Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 3 (1932-1933)
- Issue
- 3-4 (August 1933)
- Date
- 1933-08-01
- Page
- Seite 182 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 81% known words query
- IRI
…/2416673-2416686-2416689--0868-3528021- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
sen vnd nu an vns komen vnd geuallen ist vnd ligt zwischen vnsers getrewn lieben Hannsen des Vngnaden vnsers Hofmarschalichs vnd Thomans des Gyebinger vnsers Hubmaister zu Grecz hewsern und dauon man jerlichen dient drey helbling zu gruntdieenst". —• Dipl. N. 17. fol. 78 (188). Material. I 1, Reg. 218); am selben Tage ein anderes Haus in der Judengasse dem Wolf gang Ursperger und seinen Erben um 90 Pfennige („neben des Symon des Kuguln vnd weilnt des Lernpleins hewsern gelegen vnd stosset hinden an der von Monfort haws das ettwen Merl ein der Judin gewesn ist, dauon man jerlichn dient drey phennyng zu gruntrecht,>. — Dipl. Nr. 17, fol. 78 [190]. Ein anderes Haus in der Judengasse versetzt der Herzog am 19. Februar 1439 dem Grazer Bürger Ulrich Riemer, seiner Hausfrau Barbara und ihren Erben, für geliehene 72 Pfund 63 Wiener Pfennige (Dat. Neustadt, „zwischen irm vnd Hannsen des B r u n n e r hewsern gelegen, das von Werochen dem Juden von Marchpurg an vns als Landsfürsten kommen ist". — Dipl. Nr. 17, fol. 78 [189]). Weiters vertauschte Friedrich ein in der Judengasse gelegenes Haus gegen ein bei dem herzoglichen Garten gelegenes Haus am Schreibhof an den Hubmaister Thomas Gyebinger das „gelegn neben Maister Niclasen des Wundarczts vnd weilnt des Gerssings hewsern vnd stozzet hinden an Vlreichs Smids haws". Gleichzeitig wird das Haus von aller Bürgersteuer und Wacht befreit, jedoch der Grunddienst bleibt (Vgl. Chmel, a. a. O., S. 406, Anm. 3 und Muchar, a. a. O., VII 282). Diesen im Jahre 1439 getätigten Verkäufen und Tauschen folgte im Jahre 1441 der Verkauf des ehemals dem Juden Leser gehörende Haus, das Friedrich um 250 Pfund Pfenning den Teuffenbachern verkaufte (vgl. Popelka, Graz), 213 und Anhang, Urk. und im selben Jahre belehnte Friedrich Hans Ungnad mit dem Haus, das früher Smidl (nicht Sündl wie Popelka, Graz I 213 irrtümlich liest, vgl. über diesen letzteren Namen, Margulies, Sepher Tibh Gitin, Warschau 1884, S. 41, Anm. 7) aus Marburg gehörte (vgl. Anhang Urk. und Popelka Graz, I 213). Über alle diese Häuserverkäufe vgl. weiters Rosenberg, a. a. O., SS. 6 u. 93, auch dazu Starzer, Beiträge zur Kunde steiermärkischer Geschichtsquellen, Graz 1902, XXXII 217 und Krones, ebenda XXXI 178 (vgl. Arch. Urk.); 181 (Ank. Urk.) und 184 (Ank. Urk.). Chmel, der an eine Judenaustreibung nicht denkt, weiß sich den Anfall dieser Häuser nicht zu erklären und meint: „Wann und wie diese Judenhäuser dem Herzog zugefallen sind, ob durch erblosen Abgang der früheren Besitzer (bekanntlich fiel nach der lex Julia et Papia Poppea das Vermögen der Kinderlosen dem Volke, nach der Bestimmung des Caracalla dem Fiscus zu. Vgl. Wolf G., Kleine hist. Schriften; Wien 1892, S. 190, Anm. 1) oder durch Konfiskation für begangenes Unrecht, ist nicht bekannt." 5 Steierm. LA., Nr. 5584. 6 Urkunden des Stiftes St. Lambrecht, Nr. 995, vgl. Anhang Urk. 7 Allerdings nach einer Bemerkung von Unger in der von ihm nach dem im Archive zu Efferding (OberÖsterreich) erliegenden Originale,. 182