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Jüdische Presse · 1938-01-14 · 2 (14.1.1938) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
24 (1938)
Issue
2 (14.1.1938)
Date
1938-01-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seh< JÜDISCHE PRESSE Nr. 2 Das Palästina-Problem Die Diskussion in der jüdischen wie in der nichtjüdiachen (}Öffentlichkeit über das neue englische Palästina-Weißbuch findet ihre Fort,- Setzung, wo'tMH jede, Richtung in diesem das sehen will, was ihr gerade zusag!. Während die A11hänger dos Judenstaatsgedankens aus dem Weißbuch heran,siegen möchten, daß die Londoner Regierung ihren Standpunkt nicht geändert, hat und die neue Kommission nur die Aufgab■׳ zugewiesen erhält, hinsichtlich d׳־r Einzelheiten neue Feststellungen zu machen, finden die .,Nein“- Säger, daß der Peel-Plan nunmehr endgültig fällengelassen worden ist. Was in Wirklichkeit die weitere Absicht Englands ist״ wird man erst später erfahren. Soviel steht aher;;ehon heufe fest״ daß ein Aufschub von Monaten wird, bevor man diese KlnrhHt erhalten w, rd< und inzwischen leidet das Land politisch und wirtschaftlich unter der L'neowißheit. Die Terrorakte haben noch nicht ganz aufgehört. Auch die letzten Tage brachten lieberfälle init Todesopfern. Enter Milderem, wurde auch der bekannte Archäologe J. L. Sharkey, der seinerzeit die Laehiseh-Briefe entdeckt hat, auf arabischen Bande ermordet. Andererseits hat die englische Admiralität den Beschluß gefaßi, den Hafen in Haifa zu einem mächtigen Kriegshafen ■auszugest •alten. Weiters funkt das Londoner Radio seit einigen Tagen Nachrichten und Botschaften in arabischer Sprache nach Palästina, um der Propaganda des italienischen Bari-Senders ent gegenzu- Tn dem bereits kurz zitmUen Schreiben des Kolonienministers Ormsby-Gorc• ar; den Oberkommissär Wauehope als Einleitung zum ■Weißbuch werden die Kompetenzen der neuen Untersuchungskommission folgendermaßen skizziert: Sie hat den im dritten Teil des Berichtes der Königlichen Kommission skizzierten Teilungsplan in Betracht zu ziehen, jedoch ruit veiler Freiheit zu Absonderungen ׳dieses Planes einschließlich eventueller Veränderungen der Gebiete, die — laut den Empfehlungen der Peel- Kommission — unter britischem Mandat verbleiben sollen. Ferner — alle von den Gemeinden in Palästina und Transjordanien erhobenen Vor- Stellungen in Betracht ziehend — ■־. 1. Grenzen für das geplante arabische und jüdische Territorium, sowie für die dauernd oder zeitweilig unter britischem Mandat verbleibenden Enklaven zu empfehlen, die a) eine ziemliche Aussicht auf die eventuelle Errichtung sich selbst verwaltender arabischer und jüdischer Staaten mit entsprechender Sicherheit bieten; b) den Einschluß möglichst weniger Araber und arabischer Unternehmungen in das jüdische Gebiet, und umgekehrt, notwendig machen; c) die englische Regierung in die Lage versetzen, die Mandatsverpflichtungen zu erfüllen, deren Uebernahme im Bericht der Königlichen Kommission empfohlen ist, einschließlich der in Artikel 28 dem Mandats enthaltenen Verpflichtungen, betreffend die Heiligen Stätten. 2. Die init der Teilung zusammenhängenden wirtschaftlichen und finanziellen Fragen zu prüfen und über das Ergebnis der Studien Berieht zu erstatten, auf Grund dessen Ent- Schließungen erforderlich sein ■werden, betreffend unter anderem: a.) Die Aufteilung soweit nötig — der öffentlichen Aktiv- und Passivposten Palästinas und anderer Finanzverpflichtungen, die während der Mandatsperiode durch die Palästina-Verwaltung rechtmäßig־ eingegangen worden sind, auf die verschiedenen Territorien; b) Mittel zur Sicherung, daß diese fir.auziellen Verpflichtungen gemäß Art. 28 des Mandats voll anerkannt werden; c) die Verwaltung der Eisenbahnen, Häfen, Post,, Telegraph und Telephon; Ein Schnupfen dauert 9 Tage sagt man. Welch eine un&ngenehme Zeit! Sie sind mißmutig und verdrossen. Ihre Tagesarbeit leidet unter Ihrer körperlichen Indisposition. Deshalb empfinden Sie die Nachteile dieser Erkrankung noch viel länger, auch dann, wenn Sie keine , schlimmeren Folgen hatte.*Setzen Sie sich solchen Unannhmlichkeiten nicht aus Für Ihre Gesundheit ist Abhärtung geboten durch regelmäßige Körpermassage mit A LP A Franzbranntwein. Achten Sie beim Einkäufe darauf, daß Sie wirklich Alpa bekommen! d) Währungsangelegenheiten; e) Zoll- und Steuerverwaltung; f) die Budget Voranschläge der verachte - denen zu errichtenden Verwaltungen; g) Wahrung der Rechte der Zivilbeamten gemäß den Bestimmungen von Artikel 28 des Mandats; h) Behandlung industrieller und anderer Konzessionen; i) die Möglichkeit freiwilligen Land- und Bevölkerungsaustausches und die Aussichten, durch entsprechende Entwicklung des Landes Raum für weitere Ansiedlung zu schaffen, um den Bedürfnissen von Personen, die von einem Territorium in das andere zu übersiedeln wünsehen, zu entsprechen; j) die Schaffung wirksamer Sicherung der Rechte religiöser und nationaler Minderheiten auf den den Arabern, beziehungsweise den Juden zugewiesenen Gebieten, einschließlich Schutz religiöser Rechte und Eigentums. Sollte als Ergebnis der Studien der technischen Kommission, deren Ausarbeitung zweifeilos viele Monate in Anspruch nehmen wird, die englische Regierung einen Teilungsplan für billig und durchführbar erachten, wird dieser dem Völkerbundrat zur Erwägung unterbreitet werden. Falls der Völkerbundrat den Plan genehmigt, wird eine weitere Zeitspanne nötig sein, 11m in den betreffenden Territorien neue Verwaltungs¬ Systeme unter Mandat zu errichten und — die nötige Zustimmung vorausgesetzt — über Abkommen mit dem Ziele der eventuellen Errichtung unabhängiger Staaten zu verhandeln. Es ist auch möglich, daß die englische Regierung im Lichte des Kommissionsberichtes genötigt sein wird, den Vorschlag der Permanenten Mandatskommission zu erwägen, wonach das arabische und das jüdische Gebiet vorübergehend unter einem ״kantonalen“ System oder unter einem System gesonderter Mandate verwaltet werden sollen. Daraus geht hervor, daß einige Zeit hindurch jede Aktion lediglich untersuchenden Charakter tragen wird. Ich werde mich mit Ihnen hinsichtlich der personellen Zusammensetzung der Kommission und ihrer Arbeitsweise zur entsprechenden Zeit in Verbindung setzen. Die Exekutive der Jewish Agency hat am 7. d. eine Erklärung veröffentlicht, in der sie ihrem Bedauern über die Verzögerung und den Schwebezustand, die in dem vom Kolonienministerium veröffentlichten Palästina - Weißbuch vorgesehen sind, Ausdruck gibt. Die britische Regierung wird dringend ersucht, in Palästina normale Bedingungen wiederherzustellen, vor allem die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit als das Kriterium für jüdische Einwanderung in Palästina gelten zu lassen. Napoleon und Eliabu Hanavi Die Angst, den Kosaken in die Hände zu ttk \ 1 -anlaßt d km uni nt Begleiter weiterhin tagsüber sich verstecken und die Nächte zur Wanderung benützen, wobei sie auf Schleichwegen sich hinschleppten. Aber immer wieder, wenn sie sich irgendwo der geheimnisvolle Lichtschein, der ihnen als Weg- Sie hatten sieh an diese Erscheinung bereits derart gewöhnt, daß sie sich keine weiteren Sorgen machten und sich darauf verließen, daß in der Stunde der Not der Helfer auftauchen werde. Wochen ging es so weiter hin. Das ״weite russische Reich wollte gar kein Ende nehmen. .. Allerdings machten sie oft Umwege, drehten sich um dieselbe Gegend herum und verloren viel Zeit. Endlich hatten sie das eigentliche russische Gebiet hinter sich. Sie standen nahe der Grenze Polens und fühlten sich sicherer. So weit würden die Kosaken nicht Vordringen. Die Polen waren״ ja die Bundesgenossen Napoleons und dort ״wären die Kosaken selbst in Gefahr, in einen Hinterhalt zu geraten und aufgerieben zu werden. Nichtsdestoweniger war in der unbekannten und nur seiten bevölkerten Gegend weitere Vorsicht geboten, und so machten sie die Wanderung weiterhin nicht auf den offener. Straßen, sondern durch Wälder und Sumpfgebiete. Da passierte es, daß sie sich wieder einmal in einen Wald verirrten und keinen Ausweg finden konnten. Drei Tage lang wanderten sie hin und her, immer wieder zum Ausgangspunkt ihres Weges zurückkehrend. Es war wie verhext. Der Lichtschein, der Wegweiser, zeigte sich nicht mehr. Sie fühlten sich von G-tt und Schicksal verlassen. Die Kälte plagte sie furchtbar. Ihre Mundvorräte gingen zu Ende. Bald, bald werden sie am Ende ihrer Kräfte angelangt sein. Was ״weiter? Kaiser Napoleon war kein Mann religiöser Gesinnung. Er baute immer zuviel auf die eigene Kraft und Geschicklichkeit und hatte :für G-tt nicht viel übrig. Aber in seiner jetzigen verzweifelten Lage dämmerte bei ihm die Erkenntnis, daß es doch ein höheres Wesen gibt, das das Schicksal auch der mächtigsten Herrscher leitet, und so versuchte es der Kaiser, in einem innigen Gebet die Gnade des Himmels für sich und seine Begleitung zu erflehen. Aber sein Gebet fand keine Erhörung. Die Tore des Himmels zeigten sich verschlossen. Kein Zeichen von oben ließ neue Hoffnung aufkommen. Die Wanderung zog sich ohne Ende, und immer wieder drehten sich die Wanderer um denselben Punkt herum. Da, in einer stockfinsteren Nacht, als die Wanderer müde, halberfroren und halbverhungert sich am Ende ihrer Kräfte wähnten, zeigte sich plötzlich wiederum der Lichtschein, den sie so sehnsüchtig herbeiwünschten. Mit dem Rest ihrer Kraft rafften sie sich auf und liefen, so rasch ihre Beine sie tragen konnten, der Erscheinung nach, um sie irgendwie zu erhaschen. Und ״wieder gelangten sie in ein kleines, halbverfallenes Häuschen, kalt, leer und öde — immerhin bot es ein wenig Schutz gegen den Schneesturm, von dem sie überrascht worden waren. Todmüde warfen sie sich auf den kalten, harten Boden und verfielen! in einen festen Schlaf. Da erschien dem Kaiser im Traum ein alter | Mann mit wallendem Bart und leuchtenden Augen, die den ihm so lieben Lichtschein ״widerspiegelten'. Wie ein dem Tode Geweihter streckte der 1 Kaiser die zitternden Hände dem Manne entgegen, j ohne ein Wort hervorbringen zu können. Dieser aber verstand den Wunsch des Kaisers! auch ohne Worte und sagte mild: — Ich bin der Prophet Eliahu, dessen Aufgabe es seit Jahrtausenden ist. Verzweifelten zu helfen. Du bist zwar ungläubig, hast dich immer auf deine Kraft verlassen und dich in Kriege gestürzt, Länder verwüstet, Völker ausgerottet, nur um deine Herrschsucht befriedigen zu können. Aber da du immerhin den Söhnen des jüdischen Volkes dich wohlwollend und gnädig gezeigt hast, bist du : meiner Hilfe würdig. Ich habe dich die ganze Zeit! beschützt und w׳erde dich in deine Heimat zurücki bringen! .. . j Jetzt endlich konnte der Kaiser seine Sprache I wiederfinden und fragen: i — Heiliger Mann — was dann? | — Meine Mission wird mit dem Tage, da du der jetzigen Gefahren entronnen bist, zu Ende sein. Alles Uebrige bleibt einer höheren Macht überlassen.- Da erwachte der Kaiser. Der kurze, aber feste Schlaf hat alle Müdigkeit verscheucht. Er und seine Begleiter konnten sich wieder auf den Weg machen und bald eine größere Stadt erreichen, wo sie sich körperlich stärken, ihre hart mitgenommene Garderobe in Ordnung bringen konnten sowie Wagen und Pferde erhalten, um ungehindert bis zur Grenze gelangen zu können, wo sie Anschluß an kleine Ueberreste der ״großen Armee“ fanden. Bis an sein Lebensende flehte Napoleon das Wiedererscheinen des Propheten herbei — aber sein Wunsch ging nicht mehr in Erfüllung. Sein Schicksal war besiegelt tum konnte nicht mehr abgewendet werden.

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