Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 3 (1932-1933)
- Issue
- 1 (September 1932)
- Date
- 1932-09-01
- Page
- Seite 49 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
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- Košice 1× ep/1000233
- Prešov 1× ep/1045481
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Höchst segensreiche soziale Tätigkeit entfaltet der von Frau Irene Matzner tüchtig geleitete, im J. 1920 gegründete „Soziale Hilfsverein für Juden der Slowakei" (Nachfolger des „Joint-Komitees", an dessen Spitze ebenfalls die Frau Matzner stand), der folgendes leistet: Er erhält: 1. „eine Werkstätte zur Ausbildung von Mädchen im Nähen und Kunstgewerbe in Kaschau; 2. eine Nähwerkstätte in Michalovce; 3. eine Schlosserwerkstätte, die an eine Lehrlingsschule und ein Lehrlingsheim in Presov angeschlossen ist." Außerdem wird eine Mensa (Freifisch-Institution) für Mittel- und Fachschüler, sowie Berufslehrlinge beiderlei Geschlechtes in Kosice erhalten. Hier werden seit nahezu 5 Jahren täglich bis 90 Knaben und Mädchen (heute mehr als 100) vollständig verköstigt. Alljährlich werden 100 unterernährte, erholungsbedürftige Kinder in Ferienkolonien, die 4. Wochen dauern, untergebracht." Auch erhält der Hilfsverein ein Waisen- und Lehrlingsheim in der Floriängasse, welches am 6. Sept. 1931 eingeweiht, aber seiner edlen Bestimmung schon früher übergeben wurde. „In diesem Heime wurden 50 Jugendliche untergebracht, ferner befindet sich dort die Näh- und Kunstgewerbeschule des Vereines, „Alba" genannt, die Mensa, die Kanzleien, ferner ein Schulsaal, ein Gärtnerei- und Landwirtschaftskurs, dem ein 800 Quadratklafter großer Garten mit Gewächshaus zur Verfügung steht."34 Im Waisen- und Lehrlingsheime herrscht tadelloser jüdischer Geist. Kongeniale Mitarbeiter der Frau Irene Matzner (Tochter des schon erwähnten Dr. Jakob Moskovics, Schwester des Dr. Wilhelm Moskovics, der einige Jahre Schulvorsteher der Muttergemeinde war) sind: Sekretär des Vereines Eugen Erös, der vor dem Umstürze in Budapest Direktor einer hauptstädtischen Elementarschule war und Verfasser von mehreren pädagogischen Artikel ist, und Frau Dr. Josef L ö w y, die Gattin des schon genannten Dr. Josef Löwi, Schwester des jetzigen Budapester Oberkantors: Emanuel Abrahamssohn, der vor dem Kriege einige Jahre hindurch die Oberkantorstelle der hiesigen Muttergemeinde innehatte. Im Rahmen des 84 S. Sozialer Hilfsverein für Juden der Slovakei. Kosice 1920—1930, Mukacevo 1930, S. 8 u. 10. 49