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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1933-08-01 · 3-4 (August 1933) · p. Seite 207

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
3 (1932-1933)
Issue
3-4 (August 1933)
Date
1933-08-01
Page
Seite 207 (sequence 69)
Language
German
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Das zweite Werk ist die deutsche Übersetzung der Geschichte von David Ganz, I. Teil, (Zemach David). Diese Arbeit hatte ein recht sonderbares Geschick. Der Buchhändler W. Pascheies sagte zu, das Buch in Verlag zu nehmen; als jedoch das Buch nach mehrjähriger Arbeit vorlag, fürchtete er, die Zusage aus materiellen Gründen nicht erfüllen zu können und so blieb das Manuskript ungedruckt. Nach dem Tode Klemperers übersiedelte die Witwe nach Pisek zu ihrem Schwiegersohne, dem Lehrer an der dortigen jüdischen Privatvolksschule, Heinrich Popper, und übergab das Manuskript dem damals in Pisek wirkenden Rabbiner Dr. Grünwald. Dieser wurde dann als Oberrabbiner nach Sofia berufen, nahm das Manuskript ohne weiteres mit und gab es im J. 1890 in Prag heraus. Wie weit das erschienene Werk mit dem Manuskript übereinstimmt, kann heute nicht gesagt werden, da letzteres nicht mehr zum Vorschein gekommen ist. Die Tatsache besteht, daß das Werk heute als Geschichtsquelle anerkannt und vielfach zitiert wird. In den jüdischen wissenschaftlichen Kreisen in Prag erfreute sich Gutmann Klemperer einer besonderen Wertschätzung und wiederholt erschien er als Vortragender im Vereine „Afike Jehudah". Diese Vorträge, deren Manuskripte leider verloren gegangen sind, bildeten stets einen Glanzpunkt der laufenden Vortragsreihe. Besondere Freundschaft verband ihn mit dem damals in Prag wirkenden Oberrabbiner A. Hirsch sei. A., dem er, da dieser die Vorträge im „Afike Jehudah" nicht besuchte, stets den jeweiligen Vortrag vor dessen Abhaltung vorlesen mußte; nach einer solchen Vorlesung bemerkte einmal Hirsch scherzhaft: „Eigentlich sollte ich in Tabor und Sie sollten hier sein". Das Familienleben Gutmann Klemperers, das 39 Jahre währte — seine Gattin starb im Jahre 1912, im 91. Lebensjahre — war das zärtlichste und schönste, das man sich denken kann. Er hinterließ 6 erwachsene Kinder, 3 Söhne und 3 Töchter. Der älteste Sohn, Dr. Alois Klemperer, einer der angesehensten Advokaten in Wien, gestorben im Jahre 1910, war zugleich der Gründer des s. Z. segensreich wirkenden Vereines für jüdischen Arbeitsnachweis, dessen Sohn Dr. Paul Klemperer ist Prosektor am Mount Sinaihospital in New York und derzeit Präsident der „pathologicel Society" daselbst. Ein zweiter Sohn ist der in Karlsbad praktizierende Arzt Dr. Leo Klemperer und der jüngste ist Kommer- 207

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