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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1932-09-01 · 1 (September 1932) · p. Seite 63

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
3 (1932-1933)
Issue
1 (September 1932)
Date
1932-09-01
Page
Seite 63 (sequence 72)
Language
German
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errichtete zweiklassige jüdische Volksschule, die in diesem Jahre von 100 Schülern besucht und von 2 Lehrern geleitet wurde, existiert nicht mehr. Die Verhältnisse auf dem Lande, gestalteten sich für die Juden immer schwieriger. Viele von ihnen verließen das Städtchen, um in der Hauptstadt und in den anderen größeren Städten bessere Existenzmöglichkeiten zu suchen, die Gemeinde schrumpfte dadurch immer mehr zusammen. Im Jahre 19*01 war Amschelberg noch eine selbstständige Gemeinde. Seit 1927 steht an der Spitze derselben der Lederfabrikant Viktor Heller. Die Gemeinde die heute unter 824 Einwohnern 31 jüdische Seelen mit 8 Steuerzahlern zählt, fungiert lediglich als Betgemeinde. Die Matrik wird in Sedlöany geführt, doch befindet sich auf dem Pfarramt in Amschelberg eine jüdische Matrik aus älterer Zeit. Die Ausgaben der jüd. Gemeinde betragen jährlich Kc 3000.—. Heute leben in Amschelberg u. a. folgende jüd. Bürger Karl Stern, Vitezslav Klepetaf, Oswald Lovositzky, Otto Kaufmann, Max Heller, Adolf Kaufmann und Viktor Heller. In Amschelberg lebten 44 Famiiianten10, die unter Landes- Nummer 1630—1665 eingetragen sind. Dem Berufe nach gab es unter ihnen Glaser, Sattler, Seifensieder, Lohgerber, Leder-, Woll- und Bettfedernhändler, Kaufleute, Bäcker, Fleischhauer, Flußhauspächter. Hausierer, Getreidehändler, Ackerbauer und Branntweinhauspächter. Der Familiant Lobositzky widmete sich der Militärlaufbahn, Moses Klepetaf erhielt 1842 die Ehekonsens auf das Studium der Arzneikunde. Besonders die Lohgerberei und Lederfabrikation gelangte durch die Juden zu großer Entfaltung. Der Familiant Josef Münz11 errichtete mit einfacher Landesbefugnis 3./HI. 1832 mit Josef Oppenheimer eine Lederfabrik die 6 Arbeiter beschäftigte und Kleinleder erzeugte. Ein Schwiegersohn Leopold Fürths, Josef Heller der mit dessen Tochter Salie vermählt war, übernahm dessen Lohgerberei und vergrößerte dieselbe. Sein Sohn Max führte moderne Maschinen ein und verwandelte dieselbe in eine Fabrik. Ein großer Teil der in Amschelberg lebenden Famiiianten hatte ursprünglich dem alten Schrifttum entnommene Namen, denen der Name des Vaters beigefügt wurde. Alle Famiiianten in Böhmen 63

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