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Palästina-Nachrichten · 1935-11-02 · Heft 20 (2.11.1935) · p. Seite 2

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
2 (1935)
Issue
Heft 20 (2.11.1935)
Date
1935-11-02
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Häfen nur im .Winter, im Zeichen des Orangen-Ablransporls, lebhaft besucht, hingegen im Sommer ziemlich verödet. Das ist heute, angesichts des starken Aufschwungs im Import Palästinas, mit einer Rekordziffer von weit über eine Million Tonnen im Jahre ig3/j, ganz anders geworden. Mengenmäßig erreicht der ausgehende Frachtverkehr nur etwa ein Fünftel des eingehenden und beherrscht nur von November bis April etwas stärker das Feld. Aus dem Saison-Interesse der Frachtschiffahrt an Palästinas Häfen ist daher ein regelrechtes Ganzjahres-Interesse geworden. Im Jahre 1wurden die palästinensischen Häfen von i684 Dampfern mit einer Gesamtlonnage von k 26/j 671 Tons angelaufen: darunter befanden sich mit Ladung 1/I82 Dampfer, in Ballast — zwecks Übernahme von Zitrus-Transporten — 202 Dampfer. Der Nationalität nach entfielen auf Großbritannien 391 Dampfer, Italien 365, Griechenland 1(37, Frankreich i38, Deutschland i35, Schweden 75, Rumänien 70, Dänemark l\k, Bulgarien!\ 1, Holland Belgien und Norwegen je 3i; die übrigen auf il\ sonstige Staaten. Inzwischen ist eine eigene jüdisch-palästinensische Handelsflotte geschaffen worden, die heute bereits vier Gesellschaften umfaßt: die „Atid" für den Motorschiff-Frachtverkehr einesteils auf einer Levante-Küstenlinie, andernleils auf einer Schwarzmeer- Donau-Linie, die „Palestine Shipping" für den Passagier- Dampfer-Verkehr Haifa—Triest, der „Palestine Maritime Lloyd" für den Passagier-Dampf er-Verkehr Haifa—Konslanza und in allerletzter Zeit die „Allalouf'-Compagnie für den Betrieb der Linie Haifa—Gdynia. Von den ausländischen Linien kommen für die Frachtschiffahrt zunächst natürlich auch alle Dampfer in Frage, die Passagiere befördern, wie die des „Lloyd Trieslino" (Vereinigte Flotte Lloyd Triestino, Mariltima Italiana e „Sitmar"), des „Rumänischen Lloyd", der „Messageries Marilimes", der „Polen-Palästina-Linie", der „-American Export Line", neuerdings auch des „Jugoslawischen Lloyd", sowie speziell im Küsten- und levantinischen Nachbarländer-Verkehr griechische Linien und die anglo-ägyptische „Khedivial Mail". Außerdem aber haben auch reine Frachtdampfer-Linien Palästina in ihren regelmäßigen Fahrplan aufgenommen, so von englischen Linien insbesondere die „Ellerman & Papayanni"- Linie und die „Prince-Line", ferner die „Deutsche Levante- Linie", die schwedische „Svenska Orient Linien", die französische „Daher"-Linie, um einige Beispiele zu nennen. In der Orangen-Verschiffungsperiode laufen auch holländische und dänische Oslasien-Lim'en die Palästina-Häfen regelmäßig an, außerdem selbstverständlich zahlreiche ,,Tramp"-Dampfer verschiedenster Nationalität. Eine sehr interessante Neuerung wird die kommende Orangensaison bringen, nämlich einen neuen regelmäßigen Palästina—Großbritannien—Nordeuropa- Frachtverkehr durch die norwegische „Scandinavian Steamsliip Company" (Oslo), die mehrere neue Spezialdampfer für Orangentransport in Dienst stellen wird. Das außerordentliche internationale Interesse an der — im Gegensatz zum sonstigen Überseeverkehr — an Umfang ständig wachsenden und daher auch zunehmend lohnenden Palästinafahrt wird dadurch illustriert, daß heute in Haifa Agenturen von nahezu 60 Schiffahrtsgesellschaften bestehen. Die Frachtraten in der Palästinafahrt waren bis vor kurzem im allgemeinen kaum umstritten. Für die Verbindung mit Großbritannien („U. K.") waren sie durch die „Alexandria and Syrian Goast Conference" gepoolt, der insbesondere auch die durch den Suezkanal nach Indien—Ostasien—Australien fahrenden Linien angehören, die in Port Said nach und von Palästina umladen lassen. Ferner ist die Frachtvereinbarung zwischen der „Deutschen Levante" und der „Svenska Orient" zu nennen. Auch die von (französischen, italienischen, griechischen usw.) Mittelmeerhäfen verkehrenden Linien hatten Standard-Frachtraten gesichert. Der Palästina-Frachtenmarkt war daher im wesentlichen konsolidiert und neigte zu weiterer Befestigung. Erst während der letzten Orangensaison Steigende Einnahmen des jüdischen National-Fonds Von Oktober ig3/i bis Juli ig35 hat der „Keren Kajemeth lTsrael" (neutraler Bodenerwerbsfonds) an Spenden allein innerhalb Palästinas 27 il\o £P. (95o3 £P. mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahrs) eingenommen. — Die Welteinnahme des „Keren Hajessod" (Zentral-Kolonisationsfonds) von Oktober 1934 bis Juli ig35 belief sich auf 217806 £P. Zementfabrik „Nesher, Ltd.", Jagur bei Haifa Aus dem rund 60 000 £P. betragenden Reingewinn des Geschäftsjahrs 193/1 wurden zur Ausschüttung einer Dividende, von 60/0 und eines Bonus von /jo/o (auf 3oo 000 £P. A.-K.) 3oooo £P. verwendet, ferner 20000 £P. dem Reservefonds überwiesen und der Rest auf neue Rechnung vorgetragen. Arabische Industrie-Projekte Am 8. November soll in Jerusalem eine arabische Wirtschaflskonferenz zusammentreten, um verschiedene Pläne von Neugründungen auf dem Gebiete der Zementwaren-, Textil-, Süßwaren- und Konservenindustrie zu erörtern und die Finanzierung einer arabischen Gewerbeschule in Jerusalem und einer arabischen Landwirtschaflsschule in Gaza vorzubereiten. Cypern Eine englische Kapilalistengruppe beabsichtigt Aufkauf und Koordination der verschiedenen Kraftwerke auf der Insel. änderte sich das Bild. Der plötzliche starke Vorstoß neuer, insbesondere norwegischer Konkurrenz bewirkte, daß die Frachtraten wesentlich ermäßigt werden mußten, ein Vorgang, der sich vielleicht während der kommenden Saison noch fortsetzen wird, da in der Welt noch viel unbeschäftigter Schiffsraum vorhanden ist, dessen Eigner sich die Palästina- Konjunktur gern zunutze machen werden. In Palästina selbst sind die Meinungen über Vor- und Nachteile solch einer Entwicklung geleilt; einerseits begrüßt man es, daß Palästinas Import durch niedrigere Frachtraten verbilligt wird und Palästinas Export dadurch die Chance besserer Erlöse erhält. Andererseits befürchtet man, daß durch Ralenkämpfe der organische Aufbau einer eigenen palästinensischen Handelsflotte in gewissem Grade erschwert wird. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, daß Palästina für die Seebeförderung seiner ein- und ausgehenden Frachten jährlich mindestens 2 Millionen £P. ans Ausland zahlt, ein wichtiger Passivposten der palästinensischen Zahlungsbilanz, dessen mindestens teilweise Einsparung durch die Transporlleistungen einer einheimischen Handelsflotte eine volkswirtschaftlich unbedingt gerechtfertigte Forderung darstellt. HAMBURG BREMEM ROTTERDAM ANTWERPEN DIE BEDEUTENDSTEN KONTINENTALEN MÄRKTE FÜR DEN ABSATZ VON PALAESTI NA - FRU CHT WERDEN REGELMÄSSIG BEDIENT VON JAFFA UND HAIFA DURCH DIE SCHNELLEN UND VORZÜGLICH VENTILIERTEN DAMPFER DER DEUTSCHE LEVANTE-LINIE G.M.B.H. DEUTSCHE LEVANTE-LINIE HAMBURG A.G. ATLAS LEVANTE-LINIE A G. HAMBURG. BREMEN AGENT IN JAFFA: PAUL ABERLE, JAFFA, TEL. 948\949 AGENTEN IN. HAIFA: KIRCHNER & Co., HAIFA, TEL.220 2

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