Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-06-01 · 4 (Juni 1931) · p. Seite 220

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
1 (1930-1931)
Issue
4 (Juni 1931)
Date
1931-06-01
Page
Seite 220 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2416673-2416674-2416679--0239-3527804
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

nen.1) Wir werden aber weiter unten sehen, das auch noch aus einem anderen Grunde die Konjektur Liebens unhaltbar ist. Nicht ernst zu nehmen sind auf jeden Fall die 2 Konjekturen, die vor kurzem von Emanuel Schwarz in einem Aufsatze, der eigentlich nui Auszüge aus Steinherz Arbeit mitteilt, dargelegt wurden.2) In diesem Aufsatze werden nämlich die oben erwähnten 3 Wörter O-ran btP"Q1 JttHKll folgendermaßen umgeändert — ich zitiere wörtlich —: „(q^ iSttTOD JU^tai das heißt und in Pra§ (und Breslav regierte in Böhmen), oder noch besser mit biblischem Kolorit: (m jenen Tagen)/'3) Was nun die erste Konjektur anbelangt — daraus, daß man die beiden letzten der erwähnten 3 Wörter in Klammer setzt, darf man keine wie immer gearteten Schlüsse ziehen, das ersehen wir ja auch daraus, daß das Wort auch an einer anderen Stelle sich befindet — kann sie an unserer Stelle für den, der die Texte auch nur oberflächlich betrachtet, nicht in Erwägung gezogen werden, weil sich im gegenwärtigen Falle das nomen proprium „Breslav" polysynthetisch nicht gut in den Kontext einreihen läßt. Aber selbst das ,/T als //!" explicativum zu fassen, ist an unserer Stelle nicht gut angängig, weil es in unserem Falle heißen müßte:^^3, was wieder zu einer auch textlich nicht zu rechtfertigenden Umstellung führen müßte. Auch darf nicht überschaut werden, daß bei einer solchen Konjektur eigentlich nicht einzusehen wäre, warum gerade nur bei Prag der Name des Herrschers von Böhmen eingefügt wor- J) Wobei allerdings unter „und (im übrigen) Böhmen,, (vgl. weiter unten S. 222), die Verfolgungen und. Verheerungen, welche die: Kreuzfahrer sich im allgemein auch an nichtjüdischen Bewohnern des Landes zu Schulden kommen haben lassen, gemeint sein können. 2) Bnai Brith Mitteilungen für Österreich, Wic:i 1930, B. XXX, Heft 9, S. 337. 3) Nicht versigen kann ich mir hier, die Worte herzusetzen, mit weichen Professor Dr. Schwarz die Arbeit von 'Steinherz charakterisiert: „(sie ist geschrieben) mit ruhiger Sachlichkeit, mit kühler Objektivität, mit bewundernswertem Spür- und Scharfsinn, mit bezwingender Logik, mit bestrickender Beweisführung, doch auch mit souveräner Beherrschung der einschlägigen Literatur, die uns in Atem hält, wenn er sich anschickt, ein Rätsel zu lösen, an dem unsere erfolgreichsten Pfadfinder herumgeraten haben." Ich vermute sehr, daß es Steinherz beim Lesen dieser Zeilen ähnlich ergangen sein dürfte wie mir, der ich dabei unwillkürlich, namentlich an den Schluß jener Episode mit R. Hanina,' denken mußte, von der uns in b. Berähot 33 b (vgl. auch b. Megilläh 25 a) erzählt wird. 220

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.