Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-06-01 · 4 (Juni 1931) · p. Seite 290

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
1 (1930-1931)
Issue
4 (Juni 1931)
Date
1931-06-01
Page
Seite 290 (sequence 74)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2416673-2416674-2416679--0309-3527874
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

folgenden Tage, nach der erfolgten Wahl von den 3 Oberkassieren der Ch. K., wie bisher üblich, anstatt des Stellvertreters ein vierter Kassier gewählt werden möge, welch Letzterer noch niemals ein Ch. K. Kassier gewesen sein darf, welcher in den Obliegenheiten eines Ch. K. Gabbai, unter Aufsicht und Anordnung der 3 Obergabbaim, sich für sein Amt gehörig auszubilden hat. Zur Erreichung dieses Zweckes wird2) einstimmig beschlossen und zur genauen Festhaltung statuiert, daß der gewählte 4. Kassier, ohne Unterschied des Vermögens, unter keiner Bedingung, und auch aus freiem Willen kein Mahl machen darf, um den, der Nichts jßein Eigen nennt, nicht zu beschämen, der aber seiner Stellung und seiner Eignung nach würdig zum 4. Kassiere der Ch. K. II. Verordnungen in anderen Ländern. Gegen Trinkgelage und Kleiderluxus eifern schon die Propheten,25) in talmudischer Zeit aber stand der Luxus jüdischer Frauen hinter dem der Römer weit zurück.26) Einschränkungen des Kleiderluxus und der üppigen Gastereien, wurden in den früheren Jahrhunderten von den jüdischen Gemeinden mit aller Strenge angeordnet. Gar manche Übergriffe hat die Interpretierung des Gesetzescodex mit sich gebracht. Die Brautleute an ihrem Ehrentage zu erfrelien27) galt und gilt bei den Juden als verdienstvoll, doch die Begüterten konnten sich zuweilen beim Zurichten der Hochzeiten des Guten nicht genug leisten. Simon Weisenau28) im Hause zum Hirschen in Frankfurt a. M. feierte im Jahre 1504 das Hochzeitsfest seiner Enkelin. Es erschienen viele fremde Juden, angetan mit kostbaren Gewändern, Herren und Grafen wohnten, dem Feste bei, in den Abendstunden erschienen Bürger und Bürgersfrauen als Zuschauer. Die Folge war eine Vorladung der Judenvertreter vor das geistliche Gericht in Mainz. Isak zur Kanne29) entfaltete im Jahre 1681 bei der Hochzeit einer Tochter einen solchen Luxus, daß die Obrigkeit dagegen einschreiten mußte. Es waren vornehme christliche und die besten jüdischen Familien zur Tafel geladen und war die veranstaltete Maskerade von besonderer Üppigkeit — Glückel Hameln30) berichtet über die Hochzeit ihrer Tochter Zipor (1673) mit Cossman Sohn Eli Cleve (Gomperz). Prinz Friedrich, nachmaliger Friedrich III., Kurfürst von Brandenburg, 290

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.