Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1933-08-01 · 3-4 (August 1933) · p. Seite 185

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
3 (1932-1933)
Issue
3-4 (August 1933)
Date
1933-08-01
Page
Seite 185 (sequence 47)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2416673-2416686-2416689--0871-3528024
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

a. 0., S. 243, Anm. 2). Aber diese Vereinbarung scheint nicht lange von Bestand gewesen zu sein. Denn nach dem Jahre 1436 hören wir fast nichts mehr von gemeinsamen Verhandlungen und Abschlüssen, es sei denn am 1. Mai 1438, wo sie König Albrecht II. gemeinsam als Schiedsrichter in Angelegenheit der Cillier angerufen haben (Chmel, a. a. O., S. 289) und beim Abschluß des Kontraktes vom 29. Mai 1438 mit dem Stifte Reichersberg (Chmel, a. a. 0., fi. 408). Das aber hinderte Albrecht gewiß nicht, gegen seinen Bruder zu konspirieren. Denn der feurige, unruhige und nach Unabhängigkeit strebende Albrecht empfand es als eine unerträgliche Last, eine so untergeordnete Rolle zu spielen, wie sie ihm der am 13. Mai 1436 zu Wien geschlossene Pakt auferlegte (Chmel, a. a. O., S. 410 ff). 23 Pirchegger, Geschichte der Steiermark, S. 254. 27 Für Judenburg wurde eine ähnliche Verordnung, jedoch erst im Jahre 1476 erlassen, darum auch der blühende Handel dortselbst in der Mitte des 15. Jahrhunderts. 28 Vgl. Scherer, a. a. 0., S. 470 ff. 29 Haben sie ja — soviel sei vorläufig hier gesagt, wenn auch Pirchegger, Geschichte der Steiermark, S. 289, dies bestreitet — sowohl Handel als auch Industrie, auch die Montanindustrie im Lande gefördert. Auch die Semmeringstraße soll von ihnen erbaut wmien sein, vgl. M. Reinitz, das österreichische Schuldenwesen, München 1913. Unverständlich ist mir, was Pirchegger damit meint, die sozialen Verhältnisse schließen solches aus!30 Das ist aus zahlreichen Urkunden in den verschiedenen Archiven zu ersehen. Vgl. übrigens Pirchegger, Geschichte usw., S. 232 ff. Landhandfeste für das Herzogtum Steiermark vom Jahre 1731 (Ausgabe 1842), S. 17; Scherer, a. a. O., S. 473, Anm. 3. und Pirchegger, Geschichte der Steiermark, S. 286. 31 Vgl. darüber Pirchegger, Geschichte der Steiermark, S. 240 ff. 32 Popelka, Graz, S. 64.33 Manches hiezu trug natürlich auch die 1445 erlassene Landhandfeste, die den Handel regelte (vgl. Popelka, a. a. O., S. 64 u. Pirchegger, Geschichte, S. 256) bei.34 Wenn Prichegger, Geschichte usw., S. 288 den Juden des Mittelalters vorwirft: „Der Jude, gefürchtet und voll Furcht (das kann doch nur ein Vorwurf für ihre Bedränger sein. Und wie reimt sich das mit der von Pirchegger, S. 289, geäußerten Ansicht zusammen: „es sei unwahr, daß die Juden in elender, geknechteter Lage gewesen seien''?)1, war nur so weit für Stadt und Land besorgt, als es sein Vorteil gebot", so möchte ich nun gern wissen wollen, was hätte der Jude, dem man seine Existenzmöglichkeit genommen hat, anderes tun sollen, als aus der Stadt wandern? An der Wehruntüchtigkeit der Juden aber, ein Vorwurf übrigens, den man auch anderen Ständen machen könnte, trugen nicht sie, sondern die Machthaber schuld. Dort, wo die Juden ihre Kriegstüchtigkeit erproben konnten, standen sie gewiß nicht an letzter Stelle. Man sollte darum mit Vorwürfen, die nicht durch eigene Schuld der Betreffenden veranlaßt worden sind. 35 Vgl. Nr.? u.? 88 Die Abwanderung dürfte allerdings bereits seit 1412 aus Graz begonnen haben, weil ja von da ab von seiten des Bürgertums ununterbrochen auf den Landtagen gegen den Handel der Juden, allerdings aber auch gegen den der Prälaten 185

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.