Palästina-Nachrichten
- Journal
- Palästina-Nachrichten
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- Heft 20 (2.11.1935)
- Date
- 1935-11-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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ZEITSCHRIFT FÜR WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG IM VORDEREN ORIENT Palestine News. Periodical for the Promotion: of the economic development of Jhe Near East (»ailU;ju j>- ,I,:-U .lf w*j_j«JI (jj^lM <j <_pLiliVl ^antzr-pK mri* n-VD;Dn mnnsnnV pn? anpn m.tan ^ff Verlag1 Ernst Kösfenbaum, Berlin SW19, Neue Grünsirafje 30. Fernsprecher: A6 Merkur 7413. — Generalvertretung für Palästina: Heinz Zei mann, Tel-Aviv, - Dizengoffstr. 159..--Die P. N. erscheinen zweimal im Monat. Bezugspreis für Deutschland, Osterreich und Oanzig RM 1,20 pro Quartal, alle anderen Länder RM 1.50. Postscheckkonto Berlin 37991. Anzeigen laut Tarif. Anzeigen-Generalvertretung: Herbert Hirsch, Berlin SW 19, Neue Grünstrafje 30 Schriftleitung: Dr. E. F. Ascher Berlin, 2. November 1935 Jahrgang II Nr. 20 FRAC HTSCHl FFAHRT von Dr. J. Adler, Tel-Aviv Palästinas Außenhandel benutzt in der Hauptsache den Seeweg, gemäß der geographischen Struktur des Landes, das an zwei Meere angrenzt, in langer Küstenlinie ans Mittelmeer und .mit einem Korridor an einen Ausläufer des Roten Meeres, den Golf von Akaba. Für den Verkehr ist allerdings bisher nur die Mittelmeerküste in Betracht gekommen, während der Zugang zum Roten Meer noch auf modernen Ausbau wartet, was nur als eine Frage der Zeit gelten kann. Gegenwärtig be- . nützen den Seeweg (nach dem Gesamtwert" der- Wareneinfuhr bzw. Warenausfuhr prozentual berechnet, siehe Tabelle i): . Hinter Jaffa und Haifa treten Gaza und Akko, die fast nur von Küstenseglern angelaufen werden, praktisch ganz, zurück. : Das kann sich bei Gaza___. .. ■■ .. ,. ■...... vielleicht in einigen Jahren ändern, da -dem Vernehmen nach die Modernisierung des dortigen Hafens " geplant ist,- wahr- scheinlich zwecks leichterer Verschiffung des in der Nähe von Gaza gewonnenen; Schwefels. Wie sich die Lade,- und Lösch-Leistungen der beiden wichtigsten Häfen Palästinas seit iq3o entwickelt haben,- stellt nachstehende Tabelle 2 dar (alles in . .Tonnen): Bei Haifa ist das Rohöl, : das aus der Mündung der. Irak-^Pipe-Line" direkt in die Tahkdampfer eingepumpt wird, nicht mitgc- .rechnet. Zu den obigen -Zählen gehören: einige Erläuterungen.' Da Palästinas. Handelsbilanz stark passiv ist, überwiegt . natürlich - äüch'-im. mengenmäßigen i TABELLE. i; .; via'Hafen " ■ ' - von . / - ' ■"- - * -Jaffa: _ Haifa: ";^Gäza: ~ ' r/ - Akko: -\ V^'; : 2ü* £a$e Unser palästinensischer Korrespondent schreibt uns: Auf dem Tel-Aviver Messegelände fand am 9. Oktober eine vom Verwaltungsrat der Leyantomesse veranstaltete Wirtschafts-Kundgebung statt, zu dem Zwecke, die Bevölkerung gegenüber den'Krisengerüchten zu beruhigen. Die Präsidenten der Handelskammern Jerusalem und Tel-Aviv, der Chef des Finanz- und Wirtschafts-Departements der Jewish Agency und andere Wirtschaftsführer des Landes forderten zur Besonnenheit auf und hoben die Maßnahmen der Banken zur Überwindung etwaiger Kredit-Notstände hervor. Am 10. Oktober wurde im ganzen Lande eine Botschaft des — gegenwärtig in London weilenden — High Comrnissioner publiziert, in der erklärt wurde, daß Palästina nicht zu befürchten brauche, in. einen, internationalen Konflikt hineingezogen zu werden, und daß also weder von dieser Seite noch aus innenwirtschaftlichen Gründen eine Krisenstimmung zu rechtfertigen sei. Es sei erwähnt, daß der Verkehr bei den Banken sich wieder normalisiert hat. Allerdings sind die Kreditrestriktionen noch nicht völlig aufgehoben worden und bereiten insbesondere den kleineren Bauunternehmern, dem Handwerk und der Kleinindustrie, sowiedem Einzelhandel viel Schwierigkeiten. Güterumschlag der Seehäfen die gelöschte (eingehende) gegenüber der gclaxlenen (ausgehenden) Fracht. Im ausgehenden Verkehr dominiert wert- und mengenmäßig Jaffa, da es gemäß seiner Nachbarschaft zur Haupt-Zilrus-Zone (Scharon und Süd-Judäa) der bevorzugte Verladeplatz für den Orangenexport ist. Was den eingehenden Verkehr betrifft, sosteht Haifa mengenmäßig, zumal im 1. Quartal 1935, stark vor Jaffa, wertmäßig jedoch hinter Jaffa. Das erklärt sich daraus, daß die Regierung, um Jaffa für die Zitrus-Exportsaison freizumachen und weiterhin während der dortigen Hafenbau- Arbeiten zu entlasten, seit Herbst 193/1 den Nutzholz-Import zunächst dauernd in Haifa zusammengefaßt und für das Winterhalbjahr auch den sonstigen Schwergüter (Zement, Eisenhalbfabrikate, Liftrans usw.) -Import dorthin verwiesen hat. Daher hat in Haifa der spezifisch geringwertige Massengülerverkehr die Vorhand gewonnen, in Jaffa dagegen der spezifisch höherwertige Import von Nicht - Massengütern, also vor allem Fertig fabrikaten. Man würde, vergleichshalber ein Bild aus dem Eisenbahnverkehr gebrauchend, Haifa mehr als eine Station mit Wagenladungs¬ und Jaffa als eine mit Stückgut-Verkehr bezeichnen. In 'der Winterzeit, also, wie oben ersichtlich, im 1. Quartal 1985, muß selbstverständlich der Unterschied besonders hervortreten. Früher waren Palästinas .50,35% ■ 41,02% ' 0,330/0 0,07% von Palästinas Ausfuhr - 56,71% 37,57% 0,89<y0 - 0,250/0 - ^/Seehäfen^ insgesamtr •-. -91,77.%/:- 95,42%" TABELLE 2 JAFFA: HAIFA: geladene gelöschte geladene gelöschte Fracht Fracht Fracht Fracht 1930: 100 862 133241 61425 174862 1931: 77 873 151975 48303 214 893 1932:. 106 821 221113 54 164 273 411 1933: 96888 348797 71632 461410 1934: 120967 486974 99756 589203 l.Vj.1935: 105 377 55 695 90884 205248 -, - ■ ~ A