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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1933-08-01 · 3-4 (August 1933) · p. Seite 186

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
3 (1932-1933)
Issue
3-4 (August 1933)
Date
1933-08-01
Page
Seite 186 (sequence 48)
Language
German
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und Adeligen Klage geführt worden war, was aller Wahrscheinlichkeit nach sich hauptsächlich auf Graz bezogen haben dürfte. 87 Vgl. Chmel, a. a. 0. , 1. 184 ff. u. 386 f. So z. B. kauft Friedrich III. auch am 19. Juni 1448 (H H St Arch.), nach Popelka, Graz I 247, Anm. 439: 16. Juni 1448 in der Nähe des Judenviertels, dieses damals besonders beliebten Viertels, weil ja hier die Stadt die größten Entwicklungsmöglichkeiten geboten hatte, beim Marchfutterhaus von Agnes, der Witwe Bernhards des Rindscheid (Rindschad), einer Familie, die übrigens auch später noch Besitz in diesem Viertel besessen hatte (vgl. Anhang, Urk.) ein Haus, „das gelegen ist ze Grez... pey dem frawnklostertor neben der rinkchmawer vnd stozzt der garten hinden an das marchfutterhaws,\ Wenn nun Popelka, Untersuchungen zur ältesten Geschichte usw., S. 205, Anm. 6, hierin Kapper, Bauwerke, S. 53 folgend, das Marchfutterhaus hinter dem Theater am Franzensplatz verlegt, so beweist doch gerade unsere Urkunde die Unrichtigkeit dieser Ansicht, weil ja das angrenzende Frauenkloster und mithin auch sein Tor, das doch gewiß in der unmittelbarsten Nähe des Klosters angebracht gewesen sein mußte, niemals in der Nähe des Freiheitsplatzes sich befunden hatte. Wir werden aber gar bald sehen, wie es zu diesem Irrtume gekommen ist. Tatsächlich befand sich am Freiheitsplatz zwischen Franzensdenkmal und Lambrechterhof ein großer, drei Stock hoher, wahrscheinlich gegen Ende des 15. Jahrhunderts aufgeführter Bau, in welchem 1530 das landesfürstliche Kastenamt, das sogenannte „k. Mt. Casstenhawss" untergebracht war, weil dessen große Räume im 16. Jahrhundert als Schüttkasten für die von den Bauern abzuliefernde Haferabgabe, das sogenannte Marchfutter, gedient hat. Dieses Kaus hatte dann im Laufe der Jahre verschiedene Bezeichnungen erfahren. So z. B. hieß es 1612 der „hohe Stockh dess Zewghawss"; 1620, die alte Puerkh im Zeughaws"; 1627 diente es als Wohnung und Kanzlei des Vizedoms; 1632 wird von ihm als dem „alten grössern stockh gegen der Pasteyen" gesprochen, in welchem der Vizedom wohnte. In einem Plane von ca. 1820 wird es als Marchfutterturm bezeichnet. Dieses Gebäude wurde im Jahre 1836 abgetragen, vgl. Popelka, Graz 1 452 f. — Dieses am Freiheitsplatz bestandene Marchfutterhaus aber war das jüngere diesem Zwecke dienende Haus. Das ältere hingegen stand auf dem Platze, wo heute das Haus der „Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie in Graz" steht, also in der Burggasse 11 und 13, vgl. Luschin bei Popelka 1, 526, s. Nr. 13 u. Popelka, Blätter für Heimatkunde, Graz 1931, Jahrg. IX/4, S. 62. Aus diesem Hause muß ungefähr gegen das Ende des 15. Jahrhunderts die Marchfutterabgabestelle in das obenerwähnte Haus am Freiheitsplatz übertragen worden sein. Dies geht aus Akten des Hofkammerarchivs, i. ö. Herrschaftsakten G 3, Bl. 884 (1538), Bl. 896 (1532), Bl. 898 (1504); Archiv d. Min. d. Innern, i. ö. Archivprotokoll, II A 4 (1527), deutlich hervor, denn dort wird uns mitgeteilt, daß in den Jahren 1504r—1538 die Marchfutterer Thomas Wegner und seine Erben den Nutz- 186

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