Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 4 (Juni 1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- Seite 269 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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welcher besonders die Mährer einen großen Prozentsatz bildeten. Zu den bedeutendsten seines Anhanges zählten: MeirProstitz, dessen Sohn und Frau (die Köchin Wolfs), Nathan Arholz, C h a j i m Stampfen, dessen Vater (Rabbiner in Teplitz), E i s i k K a 1 i s c h, drei Jünglinge aus Holleschau, alle drei mit Namen Moscheh, ferner Aharon Trebitsch, Manele Elsas, Wolf Akives und Josef Hammel. Von diesen blieben Meir Pröttitz und Nathan Arholz (es waren dies jene zwei Männer, die im Haustor Wolfs saßen und die Vorübergehenden zum Eintreten luden) in Altona zurück, um noch einige Angelegenheiten zu regeln, während die übrigen mit Wolf abreisten. Sein Vater Jonathan gab ihm noch den Löb Stassow aus Rechnitz mit auf den Weg, „damit Wolf spreche und Löb sein Prophet sei". Seinen Freunden in Altona, die ihm ihr Gold und Silber ausgefolgt hatten, erzählte er, er sei Baron und werde in einigen Monaten mit einem doppelt so großen Reichtum zurückkehren, um sich dann schließlich als Messias zu gerieren, was ja im Grunde genommen Endziel des Schabbatianismus war. Und tatsächlich fuhr er wie ein Baron durch die Altonaer Judengasse in seiner neuen, goldverzierten Equipage, von zwei Lakaien begleitet. Hoch zu Rosse saß sein Kutscher und stieß in die Trompete. Sie fuhren über Hotzenplotz nach Mähren. Über den Aufenthalt Wolfs in Hotzenplotz wird erzählt, daß er in unsittlichem Verkehr zu einer nichtjüdischen Wirtin stand und als er eines Morgens in der Synagoge zum Fünfbuch gerufen wurde, den Betrag, den er beim Vorlesen aus dem Fünfbuch gespendet hat, nicht bezahlen konnte, weil diese Wirtin ihm beim nächtlichen Zusammensein die Geldbörse stahl, um sie dann öffentlich feilzubieten! Vielleicht ist aber diese Begebenheit doch nur mehr Dichtung als Wahrheit ungenannter Reisender aus Mähren, geradeso wie das Kolportieren der Geschichte von einer Maitresse, welche, als Mann verkleidet, sich angeblich in seinem Gefolge befand und nach einem Zerwürfnis mit Wolf alles verraten haben soll. Solche Berichte über Wolf erschienen dem Volke umso glaubwürdiger, als er noch nicht verheiratet war. Überhaupt sind alle unsittlich angehauchten Erzählungen über sein Leben diesem Umstände zuzuschreiben. Um solchem Gerede zu entgehen, das jedoch 269