Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 4 (Juni 1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- Seite 271 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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.Wunderwirkung war er bestrebt, die Anwesenden an sich zu fesseln, zu denen, wie zur Zeit des Loebele Praßnitz, die angesehensten Bürger und natürlich auch Kabbalisten der Stadt zählten. Unbekannte mährische Juden wollen in ihrer Zeugenaussage von einer anderen Reiseroute des Wolf und seines Anhanges wissen, die nicht über Hotzenplotz und Proßnitz, sondern über Dresden geführt haben soll, wohin ihm seine „unmoralische Brünner Freundin", Schoendl Dobruschka, die ihn auch, wie oben berichtet, finanziell unterstützte, entgegenfuhr, um gemeinsam mit Wolf und Nathan Arholz nach Brünn zu reisen. Dieser Reisebericht erscheint jedoch unwahrscheinlich, da es nicht anzunehmen ist, daß Wolf E. um dieselbe Zeit in Hotzenplotz, Proßnitz und Dresden gewesen sein konnte. Seine Anwesenheit und Tätigkeit in den erstgenannten Städten ist durch mehrere Berichte bestätigt, während seine Reise über Dresden von keiner anderen Seite mehr bekräftigt wird, wir auch keinen Bericht darüber haben, daß Wolf mit seiner Gruppe irgend eine Stadt, etwa Prag, auf seinem Wege über Dresden streifte. Dieser Reisebericht scheint auch deshalb unwahrscheinlich, weil, wie oben erwähnt wurde, Nathan Arholz in Altona zurückblieb, um noch einige unerledigte Angelegenheiten zu regeln, er daher an dieser Reise nicht teilnehmen konnte. Von Proßnitz begab sich Wolf mit seinem Anhange nach Brünn, wo er sein Hauptlager aufschlug, um von hier aus über ganz Mähren seine schabbatianische Tätigkeit zu entfalten. Einer Zeugenaussage des Israel Böhm aus Böhmen entnehmen wir, daß dieser einen Jüngling Herzl aus Böhmen kennen gelernt habe, der zur Zeit der Anwesenheit des Wolf in Brünn, im Hause des Salman Dobruschka verkehrte. Im Dezember war es, am Heiligen Abend, als Wolf und seine Leute bei Dobruschka versammelt waren, er den Anwesenden erklärte, daß es ein Unrecht sei, wenn fromme Juden an diesem Abend ihre Zeit mit Belustigung und Spiel verbringen. Selbst faßte er nach seiner Harfe, sang Lieder und weinte. Plötzlich aber hielt er inne und rief aus: „Schauet hinaus! Draußen ist eine Feuersäule, die von der Erde bis zum Himmel reicht, aus welcher der Gottesname hervorleuchtet. Auf ein Zeichen, das ich euch geben werde, müsset 271