Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 3 (1932-1933)
- Issue
- 1 (September 1932)
- Date
- 1932-09-01
- Page
- Seite 61 (sequence 70)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Famiiianten von Amschelberg und Rothradek (Kosovä Hora a Hradek Cerveny, Berouner Kreis). Von Rudolf Rosenzweig, Prag. Amschelberg ein Städtchen 3% km von der Bezirksstadt Sedlcany entfernt, gehört zu den ältesten Siedlungen Böhmens. Die ersten Nachrichten stammen aus dem Jahre 12721 . Wann sich Juden hier zuerst niedergelassen haben, kannte ich, da mir entsprechende Quellen nicht zur Verfügung standen, nicht feststellen. Sie sollen bereits im 15. Jahrhundert hier gelebt haben2, errichteten später eine Synagoge, um 1580 einen Friedhof, auf welchem noch heute über 250 Jahre alte Grabsteine sich befinden. Im Jahre 1570 haben zwei jüdische Steuerzahler, die vom böhmischen Landtag in diesem Jahre bewilligte Türken-Steuer entrichtet3. Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich die Gemeinde immer mehr und erreichte 1870 die Zahl von 400 jüdischen Seelen, also fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung. Ihre Zahl sank 1876 auf 268 jüdische Seelen unter 862 Einwohnern. Von bedeutenden jüdischen Männern, die aus Amschelberg stammen oder hier gewirkt haben, erwähne ich den gelehrten Rabbiner Samuel Hakohen (Kohn)4 1780—1811, ein Schüler des Prager Oberrabbiners Ezechiel Landau5, derselbe wurde später Pilsner Kreis-Rabbiner mit dem Sitze in Tachau. Hier starb er Rosch-Chodesch Elul 5571—18116, weiters David Löwy7, welcher sich als Rabbiner um die Gemeinde große Verdienste erwarb. Geboren 1805 verlebte er seine Jugend in Dub, Horazdovic, und Strakonitz, besuchte später als Bachur die Vorlesungen des berühmten Mosche Sofer an der Jeschiwah in Preßburg, und vollendete seine Studien an der Prager Universität. Er bekleidete die Stelle eines Rabbiners in Habern, heiratete 1835/36 in Kalladay bei Moldautein, übersiedelte dann nach Weitentrebetisch. In Amschelberg wirkte er 1842—1862, wurde dann Kreis-Rabbiner in Beroun bis zu seinem im Jahre 1866 erfolgten Tode. Weiters erwähnte ich Reb Jossei4 61