Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 4 (Juni 1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- Seite 247 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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zehn Juden, wobei außer den bereits früher genannten Orten Ungarisch-Brod, Groß-Meseritsch, Pohrlitz, Trebitsch und Holleschau erwähnt werden, in welch letzterer Stadt neben Trebitsch die ersten jüdischen Meister auftreten, welche ihre Arbeiten mit Namens- und Feingehaltsmarke versehen. Die meisten unter ihnen sind tüchtige und geschickte Handwerker, die die „getriebene und gestochene Arbeit, Filigran- und Drahtarbeit" verrichten und, wie Emanuel Polnauer in Trebitsch, als „Geschickte und gutte arbeither" von christlicher Seite geschätzt und gerne aufgesucht werden. In der Zeit der napoleonischen Kriege und dann unmittelbar vor den Achtundvierzigerjahren hört jedoch Mähren auf, für das jüdische Handwerk von Bedeutung zu sein. Es kann symptomatisch sein, daß dieser Zeitpunkt fast zusammenfällt mit dem Aufhören talmudischer Forschung in diesem Lande. Beides findet eine Zuflucht im Osten, das jüdische Volksleben in dem alten Zentrum Mähren hat sein Ende gefunden. Die erste israelitische Kleinkinder-Bewahranstalt in Europa, errichtet im Jahre 1835 in Prag. Von M. Kaufmann, Karlsbad. Der Prager Judengemeinde gebührt das Verdienst, die erste jüdische Kleinkinder-Bewahranstalt in Europa errichtet zu haben. Der Sinn der Alt-Prager Juden, für das Wohl ärmerer Mitmenschen zu sorgen, war immer schon sprichwörtlich. Ein großer Kreis edelgesinnter Menschen fand sich in der Prager Judenstadt auch zusammen, als es galt, das menschenfreundliche Werk, die Errichtung einer Kleinkinder-Bewahranstalt, in die Wege zu leiten. Am Gedächtnistage der vollendeten vierzigjährigen Regierungsperiode Kaiser Franz I., am 1. März 1832, enstand in Prag am Hradek eine Kleinkinder-Bewahranstalt. Ein Jahr später, am 247