Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 3 (1932-1933)
- Issue
- 3-4 (August 1933)
- Date
- 1933-08-01
- Page
- Seite 188 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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einem in der Mesnergasse gemachten byzantinischen Münzenfund zu schließen versucht. Vgl. Schreiner G., Grätz. Ein naturhist.-stat.-topogr. Gemähide, Graz 1843, S. 148 u. Andorf er Eduard, Die Grazer Stadttore In „Grazer Schreib- und Amtskalender,>, Graz 1931, S. 237, der daraus, daß man im Jahre 1837 bei einem Kanalbau in der Mesnergasse verschiedene Schmuckstücke und eine goldene (byzantinische) Münze dortselbst gefunden hat, einen weiteren Beleg dafür finden will, daß dort das Judenviertel gelegen ist. Doch bedarf es dieses Beweises nicht. 41 Luschin bei Popelka, Graz 1., 581, s. v. Pfargasse. 42 Popelka, Graz, 1., 214 begrenzte das Judenviertel im Osten „bis zu einer Linie, welche die Häuser Mesnergasse Nr. 7 und Hans Sachsgasse Nr. 12 verbindet, und umfaßte damit den ganzen Flächenraum, den die Stadtpfarrkirche und das Pfarrhaus ausfüllt." So auch die Oleate daselbst. Doch glaube ich, daß die Grenze zu weit nach Süden geschoben ist und daß das nicht über den Pfarrhof (Herrengasse 23), also gerade gegenüber der Pfarrgasse gereicht hat. 43 Pirchegger, Geschichte usw., S. 255. 44 Chmel, a. a. 0., 1 386. Namentlich die Stadt Graz wurde von Friedrich, nachdem er selbständig die Regierung Innerösterreichs angetreten hatte, kräftig geordert. So erhielten die Grazer 1435 wieder das Recht der Fürfahrt zurück, auch bekamen sie einen zweiten Wochenmarkt und das Recht der Ablösung der auf den Häusern gelegten Zinse, welches Recht den Wienern unter Herzog Rudolf IV., also bereits 70 Jahre vorher gewährt worden war. Unrichtig aber ist, wenn Popelka, Graz 1, S. 63 meint, daß den Anlaß der angeblichen Vertreibung im Jahre 1439 die starke Verschuldung der Bürger an die Juden bildete (im 14. soll es wieder der Adel gewesen sein, der so stark an die Juden verschuldet war! Popelka, a. a. O., S. 214). Wäre dies tatsächlich der Fall gewesen, dann begreift man nicht, wie es kommen konnte, daß gerade die Bürger, wie es tatsächlich der Fall war, so geringen Gewinn aus der Vertreibung gezogen haben, vgl. Popelka, a. a. 0., S. 214 f. Denn daß die Bürger einen Platz im Judenviertel für den Bau des Rathauses erhielten, konnte ihnen wahrlich keine so bedeutenden Vorteile gewähren und brachte ihnen gewiß keine Lösung aus ihrer Verschuldung! Der Ausgang nach dem Süden aber brachte ebenso den Adel und diesem vielleicht mehr als den Bürgern, einen Gewinn, weil er durch diesen einen unmittelbaren Zugang zu seinen außerhalb der Stadt liegenden Gütern erhalten hat. 45 Bei einer solchen Gelegenheit dürfte auch Albrecht in Gemeinschaft mit seinem Bruder das eine oder andere Haus erworben haben und so kommt es, daß Friedrich das Haus, das er dem Wundarzt Meister Niclas Unger, am 29. Jänner 1439 verkauft, eben für sich und seinen Bruder Albrecht verkauft (Ghmel, a. a. O., 1., S. 387). 46 Weder in der Urkunde vom 28. März 1441 (vgl. Anhang, Urk.), wird von der Art der Schuld, noch in dem am 2. Dezember 1447 erlassenen Privleg word uns, wie bereits erwähnt, irgend etwas von einer Vertreibung erwähnt. 47 Daß das Haus des Juden Leser in der Mesnergasse gestanden ist, können wir dadurch mit Sicherheit nachweisen, daß sein Haus bald als „in der gassen da die juden ettwenn 188