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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-06-01 · 4 (Juni 1931) · p. Seite 253

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
1 (1930-1931)
Issue
4 (Juni 1931)
Date
1931-06-01
Page
Seite 253 (sequence 37)
Language
German
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Die Häuser des Jakob Bassewi von Treuenburg. Neue Quellenforschung. Von Jaroslav Rokycanay Prag. Die Lebensgeschichte des berühmten „hoffähigen" Juden Jakob Bassewi ist schon des öfteren ausführlich geschildert worden, so daß ich hier nicht neuerdings auf die zur Genüge beleuchtete historische Gestalt eingehen muß.1) Bis zum J. 1599, in welchem er von Rudolf II. zum Hofjuden ernannt wurde, gehörte Bassewi dem Wiener Hofstaate an; in Prag taucht sein Namen erst um das Jahr 1610 auf, doch schon mit gewissen Sonderrechten ausgezeichnet, u. a. war er und seine Angehörigen von der Pflicht des Judenabzeichens befreit. Die Familie genoß ferner Mautfreiheit, Zutritt zu allen Gerichtshöfen, durfte Darlehen auf Immobilien gewähren, es wurde ihr die freie Gerichtswahl zuerkannt; das alles sind Freiheiten, die alle bisherigen Rechte seiner Glaubensgenossen weit überragten. Alle diese verbrieften Gnaden und Freiheiten überlebten kaum ihren Träger und wurden unmittelbar nach dessen Tod als rechtswidrig erklärt und kassiert. Was jedoch Jakob Bassewi weit überlebte und der Prager Judengemeinde dauernde Vorteile sicherte, waren die durch Kauf und Widmung erlangten „Bassewischen Häuser", welche das enge Ghetto bedeutend vergrößerten. Es waren dies so ziemlich die größten der 39 bis 42 „Liechtensteinschen Häuser,2) — ihre Zahl findet sich nirgends genau fixiert vor. Stadtarchivar Dr. Teige, der aus den Urkunden des Prager Archives schöpfte, schreibt: „ein Verzeichnis dieser Häuser berichtet so, ein anderes anders". Diese Häuser erwarben die Juden in den Jahren 1622—1623 an der Peripherie der Judenstadt aus den Konfiskationen der „abscheulichen" Rebellion unter der Protektion des allermächtigsten alter ego des Königreiches Böhmen, Karl von Liechtenstein und des entschiedenen Widerspruches der Altstädter Bürger. Alle diese ehemaligen Christenhäuser lagen in den Pfarrsprengeln von Set. Nikolaus, Set. Valentin und des hl. Kreuzes3). Im 253

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