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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1933-08-01 · 3-4 (August 1933) · p. Seite 217

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
3 (1932-1933)
Issue
3-4 (August 1933)
Date
1933-08-01
Page
Seite 217 (sequence 79)
Language
German
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verzeichnet und enthalte auf der einen Seite den Inhalt der Verse 1 bis 10 des XIV. Kapitels in Genesis5, auf der anderen Seite die wortgetreue Prophezeiung des Weltkrieges, der in dem Jahre, wie es auf der Platte angegeben ist6, zum Ausbruche gelangt7, fünf Jahre währen wird, und nachher werde die Erlösung und die Erhebung Israels kommen. Dieses Gerücht verbreitete sich, wurde überall geglaubt und sogar die Presse nahm davon Notiz. Es wurde nach dem Manne, der die Prophezeiung gefunden haben sollte, gesucht, geforscht und gefahndet, ein jeder wollte ihn gesehen haben, der eine am Nachmittag, vormittags der andere, der eine am ersten Tage des Neumondes Ijar, der andere am zweiten Tage. Der eine schilderte ihn als großen ansehnlichen Mann, mit mächtigem weißen Bart, der andere als schmächtigen Greis. Wieder andere behaupteten, ihn zu kennen, es sei der Rabbi aus Bacza, ein anderer behauptete wieder, er sei aus Sacza, einer behauptete sogar, er sei aus Munkacs. Alles Forschen und Suchen nach diesem Manne war und blieb vergebens, er konnte nicht ausfindig gemacht werden, er war und blieb verschwunden, mit ihm das Pergamentfragment mit der Prophezeiung. — Eine andere Sage erzählt: Ein seit längerer Zeit verheiratetes Ehepaar wartete mehrere Jahre schon auf Kindersegen, der sich immer noch nicht einstellen wollte. Da hörten sie von dem Grabe des Wunderrabbi in Tachau und durchreisten, von weither kommend, Meere und Länder. Als sie nach Tachau kamen, fasteten sie den ganzen Tag und gingen gegen Abend zum Grabe des Rabbi Nachum. Der Mann verrichtete daselbst — er war ein Talmudweiser — viele verschiedene Gebete. Bald saß er auf der Erde, bald stand er mit dem Gesichte dem Grabsteine zugewendet, bald nach Osten gerichtet, kroch dann mehrere Male auf Füßen und Händen, bald liegend den Körper nachziehend, bald hockend sich mit den Händen an den Boden haltend und so fortbewegend, um das Grab herum. Fast eine Stunde brachte er auf diese Weise beim Grabe zu. Als er sich entfernte, blieb seine Frau weinend und Gebete stammelnd noch eine geraume Zeit daselbst zurück. Nach ihrer Rückkehr erzählte sie ihrem Gatten, es sei ihr ein Mann erschienen, der nichts anderes sagte, als daß sie im Flusse ein Bad nehmen solle, 217

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