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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1933-08-01 · 3-4 (August 1933) · p. Seite 176

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
3 (1932-1933)
Issue
3-4 (August 1933)
Date
1933-08-01
Page
Seite 176 (sequence 38)
Language
German
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nossen haben, herangezogen werden. Zu diesem gewiß wohlberechtigten Verlangen gesellte sich aber auch das egoistische und sittlich gewiß nicht zu rechtfertigende Streben des Bürgertums neben den Fremden, auch die im Lande seit sehr langem eingesessenen Juden, die doch immerhin eine sehr wertvolle soziale Funktion ausgeübt haben,28 in den Städten und Märkten vollständig vom Handel auszuschließen. Für sich allerdings bewarben sich die Städte und Märkte immer wieder um neue Märkte.29 So kam es denn nach langwierigen Verhandlungen der Städte und Märkte in den Jahren 1433—1439 — man beachte diese Zahlen — zu der Resolution, die aller Wahrscheinlichkeit nach ihren Ausdruck in der Verordnung Friedrich III. vom 6. November 1445 ddo. Wien gefunden hat, in der bestimmt wurde, daß: „die juden kein kauffmannschafft hinfüro nit mehr treiben . . . sollen mit Venedigischer waar, mit tuech vnd mit gefüll, mit eisen noch mit wein, ausgenomben, was die juden wein an ihrer geltschuld nehmen . . . ., doch was sie auf den marckten verkauften, dass sie dauvon mauthen vnd zollen".30 Diese Bestimmung wird naturgemäß die Juden in Graz, als dem Sitze der wichtigsten Behörden, wo ja die Kontrolle ganz besonders scharf gehandhabt worden sein dürfte, am härtesten getroffen haben, so daß der von ihnen betriebene Handel vollkommen lahmgelegt worden sein mochte. Gewiß, Graz hatte trotz aller Bemühungen der Behörden den Handel und demgemäß auch den Wohlstand der Stadt zu heben, niemals die Bedeutung als Handelszentrum erlangt, wie etwa Judenburg,31 Marburg, Bruck und Pettau, die, an den Handelsstraßen gelegen, eine besonders günstige Lage für Handel und Wandel aufgewiesen haben. Hätte Friedrich III. nicht eine Zeit lang seine Residenz hier aufgeschlagen, wodurch eine größere Bewegung in die Stadt eingezogen war, würde der Wohlstand der Bürger kaum eine nennenswerte Höhe erreicht haben.32 Das alles aber setzte so recht erst nach den Vierziger Jahren des 15. Jahrhunderts ein und von da ab erst können wir den wachsenden Reichtum gewisser bürgerlicher Familien beobachten. Bis dahin aber bewegte sich der Handel in sehr engen Grenzen.33 Die fremden Kaufleute kamen hauptsächlich in die an den großen Handelsstraßen gelegenen Orte und tauschten dort ihre Güter ein. War •es da bei der geringen Möglichkeit der Betätigung und angesichts 176

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