Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 3 (1932-1933)
- Issue
- 3-4 (August 1933)
- Date
- 1933-08-01
- Page
- Seite 216 (sequence 78)
- Language
- German
- Belongs to
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stammend — werde zum Vorschein kommen. Es wird behauptet, daß wiederholt bei der Grabstelle Werkzeuge gefunden wurden, welche auf einen Versuch schliessen lassen, die Kupferplatte gewaltsam zu öffnen. Und regelmäßig, wenn diese Werkzeuge beim Grabe gefunden wurden, verschwand eine Person aus dem Gesichtskreise und ward nicht mehr gesehen. Der Weltkrieg brachte in die vom Kriegsschauplatz entfernten Gebiete die ersten Opfer der Zivilbevölkerung in Galizien, die zufolge der Invasion Haus und Hof verlassen mußten, namentlich nach Böhmen, Im Monate Ijar des Jahres 6575 (1915) saß schon stundenlang ein Flüchtling betend beim Grabe Rabbi Sofers, als er einen Gegenstand wahrnahm, der über den Rand der Kupferplatte des Grabsteines herausragte und sich immer mehr hervorschob. Er beobachtete längere Zeit dieses Phänomen, er wußte sich nicht zu entsinnen, diesen Gegenstand beim Betreten des Grabes bemerkt zu haben und war über die Erscheinung nicht wenig erstaunt, zumal dieser Gegenstand zusehends aus der Spalte herauswuchs. Endlich faßte *er sich ein Herz, griff danach und hielt einen beschriebenen Pergamentstreifen in der Hand. Verdutzt schaute er eine Weile das in seiner Hand befindliche Pergamentfragment an und las mechanisch im Urtext: „Es zog aus der König von Sodom und der König von Amoro und der König von Admo und der König von Zwojim und der König Bela, das ist Zoar, und ordneten sich zur Schlacht mit ihnen im Tale Sidim". (Genesis 14/8). Plötzlich ging ein Beben durch seinen Körper, er schaute das Fragment genauer an und fand es auf beiden Seiten beschrieben, mit Schriftzeichen der ihm so bekannten, lieben Heiligen Schrift. Es waren auch andere galizische Flüchtlinge auf dem Friedhofe — es war ja da ein stetes Kommen und Gehen zu jener Zeit — und diese wurden auf den Mann und sein Gehaben aufmerksam, wie er so aufgeregt Worte vor sich hinmurmelte. Er wurde geraume Zeit beobachtet, wie er auf das Pergamentfragment starrte, und eben waren einige im Begriffe hinzugehen; da raffte sich der Mann auf und verließ mehr laufend als gehend den Friedhof. Gleich darauf verbreitete sich das Gerücht, ein Mann habe die Prophezeihung des Rabbi Sofer mit den hier erzählten Einzelheiten gefunden. Die Prophezeiung sei auf einem Thorarollenfragmente 216