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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1933-08-01 · 3-4 (August 1933) · p. Seite 181

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
3 (1932-1933)
Issue
3-4 (August 1933)
Date
1933-08-01
Page
Seite 181 (sequence 43)
Language
German
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einer Urkunde vom 13. März 1399 erwähnte „Judenschur oder der Tempel gestanden haben,59 u. zw. an der Stelle, wo heute die Stadtpfarrkirche steht. Was mich zu dieser Annahme bestimmt, ist der Umstand, daß im Mittelalter gar oft Kirchen an den Stellen errichtet worden sind, wo ehedem Tempel gestanden sind.60 Sehr wesentlich aber erscheint mir auch, daß die Kirche von Westen nach Osten gelagert ist, also die Orientierung hat, wie sie die Synagogen in Frankreich und Deutschland haben, indem sie nach Osten lagen und den Eingang an der Westwand hatten.81 Dabei braucht es durchaus nicht aufzufallen, daß die Fronleichnamskapelle erst um das Jahr 1466 herum erbaut worden ist und nicht schon in den Jahren 1441—1447, wo die Juden von Graz abgesiedelt waren und in welcher Zeit man ja am ehesten die Errichtung erwartet hätte, zumal ja Popelka der Meinung ist, daß Friedrich als Sühne für die begangenen Verbrechen der Juden den Grund östlich der Bürgerstraße für eine Gottesleichnamskapelle widmete,62 die erst dann den Dominikanern mit einem Grund für den Bau eines Klosters gegeben hatte.63 Denn es wird ganz gewiß damals in den Vierzigerjahren noch kein Bedürfnis für ein größeres Gotteshaus in dieser Gegend vorhanden gewesen sein; da genügte noch der wie wir bereits erwähnt haben64 zu einer Kapelle umgewandelte kleine Judentempel. (Fortsetzung folgt.) Anmerkungen. 1 Vgl. Muchar, a. a. 0. VIII. 39; Ilwof und Peters, Graz, Geschichte und Topographie der Stadt und ihrer Umgebung, Graz 1875, 91 u. 136; Scherer, a. a. 0., 237, 469 u. 478; Rosenberg, a. a. O., S. 6, Anm. 2; Popelka, Geschichte der Stadt Graz, Graz 1928, I 214 f. (vgl. auch desselben Aufsatz in „Zeitschrift d. hist. Ver. f. Steiermark", Graz 1919 XVII/II271); Pirchegger, a. a. O., 285. Es ist unrichtig, wenn es im letzteren Buche heißt (Friedrich) ließ sich 1439 von ihrem „Verschulden und falschen Wesen (wo steht dies überliefert!?) überzeugen (sie!) und verbot ihnen den Aufenthalt in Graz". 2 SA. aus „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums", Breslau 1991, S. 7, Anm. 3. 1 Vgl. Beilage u. Scherer, a. a. 0., 477 ff. 4 Vgl. Chmel Joseph, Geschichte Kaiser Friedrichs IV., usw., Hamburg 1840, 1 386 f.: „Seinem Wundarzte Meister Niclas Unger (vgl. Anhang, Urk.) verkauft Herzog Friedrich für sich und seinen Bruder Albrecht am 29. Jänner 1439 sein Haus in der Judengasse zu Graz mit samt dem Keller um 45 Wiener Pfenninge („das ettwen Ylias des Juden gewe- 181

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