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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1932-09-01 · 1 (September 1932) · p. Seite 62

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
3 (1932-1933)
Issue
1 (September 1932)
Date
1932-09-01
Page
Seite 62 (sequence 71)
Language
German
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1815, Reb Ber Hirsch4 1817, ferner in späteren, Jahren Sametz und Brummel. Amschelberg ist der Geburtsort des Prager Schriftstellers Dr. Friedrich Adler7, geboren 13./II. 1857, als Sohn Josef Adlers und Maria geborene Fürth, seine Großeltern sind aus Ungarn eingewandert. Dr. Adler ist bekannt als Übersetzer Vrchlickyschei Gedichte, spanischer und italienischer Werke und Verfasser der Gedichtsammlung Gedichte, Neue Gedichte, Vom goldenen Kragen, des Lustspiels „Zwei Eisen im Feuer, Don Gil, der gläserne Magister, Freiheit und eines Essay über Morris Rosenfeld. Von früheren Kultusvorstehern erwähne ich Abraham Reichenstein, Lederfabrikant Josef Heller, Ludwig Adler und Z. Klepetaf. Als Inspektor der Schule wirkte Koppel Perutz7, derselbe bekleidete die Stelle eines Obmannes der Chewrah Kadischa. Als nach dem 1866er Krieg die Cholera die Amschelberger Bevölkerung heimsuchte, bestattete er in unerschrockener Weise die jüdischen Opfer dieser fürchterlichen Seuche. Als Tempelvorsteher ist Joachim Hübscher, als Vorbeter Isak Kohn und Chaim Hübscher zu erwähnen. Als Jugendbildner taten sich Oberlehrer Sigmund Stein und die Lehrer Ehrmann und Fische! hervor. Der Kulturvorsteher Abraham Reichenstein genoß in der Gemeinde großes Ansehen. Als Hausjude des (Freiherrn) Schloßherrn Mladota von Solopisk, dessen geschäftliche Transaktionen er zu dessen vollkommenen Zufriedenheit durchführte und dessen Freund und Berater er war, gelang es ihm eine gesellschaftliche Stellung ersten Ranges zu erreichen. Sein Sohn Samuel war Direktor der Creditanstalts-Filiale Prag, sein zweiter Sohn Joachim Advokat in Prag. Allgemeiner Wertschätzung erfreute sich Abraham Pick, der wiederholt zu (Baron) Mladota gerufen wurde, um ihm von seinen Leiden zu befreien. Ihm treu zur Seite stand seine Frau Bejle, welche für die Haus-Apotheke die Medikamente herstellte. Die Synagoge8 befand sich auf dem nordöstlichen Ende der Stadt, ebenso einige Judenhäuser, ein jüdisches Branntweinhaus im Süden derselben. Im Jahre 1740 brannte die Synagoge ab und wurde durch die noch heute bestehende ersetzt. In derselben werden Vorhänge und Tora-Mäntelchen mit Goldstickereien9 (gitterförmig erhaben) aus dem Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts, darstellend eine Vase mit einem Bouquet, aufbewahrt. Aus dieser Zeit stammen auch die Bronzeluster. Die im Jahre 1870 62

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