Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 4 (Juni 1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- Seite 254 (sequence 38)
- Language
- German
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Privileg Ferdinands IL vom 18. Jänner 1622 sollten die Häuser Jakob Bassewis in Prag und „in den anderen Städten" mit keinerlei Gemeindeforderungen, mochten sie weltlicher oder geistlicher Art sein, belastet werden. Dasselbe gilt von allen in den Landtafeln, eingetragenen Gütern.4) Schon ein Jahr später — im J. 1623 — finden sich alle diese Häuser der Jurisdiktion der Prager Altstadt entzogen und dem Ghetto bereits einverleibt. Ob Bassewi von dem Privileg des Grundstücke-Erwerbes auf dem Lande Gebrauch gemacht hat, konnte bisher nicht festgestellt werden. Im J. 1623 kaufte er von Pavel Michna z Vacinova eine Weinberge am Abhänge der Srpovä Hora, — etwa oberhalb des heutigen Klamschen Gartens in Kosir, der dann wahrscheinlich unmittelbar in den Besitz der Prager Judengemeinde überging, die hier ihren Bedarf an rituellem Weine eigener Fechsung deckte.5) Kurz nach seiner Übersiedlung von Wien nach Prag kaufte Jakob Bassewi im J. 1620 ein unmittelbar am Eingange in die Judenstadt, jedoch dem Kataster der Altstadt gehöriges Haus C. N. 74-1. Es war dies das Eckhaus der Mayzl- und der Dreibrunnengasse und war ziemlich geräumig, denn es wurde noch im J. 1610 auf 1000 Schock böhm. Gr. geschätzt. Die Geschichte des Hauses läßt sich bis in das Jahr 1362 verfolgen.6) Es hieß „Vankovsky dum" und hatte damals dem Frenclin Kornpuhel angehört. Teige berichtet weiter über die ununterbrochene Reihe der nachmaligen Besitzer, bis an den Bäcker Gallus Turnovsky — 1571 — dessen Sohn Johann das Haus im J. 1620 um 1000 Schock Gr.6) an Jakob Bassewi verkaufte. Im J. 1621 kaufte er auch das Nachbarhaus „Konopovsky dum" C. Nr. 73-1 und im J. 1622 wurden ihm auch die gegenüberliegenden, dem Bäcker J. Balcar konfiszierten Häuser abgetreten.7) Dieses Haus ragte aus der Reihe der Häuser in die Gasse hinein, so daß es in den älteren Schriften als ein Eckhaus bezeichnet wird. Zum erstenmale wird es im J. 1363 als Eigentum Funklins erwähnt. Später gehörte es dem Krämer Sränek. Im J. 1571 kaufte das Haus Cyrian Konope, später Joh. Ursperger, dessen Witwe das Haus ihrem zweiten Gatten Johann Soukup als Mitgift zubrachte. Dieser war auch der letzte christliche Besitzer, denn im J. 1621 erstand das Haus Jakob Bassewi um 1050 Schock böhm. Gr. 5) In dem Ko- 254