Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 1 (1930-1931)
- Issue
- 4 (Juni 1931)
- Date
- 1931-06-01
- Page
- Seite 224 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2416673-2416674-2416679--0243-3527808- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
anderen Stellen, wenn es überhaupt nochmals geschrieben wurde, ebenfalls gestrichen werden. Was hingegen das in der vorherge-' henden Stelle stehende ^etqi anbelangt, an der wir doch ^513, erwartet hätten, läßt sich leicht dahin erklären, daß das überflüssige "V , zumal ja der Abschreiber keine Kenntnis von dem Inhalte dieses gekürzten Wortes hatte, entweder irrtümlich eingefügt worden, oder aber daß es von ihm statt als der erste Bestandteil des dreistrichigen «W, als ein »y angeschaut worden ist. Durch diese meine Vermutung dürfte aber noch eine Schwierigkeit behoben werden. Steinherz hat nämlich mit Recht (S. 9) darauf hingewiesen, daß es sich bei der Stadt »^bw mit Rücksicht darauf, daß sie nach dem Berichte Salomons fünfhundert kriegsgeübte Jünglinge aus ihrer Mitte zum Kampf gestellt hatte, um eine größere Stadt handeln müsse. Ganz recht! Ich aber vermute, daß trotz des Satzes *vb» nra itikb won xbv vys ffnan mrp ^aa dji W nön^Ö Sin wonach also aus „^^» allein fünfhundert kriegsgeübte Jünglinge in den Kampf gestellt wurden, so aufzufassen sei, daß beim Kampfe um „x^" aUe jüdischen Jünglinge aus ganz Sachsen ihnen beigestanden haben. Man vergleiche damit nur den früher stehenden Satz: Q^pjK yyy nt^K3 *T<rn O^ntPITk Wer weiß, ob nicht auch an dieser Stelle, wo der Verfasser von den 500 kriegsgeübten Jünglingen spricht, im Texte gestanden habe: tfow TJÖ? Vgl. übrigens Tykocinski, a. a. O., 156. Wir ersehen aber daraus gleichzeitig, daß auch die Vermutung Liebens ganz unhaltbar ist, weil ja tatsächlich das Wort: „Sachsenland" sich sehr gut in den Text einfügt. Anschließend hieran nur noch eine 'kurze Bemerkung zum Aufsatze von Steinherz selbst. Als ich seinerzeit den Aufsatz gelesen, machte ich mir einige Notizen, die ich gelegentlich veröffentlichen wollte, die aber durch die Darlegungen Tykocinskis obsolet geworden sind. Aber auf Eines möchte ich hier denn doch noch zurückkommen. Steinherz meint,1) daß in Regensburg, wo im Jahre 1096 Zwangstaufen stattgefunden haben, im Jahre 1140, in welchem Salomon b. Simon sein Buch geschrieben, die Erinnerung an dieses Ereignis sich noch ganz frisch erhalten habe. Nicht so in Prag, wo die Erinnerung an ein ähnliches Ereignis in demselben Zeiträume vollkommen der Vergessenheit anheimgefallen sei. Glaubt nun Steinherz wirklich, daß nach bloß 44 Jahren, denn so viel Jahre *) A. a. 0., S. 22. 224