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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-06-01 · 4 (Juni 1931) · p. Seite 223

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
1 (1930-1931)
Issue
4 (Juni 1931)
Date
1931-06-01
Page
Seite 223 (sequence 7)
Language
German
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Wege ihre verheerenden Spuren zurückgelassen haben. Gewiß, wir hätten vielleicht viel eher die Reihung: im Sachsenlande, in Prag und (im übrigen) Böhmen erwartet, doch auf eine solche geographische Korrektheit kam es Salomon ben Simon, der ja Prag, Böhmen und das Sachsenland nicht selber gekannt hat, gewiß nicht an.1) Wird ja z. B. selbst heute noch, wo man doch bessere geographische Kenntnisse als im frühen Mittelalter vermuten sollte, nicht selten und merkwürdigerweise sogar in intelligenten Kreisen Graz als in der Cechoslovakei liegend, bezeichnet. Zudem vergesse man auch nicht, daß das Stammesherzogtum Sachsen im Mittelalter sehr labile Grenzen hatte und darum aus der Ferne mancher Irrtum über die Grenzen dieses Landes, bezw. Herzogtums entstehen konnte. Doch gehört die Erörterung hierüber nicht hieher. Meine Lesung stimmt aber auch überein mit einem Berichte, der uns mitteilt, daß eine dritte Schar, die ein gewisser Folcher (Volkmar) befehligte, vom Rhein über Sachsen nach Böhmen und von hier den Weg über Mähren und Ungarn fortsetzte.2) Nun aber wird man einwenden, daß es doch hier ausdrücklich an mehreren Stellen heiße: ^JJi* was doch unbedingt auf eine Stadt und nicht auf ein Land hinweist. Doch glaube ich, diese Schwierigkeit läßt sich leicht dadurch beseitigen, indem wir annehmen, daß tatsächlich im Texte ursprünglich gestanden haben dürfte: Vio K*?tP (vielleicht sogar tf^l tibi? T3D> daß aber dieses S^a' infolge von Homoioteleuton ausgefallen sei. Und hier also begegne ich mich nun mit Tykocinski, daß wir tatsächlich in dem „tf^", an Halle a./d. Saale zu denken haben. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, daß der Abschreiber der Handschrift, aus welcher Neubauer und Stern ediert haben, und die bekanntlich in einer sehr schlechten Verfassung sich befindet,4) das Wort als eine Dittographie in der Urhandschrift angesehen und es darum ausgelassen hat. War aber einmal beim erstmaligen Erwähnen der ^yff das Wort %0 ausgelassen worden, mußte es selbstredend auch an den *) Einen ähnlichen Gedanken spricht ja auch Tykocinski, a. a. O., S. 162, aus. 2) Ekkehard, chron. universale ((in Monum. Germ. Script., 208): „aliique ad 12.000 per Saxoniam atque Boemiam a quodam presbytero Folcmaro, itemque naonnuli a Gotescalo presbystero per Orientalen* Fraociam dueti sunt". Vgl. auch Ceske dejiny Ib, 37i6 u. Steinherz, a. :a. O., SlS. 1 u. 25, Anm. 3. 3) Daß in der Urhandschrift dieses Wort diakritische Punkte hatte, die aber der Abschreiber sich nicht zu deuten wußte, darüber besteht für mich kein Zweifel. 4) Vgl. Tykocinski, a. a. 0-, S. 158. 223

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