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Palästina-Nachrichten · 1935-12-01 · Heft 23-24 (Dezember 1935) · p. Seite 7

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
2 (1935)
Issue
Heft 23-24 (Dezember 1935)
Date
1935-12-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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TRANSFER-PRAXIS Kapitalerhöhung der „TOOVAL" Hardware Manufacturing Comp. Ldt., Acco Die „Tooval", ein unler der kaufmännischen Leitung von Chilik Weizmann stehendes Werk, das sicli mit Eisenverarbeitung und insbesondere mit der Herstellung von Petroleumöfen und Petroleumkochern befaßt, hat in diesen Tagen einen Betrag von £P. 55oo.— 7%iger Vorzugsaktien aufgelegt, und diese auswandernden deutschen Juden unter gleichzeitiger Durchführung des Transfers angeboten. Das Unternehmen, das seit dem 1.5.35 in Betrieb ist und ein eingezahltes eigenes Kapital von ca. £P. 16000.— hat, ist sehr gut beschäftigt und die Prognosen für die weitere Entwicklung des Werkes lauten günstig, um so mehr, als die Palästina-Regierung dem Werk die zollfreie Einfuhr des Eisenvorprodukts sowie einen Schutzzoll von 25°/o auf Petroleumöfen zugesichert hat. Das neu aufgenommene Kapital dient zum Einkauf von Rohmaterialien für etwa £P. 35oo.— und von Maschinen im Werte von etwa £P. 2000.—. Die Unterbringung des Zeichnungsbetrags erfolgte in wenigen Tagen durch die Deutschland-Palästina- Verkelirs-Ges. m. b. II. Transfer — und - ländliche Siedlung Zuschriften aus der Praxis entnehmen wir (ohne selbst im Augenblick dazu Stellung zu nehmen): Ein Interessent, der sich in Palästina eine neue Existenz als Landwirt aufbauen will, kommt, um die notwendigen vorbereitenden Schritte einzuleiten, nach Palästina. Er entschließt sich für eine bestimmte Wirtschaft, läßt sich einen entsprechenden Etat durch hiesige Stellen bestätigen und erhält die Genehmigung zur Einzahlung einer entsprechenden Summe auf Transfer-Konto I. Er kommt dann später wieder nach Palästina, und das Resultat pflegt dann für alle in Frage kommenden Teile unerfreulich zu sein. — Der Etat wurde auf Grund der notwendigen Bargelder aufgestellt und Bargelder sind nicht vorhanden. Es müssen Kombinationen bezüglich der Effektuierung des Transfers gemacht werden und Kombinationen der Zwischenfinanzierung. Die Verluste, die sich hierbei ergeben bzw. die Unkosten der Finanzierung dürften insgesamt auf 33—5o°/o zu schätzen sein. Hypothekarische Belastung landwirtschaftlichen Besitzes ist im allgemeinen unmöglich, in Ausnahmsfällen so leuer, daß sie geschäftlich nicht tragbar ist. Es sollten daher bei den Genehmigungen auf Transfer-Konto I immer diese Verluste berücksichtigt werden. Ein zweiter Punkt, welcher von Bedeutung wäre, ist der Selbst-Transfer, welcher logischerweise bei der Aufstellung eines landwirtschaftlichen Betriebes in Frage käme. In dieser Beziehung ist die Politik der Haavara unbedingt zu kritisieren. In normalen Fällen ist es einem ländlichen Siedler absolut unmöglich, sein Material auf dem Wege des Selbst- Transfers zu beziehen. Es ist unmöglich für die Aufstellung eines einzelnen Betriebes die betreffenden Materialien direkt aus Deutschland zu beziehen. Der Siedler ist also entweder gezwungen, in solchen Siedlungen zu siedeln, in denen entsprechende Transfer-Möglichkeiten ausgearbeitet wurden und welche nicht in allen Fällen unbedingt zu empfehlen sind, oder auf seinen Selbst-Transfer zu verzichten. Bei der Wichtigkeit dieser Fragen, nämlich der landwirtschaftlichen Siedlung in Palästina und der Förderung des Selbst-Transfers, ist unbedingt zu fordern, daß hier entsprechende Möglichkeilen geschaffen werden. Es ist dies vielleicht organisatorisch schwierig, aber trotzdem bei gutem Willen durchführbar. Es ist zu verlangen, daß der landwirtschaftliche Siedler in Palästina die Möglichkeit erhält, deutsche Waren am Platze von der Haavara autorisierten Händlern auf dem Wege des Selbst- Transfers zu beziehen. Ernst Duvidsohn Transfer und Außenhandel Es gibt eine Reihe deutscher Artikel, die den Weg nach Palästina bisher nur ungenügend oder gar nicht gefunden haben. Da Rohmaterial und sogenannte gängige Ware von der Haavara nur für zusätzlichen Import im Wege des Eigentransfers bewilligt werden, müssen neue Artikel gesucht werden, um einen Selbsttransfer zu schaffen. Es muß möglich sein, daß man in Palästina statt der minderwertigen japanischen Waren, die man täglich auf den Straßen und in den Lokalen angeboten bekommt, gute und billige deutsche Ware kaufen kann. Ich denke dabei in erster Linie an Galanteriewaren, ferner Bleislifte, Papierwaren, Bürobedarf, Luxus und Kunstgegenslände usw., sofern diese Sachen nicht, oder nicht ausreichend, im Lande selbst hergestellt werden. Die Grossisten könnten diesem Rechnung tragen, indem sie Haushalls¬ und Wirtschaftskataloge nach Art der amerikanischen Post- DEUTSCHLAND - PALÄSTINA Verkehrsgesellschaft m. b. H. Leitung Dr. E. F. ASCHER Spezialbüro für Palästina - Reisen Schiffskarten für sämtliche Linien Devisenu.Transferberatung für Auswanderer Treuhandabteilung Leitung Dr. B. Spitz Berlin W15, Kurfürstendamm 224, Ecke Meinekestr. RUF: Jl-B.ISMARGE 3124 7

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