Judenstaat so heftig wehren, dürften sie für einen solchen Plan kaum zu haben sein. Auch müßte eine 40prozentige arabisehe Minorität im Judenstaat angesichts der angrenzenden arabischen Staaten einen ständigen Unruheherd mit großen Gefahren bilden. Ein weiterer Plan wird in der ״Jüdischen Rundschau“ (Berlin) von anonymer Seite zur Diskussion gestellt. Dieser lautet folgendermaßen: Wiedervereinigung Palästinas mit Transjorcianien. Im Rahmen dieses vergrößerten, binationalen Palästinas Bildung eines arabischen und eines jüdschen Sektors. Der arabsche Sektor umfaßt den im Peei-Bericht vorgesehenen Teil Palästinas einschließlich Transjordaniens, mit Ausschluß von Akaba und des Negew, die unter einem Spezialregime, eventuell als Kronkolonie, verwaltet werden sollen. Der jüdische Sektor umfaßt den im Peel- Bericht für den jüdischen Staat vorgesehenen Teil Palästinas einschließlich des Korridors, jedoch mit Ausnahme von Jerusalem, Bethlehem, Nazareth und Haifa, für die besondere Regelungen getroffen werden sollen. Der arabische Sektor, unter Abdallah, soll unter vorwiegender Berücksichtigung der arabischen Gesichtspunkte, der jüdische unter besonderer Brücksichtigung der jüdischen Notwendigkeiten verwaltet werden. Im jüdischen Sektor sollen Einwanderung und Bodenkauf für die Juden frei sein, entsprechend der wirtschaftlichen F&ssungskraft dieses Landesteiles, und soll den Juden die Erreichung der Majorität ermöglicht werden. Im arabischen Sektor soll den Arabern die Erhaltung ihrer Majorität garantiert werden und jüdische Ein- Wanderung gar nicht oder nur in beschränktem Maße auf Grund von Vereinbarungen stattfinden. Das gleiche gilt natürlich — vice versa — für arabische Einwanderung in den jüdischen Sektor. Die Juden im arabischen und die Araber im jüdischen ALP A Franzbranntweins dem Gurgelwasser zusetzen: das desinfiziert restlos, ist somit eine sichere Abwehr gegen jedwede Grippe-Ansteckung. Fragen Sie Ihren Arzt! Achten Sie jedoch beim Einkäufe darauf, daß Sie wirklich Alpa bekommen! Die Gesamtzahl der Juden im Lande, das heißt im jüdischen und arabischer! Sektor, soll die Gesamtzahl der Araber im Lande, das heißt im arabisehen und jüdischen Sektor, nicht überschreiten. Zwischen Palästina und den arabischen Nachbarländern soll eine enge wirtschaftliche und politisehe Kooperation herbeigeführt, weide’־! Die Juden sollen, zurüekgehend auf die Vorschläge Feisal- Weizmann, aktive Hilfe zur Schaffung und Entwicklung einer arabischen Föderation leisten. Das binatinale Palästina soll auf der einen Seite in enge vertragliche Beziehungen zu dem werdenden arabisehen Staatenbund treten, auf der anderen Seite durch Verträge mit England sich immer mehr zu einem Bindeglied zwischen dem englischen Empire und den arabischen Ländern entwickeln. Es soll mit England Verträge abschließen, die den Notwendigkeiten der Verteidigung Palästinas und den engtischen strategischen Interessen entsprechen; es soll Handelsverträge auf der Basis der Gegenseitigkeit abschließen, Dominion-Status anstreben und als solches im Rahmen der Ottawa-Abmachungen ״Imperial Preference" erhalten, eine für die Wirtschaftliehe Entwicklung Palästinas sehr wichtige Perspeklive. Ein solches binalionales Palästina soll mogliehst schnell seine Unabhängigkeit erlangen, jedoch nicht, bevor in einem Uebergangsstadium von einigen Jahren (fünf bis 10 Jahre) die Kooperation zwischen Juden und Arabern sowohl innerhalb jedes Sektors, als zwischen jüdischem und arabischem Sektor innerhalb der Zentralregierung in befried!- gender Weise in Gang gekommen ist. Die Ent- Scheidung, wann dieses Stadium erreicht, ist, obliegt dem Völkerbundrat. Das heutige Mandat wird aufgehoben und für die Uebergangszeit durch eine neue Regelung ersetzt, die in ihren Grundzugen den oben geschilderten Notwendigkeiten Rechnung trägt und dem Prinzip der zwei Mandate mit entgegengesetztem Vorzeichen entspricht. Die Gültigkeit der Balfour-Deklaration wird für den arabischen Sektor aufgehoben und auf den jüdischen Sektor, das heißt auf das ״Jewish National Home in Palestine" begrenzt. Als Kompensation dafür wird sie in diesem Teil Palästinas nicht wie bisher nur halb, sondern zur Gänze verwirklicht. Es ist jedoch kaum anzunehmen, daß dieser allenfalls interessante Vorschlag seitens der Araber akzeptiert werden würde. Der Terror dauert an Inzwischen setzen die Araber ihren Terror fort und auch die allerletzten Tage brachten weitere Terrorakte mit Todesfällen und schweren Verletzungen. Die Terroristen scheinen von außenher gestützt zu werden. XuHtäniek Die Nachrichten aus Rumänien lassen noch immer keine bestimmten Feststellungen übe!• die dortigen Vorgänge zu: immerhin scheint die Lage sehr ernst zu sein. Die Situation ist um so gef äh!- licher, als die Autorität der neuen Regierung nicht groß genug ist und die lokalen Machthaber sich alles erlauben dürfen. Einzelne Präfekten e!•lassen auf eigene Faust Verordnungen zur Drangsalierung der Juden vielfach mit dem Ziele, sich Konzessionen abkaufen zu lassen. In der Regierung selbst scheinen verschiedene Strömungen gegeneinander zu arbeiten. Die gemäßigte Richtung ist für ein langsames Vorgehen, um die öffentliche Meinung in den Westiändein nicht zu reizen. Cuza aber unil seine Anhänge! fordern ein rasches Tempo, um rechtzeitig ״Erfolge" aufweisen zu können. Die bevorstehende Diskussion im Völkerbundrat ruft ein großes Unbehagen hervor und man möchte diese mit der Drohung׳, die Minderheiten- Verträge zu kündigen, hintanhalten. Außenminister Mieescu läßt große Worte fallen und meint. er werde in Genf sicher seinen Mann stellen . . . Zugleich wird allenthalben versichert, die neuen Maßnahmen lichten sich bloß gegen die Juden, nicht aber gegen die anderen nationalen Minderheiten. Man versichert auch hoch und heilig, Rumänien bleibe seiner bisherigen außenpolitischen Orientierung treu und denke nicht daran, sich der Achse Rom Berlin anzusehließen. Alle diese Versieherungen finden jedoch im Westen wenig Glauben und man steht dort der Entwicklung der Dinge mißtrauisch gegenüber. Inzwischen ist das Parlament aufgelöst worden und die Neuwahlen werden schon anfangs März stattfinden. Die Regierung rechnet mit einem Sieg und wird sicher alles tun, um mit den bewährten Mitteln diesen zu ,,erringen". Sie findet auch Mitläufer aus dem Lager ihrer bisherigen Gegner, die sich rechtzeitig den Anschluß an die neuen Herren sichern wollen. Trotzdem könnte das Ergebnis der Neuwahlen Ueberraschungen bringen, wenn die Oppositionsparteien festbleiben und sich raliiieren. 4= Die Revision der Staatsangehörigkeit Das Amtsblatt 21 veröffentlicht ein königliches Dekret, das die Revision der rumänischen Staatsangehörigkeit anordnet. Diese Revision wird bei drei Kategorien von Staatsangehörigen eifolgen: 1. Bei den Einwohnern von Beasarabien. Siebenbürgen und der Bukowina; 2. bei den Juden des alten Königreiches Rumänien, die die Staatsbürgerschaft auf Grund einer von ihnen abgegebenen Erklärung erhalten haben, und 3. bei den Juden des alten Königreiches Rumänien, welche die Staatsbürgersehait auf Grund eines Gerichtsbeschlusses erhielten. Für die ersten beiden Kategorien wurde folgendes Verfahren festgelegt: Innerhalb von 30 Tagen haben die Bürgermeister aller Gemeinden die Listen der in Frage kommenden Personen aufzustellen und eine Kopie dieser Listen dem Bezirksgericht zu überreichen. Eine dritie Kopie wird am Gemeindeamt angeschlagen. Innerhalb von 20 Tagen müssen alle in der Liste eingetragenen Personen die Dokumente über ihie Staatsbürger- Schaft vorlegen. Falls aus diesen Dokumenten das Recht auf die Staatsbürgerschaft klar he!vorgeht, werden die Bezirksgerichte das Verfahren einstellen. Wo dies nicht der Fall ist, werden diese Personen und ihre Rechtsnachfolge!■ aus den Bürgerschaftslisten gestrichen. E3 bleibt ihnen das Berufung» recht an das ordentliche Gericht offen. Bei den Juden der dritten Kategorie erfolgt nur dann eine Nachprüfung de! Staatsbürgerschaft, wenn ״der begründete Verdacht vorliegt, daß sie die Staatsbürgersehaft unrechtmäßig erworben“ haben. Die Verordnung erklärt, ferne!, daß alle IV!- sonen, die unter das königliche Dekret fallen, an den bevorstehenden Parlanientswahlen nicht teilnehmen dürfen. Diese Bestimmung resultiert aus Punkt 1 des königlichen Dekretes übe! die Revision der׳ Staatsbürgerschaften, welcher besagt, daß di!׳ Einwohner von Bessarabien. Siebenbürgen und de: Bukowina sich diese!׳ Ueherprüfung unte! ziehen müssen. Ein Oberster Jüdischer Rat in Rumänien Der 22. Kongreß der rumänischen Zionisten beschloß in seiner sonntägigen Sitzung, Delegat ioner! nach London und Jerusalem zu entsenden, um bei den zuständigen Behörden eine Erhöhung de; Hinwanderungsquote nach Palästina für rumänisehe Juden zu erwirken. Gleichzeitig tagen in Bukarest die jüdischen Spitzenorganisationen Rumäniens, die die Eirichtung eines Obersten Jüdischen Rates beschlossen haben, dem sämtliche jüdische Organisationen Rumäniens unterstellt sein werden. Dieser Oberste Rat besteht aus dem Oberrabbiner von Bukarest, Nimerower, dem Präsidenten der jüdischen Landpartei, Dr. Theodor Fischer, und dem Präsidenten des Verbandes der rumänischen Juden, Dr, Wern- Fildermann.

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