Palästina-Nachrichten
- Journal
- Palästina-Nachrichten
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- Heft 23-24 (Dezember 1935)
- Date
- 1935-12-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Innenarchitektur und Grundri Gestaltung ^on Dr.-Ing. Hans Jalcobowitz Tel-Aviv Der große Aufschwung der Bautätigkeit in Palästina brachte auch eine vollkommene Wandlung der äußeren und inneren Gestaltung der Wohnhäuser mit sich. Die Fassaden und äußeren Geslaltungsleile sind bereits in der Bausondernummer 18/19 dieser Zeitung beschrieben und gezeigt worden, und es sollen hier nur die Grundrisse und Innenausstattungen, die durch die Anforderungen der Einwanderungswelle von 1933 neue Enlwicklungsformen hervorbrachten, besprochen werden. Wohnungsgröße und Zimmereahl Baute man bisher meist 3—5 Zinimerwolmungen, bei denen häufig der Wohnungsinhaber nur i^-->. Bäume für sich behielt und die übrigen weiter vermietete, so zeigen die in den beiden letzten Jahren errichteten Häuser ein starkes Tendieren nach 2—3 Zimnierwohnungen, das selbst durch Schwierigkeiten, die die Tel-Aviver Stadtverwaltung bei Genehmigungen für 2-Zimmerwohnungen bereitet, nicht aufzuhallen ist. Auf einen neuen Wohnljp schließlich, der hier im Entstehen ist, nämlich das i-Zimmer-Apparlemenlhaus, soll noch zum Schluß hingewiesen werden. Durchlüftung Früher baute man gedankenlos die Wohn-und Schlafzimmer meist zur Straße, heule achtet man darauf, diese in die Windrichtung zu legen und ferner möglichst bei jedem Wohnraum Querlüftung zu erzielen. Die nebenstehende Abbildung läßt dies deutlich erkennen. Bei den Eekräuinen war dies ohne Schwierigkeilen zu erzielen, aber auch bei der rechts am Sliegenhaus liegenden Wohnung ist jeweils durch Wohn- und Speiserauni gute Querlüftung möglich. Grundrißgeslaltung Beachtenswert bei diesem Grundriß sind auch Lage von Küche und Speiseraum. Die Bedienung geschieht über den Balkon, der nach der regengeschülzlen Seite liegt, so daß beim hiesigen Klima während des ganzen Jahres dieser Weg benutzbar ist und Küchengerüche weitgehendst von der Wohnung ferngehalten werden. Bei den im Mitteltrakl liegenden Wohnungen sei ferner auf die Scheidewand hingewiesen, die Küchen- und Wolmbalkon trennt. Innere Ausstattung Interessant sind auch die erhöhten Anforderungen des inneren Ausbaues, die an die sanitären Einrichtungen gestellt werden. Bisher halte jede Wohnung meist nur Kaltwasserleitung in Bad, Küche. W. C. Das Badewasser w urde durch Badeöfen erwärmt. Jetzt ist es bei den Neubauten in Tel-Aviv und Haifa üblich, zentrale Warniwasseranlagen einzubauen. Der Mielsmehrpreis, der durch derartige Anlagen bedingt ist, wird von "4- — Hg Li *R»V- HtirtMfttKq-. 7*- Abbildung 1 den Mietern gern gezahlt, da die meisten Hausfrauen die Hausarbeit selbst verrichten, und schon deshalb hat sich die Warmwasseranlage als besonders angenehm erwiesen. Einen Nachteil haben diese Anlagen, nämlich daß häufig die wannen Steigerohre dem Ungeziefer (Schwaben usw.) als beliebte Br.utplälze dienen. Es muß daher bei den Ausführungen darauf geachtet werden, daß die Bohre, soweit sie freiliegen, etwa \ cm von der Wand entfernt zu befestigen sind, um sie auch hinler den Befesligungsstellen reinigen zu können, und vor allein sind auch die Austritlsstellen gut zu verputzen. Ein Luxus, der aber seit Jahren als selbstverständlich angesehen wird, ist die Einmauerung der Badewannen, ferner die Fliesenauskleidung in Bad, Küche und W. C.. das durch Bauverordnung vom Bad getrennt anzuordnen ist. Dagegen erübrigen sich Küchenmöbel bei den meisten Neuwohmuigen, da Küchen-, Wäsche- und Besenschränke in reichlicher Zahl eingebaut werden (siehe Abb. 1 und •>.). So kann man daher bequem in einer 0—8 ingroßen Küche die Wirtschaft seisorgen. Diese Küchengröße wird in Deutschland als viel zu klein angesehen, hat sich aber in Palästina als völlig ausreichend erwiesen. Neu ist auch die Ausstattung der Wohnung mit Zentralheizung. Bisher behalf man sich in den zwei Wintermonaten Januar—Februar durch Auslegen der Stein fußböden mit Strohmatten und Teppichen und heizte, soweit dies erforderlich wurde, mit Petroleumöfen. Diese Öfen haben den Nachteil, daß die Abgase im Baum bleiben, wodurch die Lull ungesund wird, schlecht riecht und Kopfschmerzen hervorruft. Et NZ Einzelmöbel und Zimmer in Geschmack und Qualität führend Export nach allen Ländern Möbelfabrik Wilh. Renz Böblingen b. Sluiigari (11) 5