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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-06-01 · 4 (Juni 1931) · p. Seite 255

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
1 (1930-1931)
Issue
4 (Juni 1931)
Date
1931-06-01
Page
Seite 255 (sequence 39)
Language
German
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nopovsky dum hatte Bassewi die Münzkammer.5) Hier hatte er auch seine für die damaligen, unsäglich schwierigen Wohnverhältnisse im alten Ghetto ungewöhnlich geräumige Privatwohnung7) Die Angabe7), daß Bassewi die „zwei Häuser u tri studni an der Niklaskirche mit dem Zugange in das Ghetto unentgeltlich verliehen wurden", und daß diese Schenkung „ein Gnadenakt des Kaisers" war, ist dahin zu berichtigen, daß der Bewilligung zum käuflichen Erwerbe beider Häuser ein Gnadenakt des Kaisers zugrunde lag. Gleich nach deren Erwerbe ließ Bassewi beide Häuser gründlich umbauen. Die Ansicht Dr. Teiges5), daß der Umbau im ]. 1612 erfolgte, dürfte wohl irrig sein, da Bassewi die Häuser erst im J. 1620—21 erwarb. Über den Umbau der Häuser schreibt Teige: „Wir sind genau davon unterrichtet, da seine Nachbarin Sophie Ursperger den Bau gerichtlich einstellen ließ, weil die an ihre Wohnstube anliegende Mauer durch Untergrabung und Vertiefung des Grundes eingestürzt war.5) Das Sechsherrenamt — „üfad sestipansky" — die damalige Baubehörde, bestimmte, Bassewi solle die Mauer bis zur früheren Höhe auf eigene Kosten aufführen und dieselbe dem Dachstuhle von Frau Sophiens Hause auf die Art anfügen lassen, daß sie für immer gemeinschaftlich bleiben solle. Jedoch wurden, — so bemerkt Teige, — neue Klagen gegen Bassewi, oder wie es in den Protokollen heißt, „Jakob Bassewe, den Wälschen" laut. Welcher Art diese Beschwerden waren, erfahren wir aus einer Klage des Prokop Dvorecky z Olbramovic gegen Bassewi, weil er einen Erker an seinem Hause errichtet habe, von dem herab man in sein Herrschaftshaus sehen kann.8) Über diese Erker, oder wie sie in den ältesten Baubewilligungen heißen, — die „rundele", berichtet Dr. Zikmund Winter*): „Das Sechsherrenamt bewilligte im J. 1606 einen solchen Erker im Deutulinischen Hause. Gleichzeitig errichteten die Prager Baumeister hoch auf den Dächern mancher Häuser die sogen, „altäny" — freistehende Giebel, — so wie man solche noch heute auf dem Altstädter Ring gegenüber der alten Rathausuhr und in der Gemeindehofgasse u, s. u. sieht. Diese Zubauten fanden jedoch nicht immer das Einverständnis der Nachbarn; in ihren Eingaben verwahren sie sich gegen die Errichtung dieser Erker, „welche nie vorher auf den Dächern der Nachbarn gewesen sind, daß sie hinderlich, ja sogar dem Verderben dienen". Im J. 1614 Wagte ein Nachbar, daß ein solcher Erker 255

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