Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 4 (Juni 1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- Seite 272 (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ihr niederknien." „Und tatsächlich", so schließt der Bericht, „sahen alle Anwesenden acht Lichter am Himmel." Der extrem-schabbatianische Einschlag seines Wirkens, der diesem Berichte zu entnehmen ist, äußert sich in weit größerem Maße vor allem in den Zeremonien der Sabbatheiligung. Diese wurden im Hause des Salman Dobrusehka gefeiert, bei denen Nathan Arholz nach seiner später erfolgten Ankunft, ebenso wie früher in Altona, als Vorbeter fungierte. Dem Texte entsprechend: Lecha dodi likrat kalah (Komm Freund der Braut entgegen), tanzten sie einem nackten Weibe entgegen, das am Altare stand. Wolf selbst war am Sabbat in türkische Tracht gekleidet, um dem^ „großen Schabbatai Zewi zu gleichen". Mordechai E ib e n s c h i t z, der Bruder des Wolf erzählt, daß dieser am Sabbat paradiesischen Duft um sich verbreite und der Name Gottes an diesem Tage in seinem Fleische sichtbar wird. (Wer will hier nicht das Stigmawunder von Konnersreuth erkennen?) Aus diesen Mitteilungen geht klar hervor, daß Wolf durch solches Auftreten jener Richtung im Schabbatianismus näher kommt, deren Urheber Jakob Frank ist. Die Grundtendenz dieser Richtung ist der leichte Übertritt ihrer Anhänger zu einer anderen Religion. Denn ihre Lehre verkündete, „daß der Messias erst kommen werde, bis alles Heilige, das sich aus der jüdischen Religion in andere Religionen emanierte, zu seinem Ursprünge zurückgekehrt sein wird, was dadurch beschleunigt werden könnte, daß sich viele Juden zu diesen Religionen bekennen, um dadurch alles in denselben enthaltende Heilige an sich zu reißen. Deshalb der leichte Übertritt dieser Sektierer zu einer anderen Religion." Also eines der Hauptmerkmale dieser Richtung ist der Wunsch nach völliger Verwischung jeder Grenze zwischen Judentum und übrigen Religionen. Hat dies doch Schabbatai Zewi durch die Annahme der mohammedanischen Religion an seiner eigenen Person bewiesen. Natürlich, die Schabbatianer konnten mit dieser Forderung nach einer Synthese der Religionen nicht direkt zum jüdischen Volke kommen. Sie mußten diese Absicht verhüllen und andere Momente hervorheben, um vorerst das Volk an sich zu fesseln. 272