Mannheim
Compact Memory

Palästina-Nachrichten · 1935-12-01 · Heft 23-24 (Dezember 1935) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
2 (1935)
Issue
Heft 23-24 (Dezember 1935)
Date
1935-12-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2550047-2550067-2550087--374-3528105
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Versandhäuser herausgeben, und durch Kommissionsläger den Vertrieb weilgehendsl fördern. Vielleicht ist es überhaupt an der Zeil, durch eine offizielle deutsch-jüdische Handelsvertretung den verstärkten Vertrieb durch permanente Ausstellungsräume usw. zu unterstützen. Die Hersteller der Waren müßten angeregt werden, durch besondere Packungen und Gewichte in Kleinpreislagen den hiesigen Gewohnheiten Reclinung zu tragen. Es ist weilermöglich, durch Einfuhr neuartiger Artikel, wie z.B. vor zwei Jahren die ersten Trainingsanzüge, die hier absolut unbekannt waren, oder zumindesiens für den Import ungeeignet schienen, die Abnehmerkreise anzuregen. Auf diese Weise muß es gelingen, auch in den bisher vernachlässigten Artikeln Absatz zu finden. Oscar Silz, Tel-Avir. Bau-Transfer Im Anschluß an die Mitteilungen in Nr. 18/19 uoer >,Bau- Iransfer durch Böhler-Massivhäuser"' können wir belichten, daß die Bauarbeiten für eine Reihe solcher Häuser in zweinnd dreistöckiger Ausführung in Haifa, Darum und Mikweh Israel bereits beträchtlich vorangeschrillcn sind. Einen ausführlichen Bericht von den Baustellen werden wir demnächst bringen. Um die neue Zementfabrik Der von der „Shimshon1 Palestine Portland Gcment Works Ltd. erklärte Rücktritt von dem* Vertrag mit der Haavara, über den wir bereits in der letzten Nummer kurz berichteten, hat eine Fülle von Auseinandersetzungen und neuen Projekten zur Folge. Die Klärung der Rechtslage ist verhältnismäßig schwierig, und es wird sich erst in einiger Zeit, nachdem die beauftragten Juristen die Verträge .geprüft haben, übersehen lassen, welche Folgerungen aus dem Rücktritt der Shimshon gezogen werden müssen, insbesondere, ob die Zeiohner Ansprüche in irgendeiner Form werden erheben können. Diese Fragen werden zur Zeit von maßgebender Seite aus untersucht, werden jedoch kaum vor Anfang Januar zu einer Lösung geführt werden können. Auch die Pläne, die unmittelbar nach der Unterbrechung des , .Shimshon''-Planes aufgetaucht sind, haben noch keine konkrete Form angenommen. Es läßt sich heute noch nicht übersehen, ob eine Rekonstruktion des Projekts möglich sein wird oder ob von anderer Seite das Projekt aufgegriffen und ausgeführt wird. Nach der Meinung maßgeblicher Sachverständigen ist die Errichtung einer zweiten Zemcnlfabrik in Palästina durchaus aussichtsreich und wirtschaftlich erwünscht. Dr. Sp. Die Orangen Der Versand Seil Beginn der gegenwärtigen Saison bis Mitte Dezember einschließlich hat Palästina 1 /j 00 000 Kisten Zitrusfrüchte exportiert, davon na. ] 080000 Kisten Orangen, 000000 Grapefruits, 22000 Zitronen, 79 sonstige Zitrusfrüchte. Deutschland Die Presse meldet das Zustandekommen eines Abkommens über den Verkauf palästinensischer Orangen zwischen vereinigten deutschen, arabischen und jüdischen Palästina-Exporteuren auf der einen Seite und Deutschland auf der anderen Seile. Danach sollen für!\ Millionen RM. Zitrusfrüchte gegen deutsche Warenlieferungen ausgeführt werden. Die Durchführung soll außerhalb der Haanara durch eine neue Gesellschaft erfühlen, die unier Aufsicht der Anglo-Palestine und der Tempel- Hanl; stehen soll. Da die Deutsche Reichsregierung den Einführen! bestimmte Höchstpreise vorschreibt, erwartet man in palästinensischen Kreisen nur geringe Erlöse bei der Ausfuhr der Zitrusfrüchte nach dem Deutschen Reich. Die Preise Auch in den letzten Tagen wurden an den Märkten von Liverpool, Cardiff und Manchester für palästinensische Orangen wieder gute Preise erzielt, die sich zwischen 9/6 und i/j/3 Schilling je nach Größe der Frucht hielten. Die Grapefruitpreise lagen weiterhin niedrig, nämlich zwischen G/6 und 9/8 Schilling je Kiste. Die Länder Schweiz Die Schweiz hat den Einfuhrzoll auf Grapefruits aus Palästina von 10 auf 3 Fi anken per 100 kg ermäßigt und den auf Orangen in Kisten auf den gleichen Satz gesenkt wie für nicht in Kisten verpackte Orangen. Bulgarien Die bulgarische Regierung hat den Einfuhrzoll für große Orangen (i/j/i Stück pro Kiste) aus Palästina auf ein Drittel des bisherigen Salzes ermäßigt. Tschechoslowakei Auf Grund der neuen Zollsenkung wird erwartet, daß die Tschechoslowakei in der laufenden Saison aus Palästina rund iöoooo Kisten Zitrusfrüchte importieren wird, gegenüber 90000 in i93/i/35. Wegen der Verzögerung in der Übermittelung einiger Berichte aus Palästina erscheint dieses Heft mit einer kleinen Verspätung, die wir zu entschuldigen bitten. Schwierigkeit und Konkurrenz Kanada Nach einer Meldung hat die kanadische Regierung den Einfuhrzoll für Grapefrüchle aus den Verein. Staaten um 5o'Vo ermäßigt. Da die palästinensischen Grapefrüchle hiervon nicht betroffen werden, wird die Zilrusausfuhr Palästinas nach Kanada sich vermindern, wovon Kalifornien und Florida ihren Vorteil haben werden. Gerade kürzlich hatten die palästinensischen Exporteure beschlossen, besondere Aufmerksamkeit dem kanadischen Markt zuzuwenden, um dadurch einen Ausgleich, für den Preissturz in England zu schaffen. Ägypten Die Ernte an Mandarinen und Apfelsinen ist 193.I geringer als im vergangenen Jahre, dagegen ist ihre Qualität besser. Die Ausfuhr von Orangen hat erst in dieser Woche begonnen, während die Ausfuhr von Mandarinen bereits ' in vollem Gange ist. Laut Bericht des Handelsattaches im Haag bietet die Ausfuhr von Apfelsinen nach Dänemark und den skandinavischen Ländern, die diese Früchte bislang lediglich aus Spanien, Italien und Palästina bezogen, unter bestimmten Voraussetzungen gute Aussichten für ägyptische Exporteure. Die neueste Preisentwicklung für palästinensische Zitrusfrüchte auf dem englischen Markte ist hinsichtlich der Orangen nicht unbefriedigend, hinsichtlich der Grapefruits dagegen ziemlich enttäuschend. Folgende Preise pro Kisle wurden in der dritten Dezemberwoche erzielt: in London für Orangen 7 bis 131/2 sh, für Grapefruits 7 bis 10% sh; in Liverpool für Orangen bis zu 1/41/2 sh, für Grapefruits bis zu 9 sh. Die Baisse der Grapefruilpreise an den europäischen Märkten hat in den letzten Tagen weiter angehallen. Es scheint, daß der Grapefruitabsatz auf dem Kontinent und in England noch nicht hinreichend organisiert ist und die Grapefruit dort und in den nordischen Ländern als LuxusnahrungsiniIt'el betrachtet wird, das sich nur wenige leisten. Die Ernte Nach neuesten Schätzungen wird für ig35, für das man vor der Hitzeperiode des Frühjahrs mit einer Ernte von etwa 8 Mill. Kisten Orangen rechnete, nur ein exportfähiger Ertrag von 5,5 Mill. Kisten Orangen erwartet, was einen Rekordtief stand bedeuten würde, zumal auch die Landwirtschaftsabteilung der Palästinaregicrung noch vor kurzem eine Schätzung auf 6,5 Mill. Kisten Orangen vornahm. Auch die Grape/ruif-Ernle soll niedriger werden als man bisher annahm: statt i,2 5 Mill. rechnet man mit einem Ertrag von nur 0,75—1 Mill. Kisten. 8

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.