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Palästina-Nachrichten · 1935-12-01 · Heft 23-24 (Dezember 1935) · p. Seite 4

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
2 (1935)
Issue
Heft 23-24 (Dezember 1935)
Date
1935-12-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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deulung als Repräsentalionsslraße i. Ordnung einer werdenden Weltstadt hal die Regierung am Kingsway eine einheitliche sechsgeschossige Bebauung mit Fassaden in Steinausführung vorgeschrieben. So sehr diese Vorschriften zu begrüßen sind, so mußten sie bei der Errechnung der höchst zulässigen Jahrespacht doch als stark verteuernd für die Baukosten eingesetzt werden, so insbesondere wegen etlicher Straßen-Überbauungen, mächtiger turmariiger Aufbauten oberhalb des G. Geschosses, schließlich die besonders minutiösen Vorschriften für die glatte Werksteinverkleidung am Kingsway. Aber für die jüdischen Interessenten kamen noch wichtige Bedenken hinzu, die zur Vorsicht für die Abgabe allzu hoher Gebole mal inen mußten. Beim alten und neuen Merkaz war man gewohnt, ein wirklich einheitlich jüdisches Geschäftszentrum — eben ein „Merkaz'" geschaffen zu haben, und die Mieter waren gerne gewillt, ebenso wie in der jüdischen Wohnsiedlung auch hier Mielspreise — für Büros in der Regel je Zimmer und Monat 3£ — zu bezahlen, die im richtigen Verhältnis der etwa 35o/o höheren Baukosten stehen. Bei der Bebauung des Kingsway kann der Charakter eines Merkaz" im gleichen Sinne nicht erwartet werden, denn jüdische und arabische Bauherren werden nebeneinander im gleichen von der Regierung vorgeschriebenen Charakter bauen. Wenn für die Läden auch immer relativ hohe Preise zu erzielen sind, so besteht doch für die Büroräume in einer international aufgezogenen Straße die Gefahr, daß bei abgleitender Konjunktur die jüdische Mielerschafl nicht mit der gleichen Bereitwilligkeit den erhöhten Mietzins bezahlt, wenn nebenan der arabische Hausbesitzer entsprechend billigere aber infolge der Regierungsvorschriften durchaus gleichwertige Räume anzubieten in der Lage ist. Denn bis zum Jahre 1987 müssen am Kingsway drei Geschosse, bis Juli 19/io alle sechs Geschosse fertiggestellt sein, schätzungsweise ergeben sich daraus in fünf Jahren 1G00 Obergeschoßräume, die allerdings nicht nur für Büros, sondern auch für Hotels, Wohnungen und dgl. Verwendung finden dürfen. Die nüchterne, theoretische Kalkulation hätte also zu einem Ergebnis führen müssen, das die Konkurrenzfähigkeit des jüdischen Unternehmers in Frage gestellt hätte. Es kam jedoch anders: Von den insgesamt l\G Plätzen fielen 3 in internationale Hände (darunter die Barclays Bank), il\ kamen an Araber, yQ wurden von Juden erworben. Zur Erklärung möge Folgendes dienen: Die arabischen Interessenten setzten sich in erster Linie aus den Kreisen der Großkaufmannschaft zusammen, von der man weiß, daß sie keine Ladenräume benötigen, sondern daß ihnen in erster Linie um eine Kapitalanlage zu tun war; die jüdischen Bewerber gehören aber neben den drei Banken (Mercantile, Misrachi und Kupal-Am) in der überwiegenden Mehrheit zu der Detailkaufniannschafl. Für sie gab es bis vor zwei Jahren außer den veralteten Gewölben an der Jaffaslraße nur Raumgelegenheit im alten Merkaz. Das Expansionsbedürfnis der jüdischen Kaufmannschaft führte dann in den beiden letzten Jahren zur Erbauung des neuen Merkaz. Es war ein glänzender Erfolg. Alle Läden wurden schon vor Fertigstellung der Bauten zu ansehnlichen Preisen vermietet. Und dennoch blieb die große Masse der Geschäftsinhaber in den allen Gewölben noch unbefriedigt. Sie halten seil Jahren die Entwicklung der großen Hafenslraße verfolgt und jede andere Gelegenheil, ihre allen Räume gegen moderne einzutauschen, vorübergehen lassen, um sich mit eiserner Energie für diese neuetZukunftstraße einzusetzen. So wurden denn am Tage der Auktion die mühsam und vorsichtig errechneten Ziffern rasch überboten, die Kaufmannschaft ließ sich eben von dem gleichen gesunden Optimismus leiten, der schon so viele Unternehmungen in Erez Israel beflügelt und sie schließlich mit Fleiß und Ausdauer zum Erfolg geführt hat, und so kam es eben zu der Tatsache, daß 63 0/0 der Plätze in jüdische Hände fielen. Die erzielten Preise für die Pacht je qm pro anno bewegen sich für die Plätze am Kingsway zwischen 1,200 und 2,ü5o £. Bei den höchstbezahlten ist zu berücksichtigen, daß die Migraschim an zwei Straßenfronten liegen und 1000/0 ausnulzbar sind. Zum Vergleich mit Bodenverkauf pflegt man bei den heutigen Zinssätzen die jährliche Pacht für ^5 Jahre im Verhältnis von 6o/0 zu kapitalisieren. Das entspricht einem Bodenpreis von 20 bis £ je qm. während der höchste bekannt gewordene Preis für schmale Parzellen im neuen Merkaz etwa 3o £ je qm war. Außenhandel alS Maßstab (Fortsetzung von Seite 2) Die steil aufwärts gehende Baukonjunklur ließ das starke Ansteigen der Einfuhr von Eisen- und Slahlwaren, das schon für die letzten Jahre kennzeichnend war, sich weiterhin fortsetzen. Hauptsächlich war es die Bevölkerung, die infolge der starken Einwanderung und der zahlreichen Industrie- und Wohnbaulen die Nachfrage nach Eisen- und Slahlwaren stark in die Höhe trieb. Die Gesamteinfuhr stieg von 1933 bis iy3/| von rund 0,73 auf i,33 Mill. £P., der deutsche Anteil daran von 0,15 auf o,35 Mill., steigerte sich also nicht nur absolut, sondern auch noch anleilsmäßig. Während der deutsche Anteil bei allen oben aufgezählten Warengruppen im allgemeinen mit der Aufwärtsentwicklung der Gesamteinfuhr Schritt gehalten hat und bei Eisenr obren und "F iltings seine vorjährige Position fast verfünffachen konnte, obwohl der Gcsamlimport nur um 70"," stieg (augenscheinlich eine Folge der Syndikalspolilik), fällt der absolute und relative Rückgang der deutschen Einfuhr in Bettstelle 11, E 111 a i 11 e w a r e 11 , Heizgeräten u n d Drahtnetzen auf, bei denen andere Staaten in die deutsche Einfurposition eingebrochen sind. Die ncugegründele Eigenproduktion Palästinas in Bettstellen. Slahhnöbeln, Malialzen, Armaturen, Emaillewaren (Badewannen usw.), Diahlnelzen, INägeln usw. machte sich im Jahre i(j3/i noch nicht für die Einfuhr bemerkbar; doch ruft diese Neuinduslrie schon jetzt nach Schulzzöllen. Bei galvanisiertem Eisenblech einschließlich Wellblech, das in erheblichen Posten eingeführt wird (die Einfuhr erhöhte sich von 3'j 5oo £P. 1933 auf 52 5oo £P. 190/i), bei Geldschränken und Badeöfen, die beide jetzt ebenfalls im Lande hergestellt werden, sowie bei Kesseln, Zylindern, Fässern und einigen weniger wichtigen Eisenwaren halle Deutschland, wenn überhaupt, nur einen so geringen Anteil an der Belieferung Palästinas, daß es von der palästinensischen Statistik nur unter ,,anderen Ländern" geführt wird. Stärkster Konkurrent der deutschen Eisenwarenlicferungen nach Palästina blieb auch im Berichtsjahr wieder Belgien. Nachdem io35 die Palesline Foundries and Mclal Works Lid. (Kremmener) bei Haifa ihren Betrieb eröffnet hat, die u. a. Eisengießerei, Walzwerk und Emaillierwerk betreibt, dürfte die Einfuhr von Roheisen nach Palästina in der nächstjährigen Statistik ansteigen. Berliner Maschinenbau-Actien-Gesellschaff vormals L. Schwartzkopff, Berlin N 4 Ii SCHWARTZKOPFF STRASSEN WALZEN laufen in der ganzen Welt und sind in Betriebsgewichten von 1,4 — 20 t für alle Zwecke des modernen Strassenbaus bewährt Zuverlässig — Betriebssicher — Wirtschaftlich Für PALÄSTINA UND SYRIEN suchen wir einen besteingeführten Verlreter für Lokomotiven Und StraSSenwalzen 4

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