Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 3 (1932-1933)
- Issue
- 1 (September 1932)
- Date
- 1932-09-01
- Page
- Seite 50 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2416673-2416686-2416687--0718-3527949- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Sozialen Hilfsvereines gibt es auch eine Mädchengruppe, die sich mit dem Ausüben der Mizwa;,Hachnasath Kalla" befaßt. Eine Schöpfung des Sozialen Hilfsvereines ist die Jüdische Kreditgenossenschaft, die mit Hilfe des „American Joint Distribution Commitee" vor beiläufig 10 Jahren zustandekam, heute schon sein eigenes Heim in der Mühlengasse besitzt, an deren Spitze seit ihrer Begründung der derzeitige Präses der Muttergemeinde, Rechtsanwalt Dr. Ign. H e r c z steht, und die von Eugen Paszternak geleitet wird. Seit zwei Jahren besteht hier eine Bne-Brith-Loge, die in der Meszärosgasse ihr eigenes kleines Heim hat; ihr Obmann ist Dr. Eugen M o 1 n ä r; sie rief einen Kulturverein ins Leben, der zu seinem Obmanne den Vorsitzenden der Loge wählte. Im vorigen Synagogaljahre veranstaltete dieser Verein zwei Kulturabende, in diesem hingegen ruht die Tätigkeit. Es scheint ein Prinzip der Loge zu sein, solche Männer, die auch Pfleger der jüdischen Wissenschaft, Kultur, Träger der Ideale des jüdischen Volkes sind, schon etwas für das Judentum leisteten, in ihren Verband nicht aufnehmen zu wollen. Die humanitäre Tätigkeit der Loge ist uns unbekannt, da sie nicht vor der Öffentlichkeit ausgeübt wird. Vor dem Kriege gab es hier eine Filiale des Isr. Landespatronagevereines, der von Dr. Alexius N e u w i r t h, der bis 1925 beiläufig 10 Jahre auch Präses, vorher Schulvorsteher der Muttergemeinde war, geleitet wurde. Sein Mitarbeiter bei der Patronage war der schon erwähnte Schuldirektor Nändor S z i 1 ä g y i. Der Isr. Kreuzerverein, der viele Jahre hindurch bestanden, und sich mit Unterstützung armer Glaubensbrüder und Glaubensgenossinnen befaßte, zuletzt von Frau Bertalan Ganczfried (deren Gatte Rechtsanwalt war, in der Muttergemeinde eine führende Rolle innehatte, Sprosse einer angesehenen rabbinischen Familie war, zu der auch der berühmte, auch in meinem Geburtsorte, Brezovica [ung. Berzevicze], amtierte Rabbi Salomon Ganczfried,35 Verfasser des Kizur Schulchan Aruch und mehrerer rabbinischen Werke, gehört) und von Frau Dr. Armin Glück, geleitet wurde, löste sich nach dem Hinscheiden der Letztgenannten, also vor einigen Monaten, gänzlich auf. 86 S. Zsidö Lexikon, S. 305 u. 112. Jüd. Lex., B. II., Sp. 894. 50