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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1933-08-01 · 3-4 (August 1933) · p. Seite 210

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
3 (1932-1933)
Issue
3-4 (August 1933)
Date
1933-08-01
Page
Seite 210 (sequence 72)
Language
German
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unter dem Heute seufzt, eine Art Erbauung bilden und seinen Lebensmut erhöhen können. Seit Jahren mit der Erforschung meines Stammbaumes beschäftigt, den ich, wenn auch stark lückenhaft, bis 1540 auf Abraham Grotte in Prag nachgewiesen habe,1 erhielt ich von einem gleicherweise interessierten Herrn2 einen Pack Dokumente, der den Stammbaum in wertvoller Weise ergänzen half und zudem eine lückenlose Reihe von Urkunden enthielt, die einen Einblick in die Art der Eheschließung vor 80 Jahren gestatten. Der Jungbunzlauer3 „Familiant" und Schächter Salomon Grotte, geb. 1779, wollte seine 1820 geborene Tochter Elisabeth (Libuscha)4 an Abraham Moses Stern, den Sohn des „Schutzisraeliten,, Tobias Stern in Neubydzov (gleichfalls in Nordböhmen gelegen), verheiraten. Es scheint, daß die schweren Heiratsbeschränkungen, denen die böhmischen Juden — besonders in den größeren Städten — bis dabin unterworfen waren, damals 1843, schon wesentlich gemildert waren. Immerhin wird es uns eigenartig anmuten, wenn wir hören, daß solche behördliche Schwierigkeiten auch damals noch bestanden, ja, daß die Judengemeinden selbst es waren, die von dem Brautpaar allerlei Nachweise verlangten, wohl als Rest einer Zeit, in der die Judengemeinden eigene Gerichtsbarkeit besaßen. Wir können uns aber angesichts der Leichtfertigkeit, mit der oft heute Ehen geschlossen werden, nicht verhehlen, daß in dieser doppelten Aufsicht ein gesunder Kern lag. Die für die Bewilligung beider Instanzen nötigen Dokumente waren: 1. Zeugnis des Kreisrabbiners David Levit in Neubydzov, daß zwischen Braut und Bräutigam keine Blutsverwandschaft bestehe. 2. Zeugnis des Jungbunzlauer k. k. Kreisamts, „daß Libuscha, eine Tochter des Stadt Jungbunzlauer Famiiianten Sal. Grotte bei der mit ihr vorgenommenen Prüfung aus dem Lehrbuche BNEZION gut bestanden sey und sich über die Aneignung der darin enthaltenen religiös-moralischen Grundsätzen ausgewiesen habe", (d. d. 23. 8. 1842, unterschr. v. Moses Blech, sub. Kreisrabb., dem Kreissekretär und Bürgermeister). 3. Ein fast gleichlautendes Zeugnis bringt 1843 auch der Bräutigam aus Gitschin bei, soweit es BNEZION betrifft, ferner 210

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