Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 4 (Juni 1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- Seite 268 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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sich den Namen nach dem mährischen Städtchen, wo dessen Vater Nathan Nata als Rabbiner tätig war, selbst beilegte) HITHABKUTH (Lemberg, 1878), besonders in den Abteilungen GATH DERUCHA und JEKEW SEEW wertvolle zusammenhanglose Mitteilungen über das Leben des Wolf, welche er (Emden) der „maßlose Zelote gegen Ketzerei" in zahlreichen Briefen und Zeugeneinvernahmen veröffentlichte, die aber immer noch nicht vollständig historisch ausgebeutet worden sind. Aus diesem Material habe ich folgendes festzustellen vermocht: Im Frühjahr 1760 verließ Wolf den Wohnort seines Vaters, Altona, nachdem sein Mobilar nach einer Ankündigung in der Haarlemer Zeitung auf Grund der Forderung des Amsterdamer Juden Salomon Kalif öffentlich versteigert worden war. Wie groß war aber die Überraschung der jüdischen Öffentlichkeit, als bei der Versteigerung drei Alabastergötzen zum Vorschein kamen! Wie erstaunt waren alle, als in Wolfs Studierzimmer das Bild eines Jünglings gefunden wurde, der ein Mädchen in Umarmung hielt, als ferner am Plafond das Bild der Venus mit tanzenden Engeln zu sehen war und als man schließlich ein Klavier mit Kreuzen geziert gefunden hatte?! Und das alles im Hause des Sohnes des Rabbiners der drei großen Gemeinden Hamburg-Altona-Wandsbek! Das genügte natürlich, daß sich die Wut des frommen Volkes gegen Wolf richtete, der auf solch unjüdische Art seine Wohnung zierte. Sein kluger und gelehrter Vater, der ihn ursprünglich selbst verehrt haben soll, soll ihm geraten haben, Altona zu verlassen, weil er befürchtete, das Verbleiben seines Sohnes könne die ganze Familie ruinieren und auch seine Stellung als Rabbiner der drei Gemeinden, da er ohnedies eine Welt von Gegnern gegen sich hatte, erschüttern. Vor der Abreise forderte Wolf von seinen Anhängern ihr Gold und Silber, welches ihm auch bereitwilligst ausgefolgt worden ist. Dies konnte umso leichter geschehen, als sein Diener, Adjutant, Kassier und Berater David Wöllstein, ein derart geschickter Alchimist war, daß er die „Schätze" des Wolf in den verschiedensten* Formen in „lauterstem Golde" dem Volke zeigte. Erst viel, viel später hat es sich herausgestellt, daß dieses Gold —■ gefälscht war. Wolf hatte noch in Altona eine große Anhängerschar, unter 268